| Erinnerungspunkte
an der Route SPD
Ortsverein Oststadt : NPD-Demonstrationsroute passiert
Erinnerungspunkte des Naziterrors unter Hitler Am
6.10. kritisierte der SPD Ortsverein Oststadt in einer Pressereklärung die
NPD-Demonstration und wies darauf hin, dass die Route Erinnerungspunkte an die
Nationalsozialistische Zeit passiert., z.B.
am Theaterplatz:
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Theaterplatz im Nationalsozialismus, Kundgebung
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Der Theaterplatz in Göttingen
während der Herrschaft der Nationalsozialisten 1933-45 bei einer Kundgebung
- in der Reihe sichtbar Personen in SA-Uniform, BDM-Uniform, Militär. Am
Theater: Hakenkreuzbeflaggung. Nach
1945 hätte sich niemand vorstellen können, dass hier wieder Nationalsozialisten
marschieren dürfen. Bildquelle:
> Städtisches Museum |
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Theaterplatz, Aufnahme am 8.10.05
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Der Theaterplatz wie er
heutzutage und hoffentlich auch am 29.10. aussieht. Sonnig und nichts als die
Farben Rot Weiß Gelb ... | Erinnerungspunkt:
Volksheim im Maschmühlenweg, das 1933 von SA-Trupps besetzt wurde. Gewerkschafter
und Sozialdemokraten wurden dabei schwer misshandelt:
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Gedenkstein "Volksheim"
der Gewerkschaften, Maschmühlenweg
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Gedenkstein für das
ehemalige Volksheim der Gewerkschaften im Maschmühlenweg Nähe Idunazentrum Die
Route der NPD-Demonstration am 29.10.05 sieht vor, dass NPD, Nationale Volksfront
etc. an dieser Gedenkstätte vorbeimarschieren dürfen, die an die Zerstörung
des Gewerkschaftshauses durch die Nazis erinnert. | |
 Platte
mit Inschrift des Gedenksteins
| Aufschrift
der Platte auf dem Gedenkstein: "Hier
stand das Gewerkschaftshaus "Volksheim" Zentrum der Göttinger Arbeiterbewegung
in der Weimarer Republik 1933 wurde es von den Nazionalsozialisten beschlagnahmt,
im II Weltkrieg zerstört. Seine Geschichte mahnt gegen Faschismus und Krieg
1 Mai 1990 | Erinnerungspunkte
ehemalige Häuser von Juden in der Humboldtallee, Herzberger Landstraße,
Bühlstraße und im Nikolausberger Weg. Ab Häusern aus denen Juden von Nationalsozialisten
vertrieben wurden dürfen heute ihre ideologischen Nachfahren wieder vorbeimarschieren.
Erinnerungspunkte Auditorium / Bücherverbrennung "Am Auditorium
- das war der Ort der großen Nazikundgebung vor der Bücherverbrennung am 10. Mai
1933. Von dort ging die Nazi-Demo zur Bücherverbrennung auf dem Theaterplatz."
(der Ort der Bücherverbrennung war der Albaniplatz an dem die Bücherverbrennung
am 10.5.1933 erfolgte und der damals in Adolf-Hitlerplatz umbenannt wurde) Die
NPD-Demo geht daran vorbei.

Gedenktafel zur Bücherverbrennung am Albaniplatz |
Gedenktafel am Albaniplatz
mit der Aufschrift: "Wo
man Bücher verbrennt verbrennt man auch am Ende Menschen"
(Heinrich Heine, 1821) Bücherverbrennung 10. Mai 1933 |

Ausschnitt der oben abgebildeten Gedenkplatte | Demoverbot
und NPD-Verbot Die
Zeiten in denen ein Verbot der NPD erwogen wurde scheinen vergessen. Die Stadtverwaltung
(OB Danielowski und Rechtsdezernent Meyer) behandeln die NPD formal wie eine demokratische
Partei und sehen rechtlich kaum Möglichkeiten zu deren Beschränkung.
Stefan Wenzel, Fraktionschef der Grünen im Landtag setzt genau an diesem
Punkt an und erklärte am 27.9.05, die "NPD sei in der Vergangenheit
wiederholt mit verbotenen Symbolen und Parolen aufgetreten und bedrohe Minderheiten.",
außerdem sei die NPD nur "die pseudolegale Vorfeldorganisation verschiedenster
rechtsextremer Gruppierungen" wie z.B. der "freien Nationalisten". Dies
alles spricht für einen neuerlichen Anlauf zum Verbot
der NPD . Der letzte Versuch ist aber auf merkwürdige Weise mißlungen,
obwohl Verfassungsschützer öffentlich behaupteten, es gäbe jede
Menge Material, das ein Verbot rechtfertige. Proteststurm
gegen Danielowski und die Entscheidung der Stadtverwaltung Ratsbeschluß
gegen NPD-Demo und Eklat durch Entscheidung der Stadtverwaltung Die
Bestrebungen, ein möglichst breites Protest-Bündnis zu schaffen, das
sich auf einen gemeinsamen Aufruf einigt
traf auf Schwierigkeiten beim Versuch auch CDU und AStA mit hineinzunehmen. Im
Aufruf heißt es "Eine sich immer weiter verschärfende Abschiebepraxis
ist Wasser auf die Mühlen der Nazis; sie knüpft nahtlos an deren ausländerfeindliche
Politikvorstellungen an." Aus Protest gegen diesen Satz stiegen die CDU und
der AStA aus den Gesprächen aus..Das Aussteigen der CDU ist insofern pikant,
als der Rat der Stadt Göttingen einen Beschluß gefasst hat, der ausdrücklich
den Auftrag an die Verwaltung enthielt, alles Mögliche zu tun, um den NPD-Aufmarsch
zu verhindern. Nachdem die CDU aus dem Protestbündnis ausgestiegen war gab
es nun einen Eklat als bekannt wurde, dass die Stadtverwaltung kein Verbotsantrag
stellt und eine Route der NPD durch die Innenstadt erlauben will. Gegen
die Erlaubnis für die NPD, durch die Stadt zu ziehen brandete ein Sturm der
Entrüstung auf: die A.L.I kritisierte in einer Pressemitteilung
am 22.9., daß der NPD nach Planung der Stadtverwaltung eine große
Route durch die Stadt erlaubt wird, der Gegendemonstration nur ein enger Bezirk
in der Innenstadt genehmigt werden soll. "Anstatt dem Ratsbeschluss zu folgen
und den zu erwartenden Protest von tausenden AntifaschistInnen zu unterstützen,
streut die Stadtverwaltung der NPD Rosen auf den Weg", so die >A.L.I.<.
Die Hofierung der NPD durch die Stadtverwaltung ist eine schallende Ohrfeige für
alle Menschen, die sich seit Wochen um einen breiten antifaschistischen Protest
gegen die Pläne der Neonazis bemühen Die Grünen erklären
am 22.9. "Die Kreismitgliederversammmlung fordert die Stadtverwaltung auf,
über die Möglichkeit eines Verbotes erneut nachzudenken und der NPD
keinesfalls die von ihr gewünschte Demonstrationsroute durch die Innenstadtbereiche
zu genehmigen." Ausserdem wird ein entsprechender Antrag für den Rechtsausschuss
am Dienstag den 27.9. vorbereitet. Die Linkspartei-Ratsfraktion zeigt
sich in einer Presseerklärung am 23.9. empört: "Die Stadtverwaltung
unter Führung des Oberbürgermeisters stellt sich damit offen gegen den
Rat der Stadt Göttingen, der ausdrücklich den Auftrag erteilt hat, alles
Mögliche zu tun, um den NPD-Aufmarsch zu verhindern. Statt einer Verbotsverfügung
gegen den NPD-Aufmarsch, bietet die Stadt offenbar der NPD große Teile der
Stadt als Aufmarschgebiet an. Den BürgerInnen soll danach nur ein kleines
Protestfeld zugewiesen werden" Die Naturfreunde weisen Oberbürgermeister
in einem Offenen Brief am 23.9. darauf hin, dass der NPD erlaubt wird, "am
ehemaligen Volksheim der Gewerkschaften und der SPD" vorbeizuziehen, "das
1933 von den Nazis enteignet wurde. Die Nazis passieren auch noch das Wohnhaus
von Arthur Levi, ehemaliger Oberbürgermeister, Ehrenbürger und Ehrenmitglied Naturfreunde
Göttingen. Wie er sind viele Göttinger NaturFreunde in der Zeit des Naziregimes
verfolgt und die Organisation verboten." Das Antikriegsbündnis
findet es in einer Erklärung am 23.9. ebenfalls besonders empörend,
dass der Protest gegen die NPD-Demo lediglich "innerhalb des Innenstadtwalls"
erlaubt sein soll und weist auf GG Artikel 139 [Fortgeltung der Entnazifizierungsvorschriften]
hin. Ausserdem suche "die Göttinger Polizei über die Presse nach
Denunzianten, die verpetzen sollen, wer wohl Parolen gegen die NPD auf Häuserwände
gesprüht haben könnte. Als vor Wochen die NPD-Anhänger ihrerseits
Göttinger Wände beschmierten, gab es solche Fahndungsversuche nicht.
"
Plakat gegen NPD-Demo |
Plakat des Bündnisses
gegen die NPD-Demo Text
auf dem Plakat: "Raus 29.10.2005 - Göttingen zeigt
Gesicht Gegen NPD und andere Nazis!" Frühstück
gegen Rechts 9 Uhr Bahnhof Demonstration 11 Uhr Platz der Synagoge (Obere
Masch / Untere Masch ) am DGB-Haus Kundgebung gegen 12 Uhr Platz der Synagoge" |
NPD-Demo
bietet falsche Lösungen einfacher Denkweise an Zusammen mit
"Anhängern der Nationalen Volksfront" und "regionalen freien Nationalisten"
will die NPD in Göttingen unter dem Motto „Sozialabbau, Rentenklau, Korruption
– Nicht mit uns!“ am 29.10.05 in Göttingen demonstrieren. Dabei versucht
die NPD den Protest gegen Sozialabbau mit Hassaktionen gegen Ausländer zu
verbinden und schreibt u.a. "Statt Arbeit für Deutsche zu schaffen, werden
Ausländer für Billiglöhne beschäftigt oder die Produktion ins billigere Ausland
verlagert." und "Kein Deutscher darf von Einsparungsmaßnahmen betroffen
sein, solange Ausländer finanzielle Leistungen vom Staat beziehen!" Dies
macht deutlich, wie nötig eine Argumentation gegen nationalistische Ökonomieansätze
und Standortpolitik ist. Aber wer kann die komplizierteren Zusammenhänge
gleichzeitig differenziert und allgemeinverständlich darstellen? Die einfachen,
undifferenzierten und falschen Lösungen der NPD sind auch einfach zu verbreiten.
Die verständliche (!) Umsetzung von differenzierten Argumentationen dagegen
ist daher eine wichtige Aufgabe.
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