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Erinnerung
an die Naziopfer Für
eine neue regionale Gedenk - und Erinnerungskultur
Veranstaltungsreihe 2010-2011
Das Bündnis "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
- 27. Januar > Jüdische
Gemeinde / Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit >
Zug der Erinnerung > 9.
November
Veranstaltungsreihe
9.11.2010 - 27.1.2011 "Gegen das Vergessen. Zur Erinnerung
an die Opfer des Nationalsozialismus" Auch
in diesem Jahr organisiert die KZ-Gedenkstätte Moringen in Zusammenarbeit
mit dem DGB-Ortsverband Northeim-Moringen und dem Superintendenten des Kirchenkreises
Leine-Solling Veranstaltungsreihe "Gegen das Vergessen. Zur Erinnerung an die
Opfer des Nationalsozialismus". Der 27. ist der Jahrestag der Befreiung des
Konzentrationslagers Auschwitz. und der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.
Die geplanten Veranstaltungen der Reihe finden jedoch bewusst nicht nur am 27.
Januar statt. Der Beginn liegt bereits am 9. November, dem Jahrestag des Pogroms
gegen die jüdische Bevölkerung. Die Verbrechen des Nationalsozialismus
fanden auch vor der eigenen Haustür. viele Veranstaltungen stellen einen
Bezug zur Region her und Stadtrundgänge sollen Geschichte begehend vor Ort
erfahrbar machen. Viele Veranstaltungen richten sich gezielt an Jugendliche.
Veranstaltungsprogramm
| Dienstag,
9. November 2010, 16.00 Uhr Gedenken an die Pogromnacht Veranstaltet vom Ökumenischen
Arbeitskreis Northeim Ort: Northeim, Entenmarkt | |
Donnerstag, 11. November 2010 "Die
Angst war immer da" - Zeitzeugengespräch mit Alfred Grasel 1942 kam der damals
sechzehnjährige Alfred Grasel in das Jugend-KZ Moringen. Hinter ihm lag eine
Odyssee durch mehrere Kinderheime in Wien. Im Jugend-KZ Moringen leistete er unter
Tage mehr als zweieinhalb Jahre Zwangsarbeit in der Heeresmunitionsanstalt in
Volpriehausen. "Die Angst war immer da, vor allem vor den Schlägen. Wenn
irgendetwas Kleines passiert ist, mussten alle raus am Appellplatz antreten, hocken,
springen, hüpfen, auch bei tiefem Frost. Die SS ist rundherum gestanden und
hat gelacht." Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Für SchülerInnen
der KGS Moringen | |
Donnerstag, 25. November 2010,
19.00 Uhr Rainer Küchenmeister und die Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" Der
Maler und Hochschullehrer Rainer Küchenmeister erlebte als Heranwachsender
die Hitlergegner Harro Schulze-Boysen, Günther Weisenborn und andere Freunde
seines Vaters. Mitte September 1942 gemeinsam mit dem Vater festgenommen, verbrachte
die Gestapo den 16jährigen im Februar 1943 in das Jugend-KZ Moringen. Der
Vater wurde am 13. Mai 1943 in Plötzensee ermordet. Der Historiker Dr. Hans
Coppi, freier Mitarbeiter an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, geht
in seinem Vortrag auf die "Rote Kapelle" und den auch davon geprägten Lebensweg
Rainer Küchenmeisters ein. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen
Ort: Holbornsches Haus, Rote Straße 34, Göttingen |
| Samstag,
4. Dezember 2010, 14.30 Uhr Führung zum Jugend-KZ Moringen mit Hans Helms,
pädagogischer Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Moringen Die Häftlinge
des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab
1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter
Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sog. Kriminalbiologen, ihre These, wonach
Kriminalität und "Asozialität" erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen
Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen. Nähere Informationen und
Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de
Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Ort: Moringen, KZ-Gedenkstätte
Moringen, Lange Strasse 58 | |
Dienstag, 7. Dezember 2010, 20
Uhr "Die Unwertigen" Dokumentarfilm und Zeitzeugengespräch mit Richard Sucker
Die Nazis sortierten Jugendliche nach ihrem Wertesystem der Rassenhygiene und
Eugenik. Die ihrer Meinung nach "wertigen" Kinder wurden gefördert, die vermeintlich
"unwertigen" aussortiert und ausgemerzt. "Die Unwertigen" (Deutschland 2009, 86
Min.) zeigt mit berührenden Schicksalen, wie in Deutschland Kinder und Jugendliche
über Jahrzehnte aussortiert wurden, wenn sie nicht in das Wertesystem passten.
Der Film von Renate Günther-Greene beginnt im Nationalsozialismus, zeigt
aber deutlich, dass dieses Wertesystem noch bis weit in die 70er Jahre gang und
gäbe war. Richard Sucker, einer der Protagonisten des Films, ist zu Gast
im Lumière. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen und dem
Kino Lumière Ort: Kino Lumiere, Geismarlandstraße 19, Göttingen |
| Mittwoch,
12. Januar 2011, 19.00 Uhr Hans und Grete und Max und Moritz. Die Juden aus Northeim
und seiner Umgebung waren integriert. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Namen,
die sie ihren Kindern gaben. Hans Harer hat seit 6 Jahren Kontakt mit Überlebenden,
die von jüdischer Existenz in Northeim vor Vertreibung und Mord erzählen
können. Über die verschiedenen Schattierungen jüdischen (Über-)Lebens
wird es an diesem Abend gehen. Im Mittelpunkt steht der in Northeim geborenen
Hans Katz. Er musste die Stadt 1937 mit seiner Familie verlassen. 1941 wurden
alle nach Riga deportiert, der Vater wurde dort ermordet, Mutter und Schwester
in Auschwitz. Hans Katz wurde 1945 im KZ Bergen-Belsen befreit. Der 83-jährige
lebt seit 1948 im südafrikanischen Johannesburg. Veranstaltet von der St.
Sixti Gemeinde Northeim Ort: St. Sixti Gemeindehaus, Hagenstraße 18, Northeim
Hans Harer organisiert eine Spenden - Aktion für den KZ-Überlebenden
Hans Katz. Der 83 Jährige braucht dringend Unterstützung. Das Spenden-Konto
lautet: Kirchenkreisamt Northeim, Konto-Nr. 23887, KSN BLZ 262 500 01, Stichwort
"Hans Katz-Fonds" | |
Samstag,
15. Januar 2011, 14 Uhr Führung zum Frauenkonzentrationslager Moringen mit
Anne Berghoff, freie Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Moringen Im Frauen-KZ
Moringen waren vor allem Frauen aus dem politischen Widerstand und Zeuginnen Jehovas
inhaftiert, aber auch Remigrantinnen und sog. Rassenschänderinnen, z.B. die
Schauspielerin Lotti Huber. Das Lager entwickelte sich zum zentralen Frauen-KZ.
1938 wurde das Lager aufgelöst, und die Häftlinge wurden in drei großen
Transporten in das KZ Lichtenburg überstellt. Viele von ihnen kamen später
in das Frauen-KZ Ravensbrück. Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520,
info@gedenkstaette-moringen.de
Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen KZ-Gedenkstätte Moringen,
Lange Straße 58, Moringen | |
19. Januar + 20 Januar 2011, Shoa
in Griechenland 1943-1944: Zeugnisse und Berichte Über die brutale NS-Besatzung
in Griechenland, die in der Deportation und Ermordung der griechischen Jüdinnen
und Juden in Auschwitz gipfelte ist bisher in der BRD wenig bekannt. Der Bremer
Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus reiste bereits in den 1980er Jahren
nach Griechenland, sammelte ZeitzeugInnen-Berichte und sicherte Spuren dieser
Verbrechen. Seine Rechercheergebnisse fasste er in dem 2010 erschienen Buch "Winter
in Griechenland" zusammen, welches er im Rahmen dieser Veranstaltung vorstellen
wird. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen Veranstaltungsort
19. Januar: 19.30 Uhr, KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, Moringen Veranstaltungsort
20. Januar: 20 Uhr Theater-Keller, Geismar-Landstraße 19, Göttingen |
| Donnerstag,
27. Januar 2011, 11.30 Uhr Projekt "Topographie der Erinnerung" - Gedenken und
Erinnern in Südniedersac hsen. Öffentliche Website-Präsentation
Wie wird in Südniedersachsen an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert?
In vielen Orten existieren Gedenksteine und Tafeln, veranstalten AkteurInnen aus
Initiativen, Geschichtswerkstätten und Schulen Gedenkveranstaltungen, recherchieren
in Archiven, befragen ZeitzeugInnen und dokumentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit
in Vorträgen, Broschüren und Büchern oder Ausstellungen und Jugendprojekten
- all dies ergibt eine "Topografie der Erinnerung", welche die Website www.erinnernsuedniedersachsen.de
abbilden möchte. Sie ist Bestandteil eines von der Amadeo Antonio Stiftung
geförderten Projektes, das "Topografie der Erinnerung heißt. In einer
öffentlichen Präsentation wird die Website von Julia Braun (KZ-Gedenkstätte
Moringen) und Dr. Dietmar Sedlaczek (KZ-Gedenkstätte Moringen) sowie Dr.
Andrés Nader (Amadeu Antonio Stiftung) erstmals der Öffentlichkeit
vorgestellt. Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen in Kooperation
mit der Amadeu Antonio Stiftung, Berlin Ort: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange
Straße 58, Moringen | |
4.02.
- 4.3.2011 (Eröffnung am Fr. den 04.Februar 2011 um 16 Uhr) Ausstellung "NS-Psychiatrie
und die Opfer - Gedenken in Niedersachsen". Autor: Dr. Raimond Reiter Gedenken
- Andenken - Erinnern. Wie kann dies angemessen für die Opfer der nationalsozialistischen
Psychiatrie in Niedersachsen geschehen? Die Ausstellung zu diesem Thema versteht
sich als Beitrag zur Gedenkstättenarbeit und setzt sich mit der Geschichte
verschiedener psychiaterischer Einrichtungen in Niedersachsen während der
NS-Zeit auseinander, unter anderem auch mit Göttingen. Nähere Informationen:
www.gedenken-ns-psychiatrie.de/texte.html
Veranstaltet von der Volkshochschule Göttingen in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte
Moringen Ort: Volkshochschule Göttingen, Bahnhofsallee 7, Göttingen |
Veranstalter: Bündnis "Gedenken
an die Opfer des Nationalsozialismus - 27. Januar Das
Bündnis ist Träger der Veranstaltungsreihe "Gedenken an die Opfer
des Nationalsozialismus -27. Januar" (27. Januar Jahrestag der Befreiung von Auschwitz).
"Mit der Veranstaltungsreihe bemüht sich das Göttinger
Bündnis seit 1996 darum, eine lokale und regionale Gedenk- und Erinnerungskultur
zu etablieren, die dem verstaatlichten Gedenken und Erinnern eine lebendige Alternative
gegenüberstellt." Das Bündnis
besteht aus folgenden Gruppen und Institutionen: DGB
und DGB-Jugend Region Südniedersachsen-Harz, KZ-Gedenkstätte
Mittelbau-Dora, KZ-Gedenkstätte Moringen, Geschichtswerkstatt Göttingen
e.V., Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit,
Freie Alten Arbeit Göttingen e.V., Jehovas Zeugen e.V., Jüdische
Gemeinde Göttingen, Jüdisches Lehrhaus Göttingen, OLAfA (Offene Linke
- Alles für Alle), VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes /
Bund der Antifaschistlnnen) Seit 1996
werden Veranstaltungen organisiert und durchgeführt: Vorträge, Stadtführungen,
thematische Führungen in KZ-Gedenkstätten, Aktionstagen auf dem Göttinger Marktplatz,
Filmen und Konzerte, Diskussionsforen über die Zukunft des Gedenkens und Erinnems
und zu geschichtspolitischen Kontroversen in der Bundesrepublik. Zeitzeuglnnengespräche
sowohl mit Überlebenden der Shoa als auch mit Opfem nationalistischer Verbrechen
in der Region, so z.B. mit ehemaligen Häftlingen des Moringer Frauen-KZ und des
Moringer Jugend-KZ waren wichtige Bestandteile der Veranstaltungen. zum
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