| . |
|
Protestbremse 2002 : Gegen den Krieg zu sein wird als "antisemitisch"
verunglimpft Langsam beginnt der Protest gegen die US-Kriegsankündigungen auch in Deutschland. Dass der Protest so spät in Bewegung kam lag z.T. daran, dass es eine propagandistische Kampagne einiger Gruppen gab, die Proteste gegen den Krieg als "Unterstützung des Terrors" als "antiamerikanisch" und "antisemitisch" verunglimpften. | ||
| . | ||
| Oktober
2002: Die Gewerkschaften waren immer gegen Krieg - wann wachen sie auf? Der hessische DGB-Vorsitzende Stefan Körzell fordert die Gewerkschaften auf, ihr Schweigen zu beenden und gegen den drohenden Krieg Stellung zu beziehen. Der US-Haushaltsexperte Kent Conrad hat vorgerechnet, dass ein drei Monate andauernder Krieg und fünf Jahre Besatzung im Irak rund 272 Milliarden Dollar kosten würden. Der Preis für den Wiederaufbau ist darin noch gar nicht enthalten. Profitieren würden von diesem Krieg die amerikanischen Erdölkonzerne. Zweifelhaft ist, ob sie auch nur einen Dollar für die geschundene irakische Zivilbevölkerung ausgeben würden. (..) Jeden Monat sterben im Irak durchschnittlich 5000 bis 6000 Kinder an Unterernährung, an verseuchtem Wasser und weil Medikamente fehlen. (...) Die Gewerkschaften haben aus ihrer Geschichte heraus den Auftrag, für den Frieden zu kämpfen. Daran sollten wir uns gerade jetzt in dieser angespannten, atmosphärisch aufgeheizten Zeit erinnern. (...). Oder um es mit dem ermordeten Bürgerrechtler Martin Luther King zu sagen: "Es gibt eine Zeit, da Schweigen Verrat ist." Ich glaube, diese Zeit ist jetzt da. Aus: einblick 19/02, 28. Oktober 2002 , quelle in Göttingen
gab es eine interessante Stellungnahme | ||
| . | ||
| Februar 2002 DGB Südniedersachsen gegen Irak-Krieg Der DGB Südniedersachsen
hat nach langem Zögern endlich zum drohenden Krieg im Irak Stellung
bezogen und einen "Aufruf und Unterschiftensammlung
für Zeitungsanzeige: NEIN zu einem Krieg gegen den Irak!" veröffentlicht.
Der Aufruf ist veröffentlicht auf der Webseite des DGB Der Aufruf beginnt mit "Wir
sagen NEIN zu diesem Krieg!" Die Worte "zu
diesem Krieg" machen stutzig, wenn man sich an die Stellungnahme
zum Afghanistankrieg erinnert. > Wertmüller (DGB)
zum Krieg
| ||
| . | ||
Positionsbestimmung Autonome Antifa (M) zum Irak-Krieg Januar 2003 (f) : Unter dem Titel "Alle Wege führen nach Bagdad" hat die Autonome Antifa Göttingen (aam) im Januar 2003 eine "Positionsbestimmung zum drohenden Irak-Krieg und den beginnenden Protesten dagegen." In diesem Text sind bereits die Einkerbungen zu erkennen denen entlang es einige Monate später, im April 2004 später zu einer Abspaltung der Antideutschen kam. Der umfangreiche Originaltext ist auf der Webseite der ehemaligen aam veröffentlicht. goest hat versucht den langen Text kommentiert auf einige Punkte zuzuspitzen (Zwischenüberschriften von goest) (gegen
Krieg der USA und für geschicktere Ausbeutungsformen durch EU-Länder?) Die aam sieht in dem geplanten Irak-Krieg den Versuch der USA, "den europäischen Einfluss in der Region zurückzudrängen" während Europa (vor allem Frankreich und Deutschland) versucht "das europäische Modell als den schöneren Imperialismus" und "die vermeintliche Light-Variante made in Europe empfehlen." "Die neue, auch mit der humanitären Ideologie des Eurochauvinismus kompatible Parole lautet daher "Demokratisierung". (..) Eine "Herrschaftsform die schon in den wohlhabenden, politisch unabhängigen Metropolenstaaten zu nichts anderem dient als der möglichst flexiblen und reibungslosen Abwicklung der Kapitalverwertung." (Exkurs
zu Israel) Sehr
wichtig ist die differenziernde Sicht der aam in Bezug auf unterschiedliche Motivationslagen
die zu einer Ablehnung des Irak-Krieges führen. Diese erlaubt eine differenzierte
Herangehensweise an die Schaffung von Antikriegs- und Protestbündnissen: "..Fischer
hat andere Gründe, sich gegen den dritten Golfkrieg zu stellen als christliche
PazifistInnen. Die Motive eines NPD-Mitglieds, die USA zu hassen, weil man den
Amis die Niederlage von '45 nie verziehen hat, sind andere als die einer deutschen
Kurdin, die die US-Unterstützung des türkischen Staats für den Krieg in Kurdistan
am eigenen Leib erfahren durfte. Und ein Antisemit, der in Washington das "Ostküsten-Judentum"
am Werke sehen will, meint mit dem Satz "Stoppt den Krieg" etwas völlig
anderes als ein bürgerlicher Antifaschist, der eine deutsche Beihilfe zum Krieg
aus dem Grundsatz heraus ablehnt, von deutschem Boden dürfe nie wieder ein Krieg
ausgehen." Es geht darum "Argumentationen, Parolen und Aktionsformen vorzugeben, die sich nicht vom patriotischen Pazifismus der Zivilgesellschaft vereinnahmen lassen. Das beinhaltet auch, nicht unkritisch jede Manifestation gegen den Krieg zu unterstützen, sondern zu differenzieren zwischen jenen staatstragenden KriegsgegnerInnen wie etwa den Regierungsparteien, gegen die konkrete Gegenwehr angesagt ist, und potentiellen BündnispartnerInnen." sowie um die "Entwicklung eines eigenen, antikapitalistischen Widerstands liegen, der sich nicht alleine gegen den bevorstehenden Angriff auf den Irak richtet, sondern gegen die generelle Logik aller kommenden Kriege der kapitalistischen Weltneuordnung" | ||
| . | ||
| Wirtschaftsblockade
gegen Irak: Verweigerung von Medikamenten bringt den Tod Einfachste Infektionskrankheiten enden oft mit dem Tod, weil keine entsprechenden Medikamente verfügbar sind. Unterernährte Kinder, denen man keine adäquate Behandlung angedeihen lassen kann. (..) Auch nach westlichen Quellen soll es bereits 1,5 Millionen Menschenleben gefordert haben. Selbst der ehemalige Leiter des UN-Programms Lebensmittel für Öl, Hans von Sponeck, wird nicht müde das Embargo als Hauptursache des Elends zu bezeichnen und seine Aufhebung zu fordern. Insbesondere in Basra und im Süden ist die Zahl der genetischen Missbildungen und Krebserkrankungen vor allem bei Kindern exponentiell angestiegen. Die von den Spitälern vorgelegten Statistiken über diese Zunahme von typischen Strahlenerkrankungen legen den Zusammenhang mit dem Einsatz von Munition aus abgereichertem Uran 1991 durch die USA mehr als nahe. Bis heute hat die UNO jedoch keine internationale Studie dazu genehmigt, obwohl das unter Kriegsveteranen grassierende Golf-Syndrom einen weiteren Beleg für eine Korrelation darstellt." http://www.linkeseite.de/Texte/diverses/1792.htm | ||
| . | ||
| Göttinger
Antikriegsbündnis bereitet Protest vor Im folgenden das entsprechende Flugblatt:
| ||
| . | ||
| Rot-Grün Nach den Wahlen in Niedersachsen und Hessen werden die Rot-Grün WählerInnen möglicherweise erneut feststellen, dass sie wieder irgendetwas nicht richtig verstanden haben. Mit der scheinbaren Ablehnung des Krieges werden Wahlen gewonnen, aber schon jetzt wird die mögliche Zustimmung zum Krieg im Sicherheitsrat angekündigt. Die Wahlentscheidung von EINDEUTIGEN und BINDENDEN Aussagen gegen den Krieg abhängig machen! | ||
| . | ||
| Demonstrationen
gegen Krieg (...) Ganz offensichtlich geht es den Regierungen der USA und Großbritanniens dabei nicht um Menschenrechte und Demokratie, nicht primär um den Kampf gegen den internationalen Terrorismus oder um angebliche irakische Massenvernichtungswaffen, sondern um politische und wirtschaftliche Interessen in einer der ölreichsten Regionen der Erde. Nur wenn jetzt der politische Druck auf die US-Regierung und ihre Verbündeten steigt, kann der Krieg gestoppt werden! Deshalb hat das Europäische Sozialforum in Florenz für den 15. Februar 2003 zu einem Aktionstag gegen den Krieg aufgerufen, bei dem europaweit Millionen von Menschen demonstrieren werden. (...) Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes auf: Beteiligen Sie sich an den vielfältigen Aktionen überall im Land gegen den Krieg! Unterstützen Sie die Proteste gegen die Münchner http://www.sicherheitskonferenz.info der Militärpolitiker und Rüstungsindustrie um den 8. Februar 2003! Wir rufen auf:Kommen Sie am 15. Februar zur bundesweiten Demonstration nach Berlin! (attac) | ||