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Gänseliesel

Brunnen ohne Gänseliesel
Original und Fälschung
Doktorspiele am Liesel
Aufhebung des Kussverbots     
Gänseliesel live 2002 Julia und 2005
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> Flashmob-Aktion - Gänseliesel anbeten

Göttingen ohne Gänseliesel ist wie ein Dorf ohne Dorflinde

Was das Brandenburger Tor für Berlin und der Eiffelturm für Paris ist, ist das Gänseliesel für Göttingen ;-) . Daher ist es eine Besonderheit, den Gänselieselbrunnen einmal OHNE Gänseliesel zu sehen, weshalb dies mit einem Foto unten dokumentiert wird.

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Gänseliesel ohne Gänselieselfigur - Göttingen fühlt sich nackt / foto:goest

Zwischendurch wurde die Figur kurzzeitig auf den Sockel montiert, obwohl sie eigentlich in Reparatur war, nur damit ein paar Studis ihren Doktorkuss draufdrücken konnten.
Das Gänseliesel-Gedöns ist eine ziemlich an den Haaren herbeigezogene kitschige Tradition, ein tradierter Hype sozusagen, der da um das liebliche Abbild eines kleinen Mädchens gemacht wird. Man hat ja in Göttingen sonst nichts besonderes, was als Symbol herhalten könnte, also wird ein Affentanz um das Gänseliesel gemacht. Bei einer Flashmob-Aktion wurde dieser Affentanz persifliert, indem die Leute auf die Knie fielen und das Gänseliesel anbeteten.

liesel_brunnen3.JPG (27910 Byte) Fast jeder Tourist mit macht ein Bild und wenn es zwei Touristen sind, dann muß sich jeweils einer dabei vors Gänseliesel stellen .

Es gibt auch eine Webcam, die das Gänseliesel ganzjährig im Visier hat:

Inzwischen kann man sogar schon Münzen im Brunnen finden, einige Leute scheinen das mit dem Brunnen in Rom zu verwechseln.

Gänselieselgeschichte ..n

Das Gänseliesel als verleugnetes uneheliches Kind

Eine Legende besagt: Für das Gänseliesel stand dem 26 jährigen Bildhauer Nisse ein 15 jähriges Mädchen Modell, bei dem es sich um das uneheliche Kind einer berühmten Persönlichkeit Göttingens handelte. Es war 1885 im Accouchierhaus Göttingen zur Welt gekommen. So wie es das Schicksal unehelicher Kinder damals war, wurde sie als "uneheliches" verachtet und mußte am Rande der Gesellschaft in Armut als Gänsehüterin leben. (Siehe Anmerkung) Der politisch einflussreiche Vater versuchte, das Aufstellen des Gänseliesels zu verhindern, damit das Gänseliesel nicht ins Gerede und am Ende seine Vaterschaft herauskomme. Daher machte er sich hinter den Kulissen des politischen Tauziehens um den Brunnen ausgerechnet für die Version "Tugendbrunnen" (!) stark. (Siehe entsprechendes >Dokument mit Zeichnung)
der dann auch den ersten Preis der damaligen Auswahl-Jury erhielt.

Nur dem hartnäckigen Drängen des Prof. Hartzer ist es zu verdanken, dass nach weiteren eineinhalb Jahren Verzögerung schließlich doch der Gänseliesel-Entwurf, der nur Platz zwei erreicht hatte, zur Ausführung kam. Bei allen Verhandlungen versuchte man den Bildhauer Nisse, der ja persönlich mit dem "Gänsemädchen" Kontakt gehabt hatte, aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, worüber der sich verbittert beschwerte.(Quelle: Vom Löwenbrunnen zum Gänseliesel S. 10) .
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Gänseliesel Nachbildung

Diese Zusammenhänge sickerten dennoch durch, u.a. weil sie auch später von einer Hausangestellten des reichen Vaters ausgeplaudert wurden. Dadurch waren sie auch einigen wenigen politisch aktiven Menschen bekannt. Für jene war dies ein Motiv, den Brunnen zu einem Treffpunkt für Proteste gegen Ungerechtigkeit und Armut zu machen. Die ein Jahr dauernden Demonstrationen "gegen Sozialabbau" z.B. fanden just am Gänseliesel-Brunnen statt

Anmerkung:
Besonders Männer aus der Oberschicht verweigerten oft die Anerkennung der Vaterschaft gegenüber ihren unehelich gezeugten Kindern: Von 747 Vätern auswärtiger Mütter die ihre unehelicher Kinder anerkannten "kamen gerade einmal fünf aus der Mittel- und Oberschicht (ein Bürochef 1904, ein Zahnarzt 1909, ein Gutsverwalter 1910, ein Stadtinspektor 1914 und ein Kapitän der Kriegsmarine 1919). Adlige, Offiziere oder Großbürger waren bis zum Weltkrieg also nicht involviert. Vielmehr setzte sich die Gruppe der anerkennenden Väter darüber hinausgehend ausschließlich zusammen aus Angehörigen der Arbeiterschaft, der Handwerker, des Dienstpersonals, der niederen Soldaten sowie aus Künstlern." (Quelle)

 

Gänseliesel als "Familiengeschichte" im DT
märchenhafte Beschönigung einer dramatischen Geschichte

Das diesjährige Familienstück »Gänseliesel träumt« wird am Deutschen Theater Göttingen uraufgeführt. Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter. Eines Tages jagt er die jüngste, Elisabeth, fort in ein andres Königreich, weil sie ihn nur so sehr liebt wie Salz. Das ist dem Vater zu wenig. Auf dem Weg überredet ihre Magd Leonore Elisabeth dazu, die Rollen zu tauschen - sie selber will Prinzessin sein. Die Königstochter stimmt zu und wird zur Gänsehirtin im fremden Schloss. Ein Glück! Denn auf der Gänseweide begegnete ihr Hans, dem sie beim nächsten Wiedersehen einen Kuss verspricht, den er auch bekommen wird. Und nicht nur das. Hans ist eben ein Glückskind. Und wenn er nicht stirbt, dann wird er auch weiter glücklich sein. Als Hans, als Gänsehirte, als Prinz …

DT-Text: "Jürgen Popig erfindet die Geschichte vom Göttinger Gänseliesel mit Hilfe der Brüder Grimm für das Deutsche Theater Göttingen neu. Ein Märchen für jung und alt, für Glückskinder und Prinzessinnen und alle, die es werden wollen." Erich Sidler führt Regie. In weiteren Rollen spielen Florian Donath, Christina Jung, Benedikt Kauf und Roman Majewski. Weitere Termine: So, 6.11.16 / 15 Uhr | 28.11.18 Uhr Dorothée Neff (Rolle des Gänseliesels) trifft das junge Gänseliesel Anna Karstens / Foto: Annika Schmidt



Doktor*innen verehren küssen nur eine Kopie

Es gibt den albernen Brauch, dass Studierende nach der Doktorprüfung das Gänseliesel küssen müssen. Auf diesen Brauch wird in der Tourismuswerbung stetig hingewiesen. Bei allem Gedönse um das Gänseliesel am Markt wird aber schlichtweg ignoriert, dass dieses Gänseliesel nur eine "Fälschung" bzw eine Kopie ist. Dies mag in die Zeit der zahlreichen Plagiatsenthüllungen passen, sollte aber wenigstens bekannt sein.
Unweit des falschen Gänseliesels steht die Original-Statue von Georg Christoph Lichtenberg . Lichtenberg hat sich oft über die eingebildete Gelehrtheit lustig gemacht und wäre deshalb besser geeignet als wissenschaftliche Weihe-Ritual-Figur an Stelle des Abbildes einer unschuldigen Gänsehüterin. Bei MathematikerInnen könnte alternativ zur Gänseliesel bzw. Lichtenberg auch mal Gauss geküsst werden

Original

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Die Echte

"Fälschung" (Dublikat)

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geküsste Fälschung

1990 wurde die Figur auf dem Brunnen vor dem Alten Rathaus durch eine Nachbildung ersetzt.  Das Original steht jetzt im Städtischen Museum. Seltsamerweise ist eine weitere Kopie des Gänseliesels in Ostdeutschland aufgetaucht und in Japan steht auch eine.

Bildhauer Paul Nisse aus Berlin gewann zunächst nur den zweiten Preis mit seinem Entwurf den er auf eine Ausschreibung von 1898 hin eingereicht hatte. Erst 1900 konnte sich der Magistrat dazu durchringen, das Gänseliesel statt eines Löwen auf den Brunnen zu setzen und wegen verschiedener Querelen mit den Oberen der Stadt, die das Liesel nicht wollten, zog sich die Umsetzung bis zum Juni 1901 hin.

 

Brandanschlag aufs Gänseliesel

Nach einem völlig unsinnigen Brandanschlag aufs Gänseliesel mit einem brennenden Sofa wurde der Brunnen beschädigt und mußte im Jahr 2004 renoviert werden. Die Fotos entstanden imFebruar 2004.

Schild am Zaun und Renovierungsarbeiten am Brunnen 2004

 

 

100 Jahre Gänseliesel - Ende des "Kussverbots"

Am 7. Juni 2001 um 16.00 Uhr fand eine Feier zum 100jährigen Bestehen des Gänselieseldenkmals statt.  OB Danielowski begleitet von vielen Wahrzeichen und Märchenfiguren aus anderen deutschen Städten und Regionen beteiligte sich. Der Göttinger Rat hob in aller Öffentlichkeit ein Kussverbot aus dem Jahr 1926 auf, dem in der Vergangenheit kaum Beachtung geschenkt worden ist. Eine interessante Begründung für die Aufhebung des Kussverbotes kursierte: Es habe sich ja sowieso niemand daran gehalten. Und wenn die Tourist-Info Werbung mit einem die Bronzefigur küssenden Studiosus macht, ist die Zeit wohl reif gewesen. (Interessant: Das Gänseliesel ist genauso alt wie die Göttinger Sparkasse)

 

Gänseliesel im Ansturm von Fussballfans bei der WM 2006

Nach dem Spiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden 2:0 am Samstag den 24.6.06 war der Marktplatz voller Menschen und wie immer wurde dann der Baldachin des Gänseliesels bestiegen

Hier mit Fackel

Man wundert sich manchmal, was die Konstruktion alles aushält, die Polizei schreitet jedenfalls nicht ein; "Es wäre den Feierlichkeiten abträglich" oder so ähnlich lautet die Begründung.

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