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gegen Rechtsradikalismus
NPD-Verbot
Inzwischen wissen
wir, dass das Verbot an der schlampigen Vorbereitung des Prozesses gescheitert
ist. In diesem Zusammenhang wurden bereits ungeheuerliche Vermutungen
angestellt: Es wäre ein Unding, wenn dies deshalb zugelassen worden wäre,
weil man hoffte, dass dadurch die CDU Stimmen nach rechts verliert und
so der Machterhalt für die SPD möglich wird. Angesichts der Äußerungen
von Leuten auf einer Podiumsdiskussion 2001 die es wissen müssen ist jedenfalls
nicht einzusehen wieso der Verbotsantrag scheitern mußte.
Podiumsdiskussion über NPD-Verbot (2001)
31.Januar 2001
/ eine Podiumsdiskussion in einem Hörsaal der Uni Göttingen über "Rechtliche
Aspekte eines NPD-Verbotes", einen Tag nachdem der Verbotsantrag
der Bundesregierung mit 73 Aktenorndern ans Bundesverfassungsgericht ging.
Ein historisches Datum: 30 Januar, damals Machtergreifung der NSDAP.
Hesse vom Verfassungsschutz meinte, es läge
wahrlich genug Material vor, das ein Verbot rechtfertige. Nolte
warnte, man solle mit dem Parteienverbot vorsichtiger sein, weil es wahrscheinlich
nicht reichen würde und schließlich würde der EU-Gerichtshof für Menschenrechte
dann evtl. dagegen sein.Der Vorwurf der "Verharmlosung"
wäre natürlich ein "Totschlagargument" gegen ihn.
Am sinnigsten argumentierte Prof. Klein, der darauf hinwies, dass die
Rechtsprechung zu Art. 21, Absatz GG das Verhalten und die öffentliche
Präsentation einer Partei insgesamt einer Prüfung unterzöge und nicht
nur die evtl. rechtlich unangreifbaren Parteiprogramme und dass es deshalb
gute Chancen für ein Verbot gäbe. Aber, so warnte er, die NPD habe mit
dem ehemaligen Linken und heutigen Rechtsradikalen RA Horst Mahler einen
gewieften Strafverteidiger, mit dem die BVerfG-Präsidentin Limbach ihre
Mühe haben werde bei all den möglichen Verfahrenstricks. Und eine Hinauszögerung
könnte durch das absehbare Wegfallen eines Richters dazu führen, dass
ein Verbot nur dann zustande käme, wenn 6 von 7 übrigbleibenden RIchtern
für ein Verbot stimmten. Nebenbei bemerkte er, dass der ehemalige RAF-Anwalt
und als Terorist verurteilte Horst Mahler nach seinem Schwenk zu den Nazis
derjenige sei, der verstärkt den Antisemitismus in der NPD aufbaue.

Fotos oben: Von links
nach rechts: Prof. Dr. Hans Hugo Klein, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht,
Bernd Hilder (ehemaliger Lokal-Chefredakteur des Göttinger Tageblattes
und Moderator der Diskussion) , Prof. Dr. Georg Nolte Uni Göttingen, Hans
Rüdiger Hesse, Sprecher des Niedersächsischen Verfassungsschutzes
NPD
Bundesparteitag in Leinefelde
31.10.04/ Der Protest hielt sich in engen Grenzen: es gab angeblich nur
eine Demo von ca. 100 Personen (nach Stadtradio vom 1.11. waren es 200)
am 31.10. gegen den NPD-Parteitag während die NPD in der Sporthalle unter
dem Banner mit der Aufschrift "Arbeit-Familie-Vaterland" tagte.
NPD und DVU beschlossen eine "Partnerschaft". Thorsten Heise
wurde mit zwei Drittel Mehrheit in den Bundesvorstand der NPD gewählt.
Als kriminelle
Vereinigung unter dem Deckmantel des Parteiengesetzes bezeichnete
der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen
Landtag, Stefan Wenzel, das Treffen von NPD, DVU und alten Skinhead-Kadern
in Leinefelde. Offenbar seien im nichtöffentlichen Teil der Veranstaltung
Pläne und Konzepte zur Diffamierung, Einschüchterung und Bedrohung von
Minderheiten geschmiedet worden. Wenn hier Straftaten und
verfassungswidrige Aktionen gegen Minderheiten verabredet werden, muß
sich eine demokratisch verfasste Gesellschaft konsequent wehren.
(Presserklärung vom 31.10.04)
Eigentlich sollte
die Veranstaltung garnicht in Leinefelde zustandekommen. Die Stadt Leinefelde
und Bürgermeister von Leinefelde-Worbis, Gerd Reinhardt wollten eine gegebene
Zusage widerrufen aber das Thüringer Oberverwaltungsgericht entschied
letztinstanzlich für die NPD.
U.a. Thomas Wulff und Thorsten Heise, von denen sich die NPD eine Einbindung
der radikalen "Kameradschaften" in die Partei erhofft kandidierten
für den Vorstand. Es ist von 200 Delegierten und zusätzlichen 100 Gäste
die Rede gewesen.
"Antifa- und AntiRa-Gruppen" mobilisierten zu einer Demo am
31.10 in Leinefelde. Der Kreisverband der PDS Göttingen rief unter der
Überschrift "Neonazi Parteitag stören" in einer Pressemitteilung
dazu auf, sich lautstark an den Protesten gegen den NPD Parteitag zu beteiligen!"
. Die "LAG-Antirassismus/Thüringen" rief auf, "sich an
der Protestaktion zu beteiligen." und um 12 Uhr auf dem zentralen
Platz in Leinefelde zu versammeln. Die Orts-Mitgliederversammlung der
Grünen rief "dazu auf, sich an der Gegendemonstration gegen den NPD-Parteitag
in Leinefelde zu beteiligen"
SPD und PDS riefen zu betont "friedlichen Protesten" in Leinefelde
auf. Angelo Lucifero von ver.di rief zum Protest auf. Der Bürgermeister
von Leinefelde-Worbis, Gerd Reinhardt, rechnete mit zahlreichen Gegendemonstrationen
und warnte sogleich, mit "übereilten Aktivitäten" die Veranstaltung
aufzuwerten". Diese "Sorge" war unbegründet, es waren nur
wenige Gegendemonstranten gekommen.
Am Samstag ab 10 Uhr wollte die Eichsfelder Initiative gegen Rechtsextremismus"
am Eichsfelder Hof eine Mahnwache/Kundgebung veranstalten. Samstag ab
11 Uhr veranstaltete die Thüringische Landeszeitung im Saal des Eichsfelder
Hofes Foren mit verschiedenen ReferentInnen und DiskutantInnen. Besondere
Bedeutung im tief-katholischen Eichsfeld hatten Aufrufe von kirchlicher
Seite, dass am Sonntag um 12 Uhr zum Protest die Kirchenglocken länger
als sonst läuten sollten und dass die EinwohnerInnen die Fenster schwarz
verhängen und Kerzen ins Fenster zu stellen sollen.
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