goettinger stadtinfo StadtRadio
Stadtradio-Sondersendung
"RadioAktiv" zum Castortransport Booaah
das war eine Mammut-Sendung !- rekordverdächtig ! Die Sendezeit lief von
Samstag 5.11.10 14 bis Sonntag 7.11. , 11 Uhr und Sonntag , 19-20 Uhr.
Teilweise wurde auch das Radio Zusa/Wendland in diesem Rahmen vom Stadtradio übernommen und insbesondere mit den Nachrichten ausgestrahlt. Zwischendurch gab es Interviews mit Leuten, die irgendwo Informationen von der Transportstrecke hatten, Telefoninterviews mit PolitikerInnen, es gab auch Einlagen mit Emil, dem kleinen Sohn des Live-DJs im Studio "Ich war mit meinem Bobbycar da". 7.35 Uhr fuhr dann der Castor durch Göttingen und einige AktivistInnen, die die Nacht am Bahnhof und am Güterverkehrszentrum ausgeharrt hatten mußten zusehen, wie die 11 Wagen mit hochradioaktiven Substanzen zügig über die Göttinger Gleisstrecke fuhren. Die meisten AKW-GegnerInnen waren wohl mit den 6 Bussen ins Wendland gefahren. Kurz drauf kam das alte Lied der Band "Schneewitchen" ... "Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand, komm reiß auch du ein paar Steine aus dem Sand ... wirf die Ketten weg und wirf sie gegen die, die mit ihrer Macht, deine Kraft zerbrechen wollen ..."
Die Existenz des Stadtradios als nichtkommerzieller BürgerInnenfunk ist keine Selbstverständlichkeit! Erst aufgrund langwieriger politischer Anstrengungen von Basisinitiativen, die ein Radio von Unten bzw. BürgerInnenradios forderten kam es bundesweit zur Einrichtung von nichtkommerziellem Lokalfunk (Nachzulesen im Infodienst Computer & Medien z.B. Artikel 1993/3 , 1992/2 oder 1991/4) Das Stadtradio begreift sich als nichtkommerzieller Sender mit einem Zugang für BürgerInnenfunk in der Region Südniedersachsen, bestehend aus den Landkreisen Göttingen (261.000) Northeim (145.000), Osterode (81.000) und Holzminden (76.000) käme auf ca. 465.000 EinwohnerInnen. (Zahlen von 2007). Das nichtkommerzielle Stadtradio ist ein politisches Projekt zu mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Medium Hörfunk ohne kommerzielle Einflußnahme. Die öffentliche Finanzierung zur Sicherstellung der Unabhängigkeit war hart erkämpft worden gegen die CDU-Pläne zur Einführung ausschließlich privater lokaler Hörfunksender. Private Hörfunk- und Medienkonzernen umkreisen seitdem wie Haifische diese Projekte, um sie sturmreif zu kriegen und irgendwann zu schlucken. Mal wird versucht, sie zu blockieren, ein anderes mal wird versucht, sie zu vereinnahmen mit Kooperation und Sponsering. Deshalb muß die kritische Öffentlichkeit ein waches Auge auf die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Radio haben.
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Zur Geschichte des StadtRadio Göttingen
2003
Das
Stadtradio kämpft seit Beginn an mit knappen Finanzen. 2002/2003
versuchte CDU-Oberbürgermeister Danielowski das Radio zu kippen indem er gegen
einen Ratsbeschluss Einspruch erhob, der den kommunalen Zuschuss zum Bürgerfunkprojekt
sichern wollte. Das hätte bedeutet, dass auch die Gelder der Landesmedienanstalt
wegfallen und das Radio hätte dicht machen können. 2007
Der Vereinsvorstand hatte im Verlauf der Querelen den Geschäftsführer entlassen. Nach außen hin wollte man sich nicht erklären und betrieb eine Null-Informationspolitik. Auch Anfragen von goest wurden nicht beantwortet, weswegen wir ziemlich sauer waren und unter der Überschrift "Heimlicher Putsch oder was? Stadtradio beantwortet keine Fragen über die Krise im Haus" einen gewissen Erklärungsbedarf anmeldeten. Da angeblich ein "Mitarbeiter des Stadtradios" einen Bericht über Radiointernas an die lokale Monopolzeitung lanciert hatte, platzte schließlich der Kessel, der bereits gewaltig unter Druck stand. Da war plötzlich von einer möglichen Schließung durch die Landesmedienanstalt die Rede, was allerdings anschließend dementiert wurde. Fakt war, die Finanzierung und innere Organisation des Radios bedurfte dringend des Eingriffes einer ordnenden Hand. |
2007/2008 2.5.08 / Nach den turbulenten Entwicklungen 2007, die eine grundlegende neue personelle Gestaltung mit sich brachten hat der Stadtradio-Vorstand mit der Einstellung von Dr. Ulrich Kurzer als neuem Geschäftsführer u.E. eine glückliche Wahl getroffen.
Für goest hat Ulrich Kurzer u.a. im Jahr 2000 die Veröffentlichung eines Artikels genehmigt in dem er über den britischen Historiker Ian Kershaw beim damaligen Literaturherbst geschrieben hatte. Wir wünschen dem nicht-kommerziellen Stadtradio mit dem neuen Geschäftsführer viel Erfolg und gutes Gelingen ganz im Sinne einer nicht-kommerziellen Medienkultur für Göttingen. Pressemitteilung Stadtradio 2.5.08 / "Neuer Geschäftsführer beim StadtRadio Göttingen Der Vorstand des StadtRadio Göttingen hat sich nach eingehender Suche für einen neuen Geschäftsführer entschieden. Zum 1. Mai beginnt Dr. Ulrich Kurzer in dieser Funktion. Dr. Kurzer ist 49 Jahre alt, zuletzt freier Journalist mit Wohnsitz in Göttingen. Er hat Sozialwissenschaften in Göttingen studiert und wurde in Politologie promoviert. Nach einigen Jahren Lehrtätigkeit an der Universität arbeitet er nun seit knapp 10 Jahren als freier Journalist. Er arbeitete viel mit dem Deutschlandfunk zusammen und teils mit NDR und WDR. "Wir freuen uns sehr, einen so kompetenten Fachmann für unsere Geschäftsstelle gefunden zu haben", bestätigten einhellig die drei Vorstandsmitglieder Elke Lahmann, Siegfried Löprick und Horst Roth." |
2007 Neuer Vorstand im Trägerverein des Stadtradio Göttingen 11.12.07 / Am 10.12.07 wählte die Mitgliederversammlung des Vereins für Medienkultur Südniedersachsen e.V. einen neuen Vorstand: Elke Lahmann, Horst Roth und Siegfried Löprick. Elke Lahmann wird in der Mitteilung des Radios lediglich als Vertreterin der Bürgerstiftung vorgestellt. In der Tat wird sie meist im Zusammenhang mit der Göttinger Bürgerstiftung erwähnt. Darüber hinaus wäre aber zu erwähnen, dass Elke Lahmann anscheinend eng mit Rechtsanwalt, CDU (Ex-)Landtags- und Kreistagsabgeordnetem Dr. Noack (CDU) zusammenarbeitet der übrigens auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Bürgerstiftung ist. Sie verwaltet dessen Homepage als CDU-Mitglied. Die Geschäftsstelle der Bürgerstiftung befindet sich im gleichen Haus der Rechtsanwaltskanzlei von Noack in der Robert Kochstr. 2. Dies ist insofern plausibel, da sie auch als Kontaktperson für dessen Wahlkreisbüro genannt wird. Parteipolitisch ist Elke Lahmann auch Sprecherin des Göttinger Stadtverbandes der Frauen-Union. Siegfried Löprick wird als Vorsitzender der Jugendhilfe e.V. vorgestellt; er ist Pressesprecher der Justizvollzugsanstalt Rosdorf und tritt thematisch in Fragen der Gewaltprävention bei Tagungen in Erscheinung. Der Jugendhilfe e.V. ist Träger der Anlaufstelle Innenstadt "Blechtrommel" und der dort ansässigen Projekte TOUCH, Kontakt, und Socialine . Außerdem fungiert die Jugendhilfe bei verschiedenen Projekten wie z.B. dem Weststadtbüro als Projektträgker bzw. Kooperationspartner. Horst Roth, stellvertretender Geschäftsführer der ver.di Geschäftsstelle in Göttingen. Ihm begegnen wir beim Uni-Streik der Studierenden, beim Klinikumsstreik, bei Protestaktionen der KirchenmitarbeiterInnen bei den Demos von Verdi. Horst Roth ist für die Grünen öffentlich auftgetreten. Sitz seines Büros ist in den Räumen der Groner Torstr. 32 , 1. Stock. wo früher das Stadtradio seinen Sitz hatte. Eine der Hauptkampagnen von ver.di ist momentan auf die Durchsetzung eines Mindestlohnes gerichtet. |
| Die Unabhängigkeit und das "Radio von Unten" bewahren! Das Stadtradio sollte unabhängig von Parteien und Behörden bleiben
Kommentar (2007) Nachtrag 2010 : Rein juristisch ist die Mitgliedschaft nur ausgeschlossen für "Parteien" und abhängige "Organisationen" sowie "juristische Personen öffentlichen Rechts". Die Vorstandsmitglieder sind zwar eng eingebunden in solche Organisationen (="juristische Personen") aber nicht von diesem Mitgliedsverbot betroffen. Gleichwohl ist ausgerechnet die Konzentration dieser Personen im VORSTAND des Vereins eine Tatsache, die dem Ziel der Unabhängigkeit von Parteien und Behörden widerspricht. Auf die Kritik von goest wurde 2007 der Redaktion in einem Telefongespräch von berufender politischer Seite aus erklärt, es handele sich doch nur um eine kurze Übergangszeit in der der Vorstand in dieser Zusammensetzung bestehen solle. Nunmehr stellen wir fest, dass auch 2010 der selbst Vorstand existiert und fühlen uns von dieser dmaligen Aussage in die Irre geführt - vermutlich, um unsere Kritik verstummen zu lassen? Kommerzielle Medien, Kommerz und "nichtkommerzielles Stadtradio" 5.11.07
/ Das Göttinger Tageblatt gehört zur Verlagsgesellschaft Madsack. Ebenso
gehört das Mittwochs-Anzeigenblatt "Blick" mit 100 % zu Madsack. Das Sonntags-Anzeigenblatt
"Extra-Tip" wird von einer Madsacktochter verlegt. Neben dem Zeitungsgeschäft
versucht der Konzern auch in den Bereichen Hörfunk, Film / Fernsehen und
Internet seinen Einfluss auszubauen. Der Madsackkonzern mit Sitz in Hannover bzw.
deren Tochterfirma "Radio Madsack Niedersachsen GmbH & Co. KG" hat
Beteiligungen im Hörfunkbereich, die im folgenden aufgelistet werden, um
das Interesse von Madsack und Tageblatt an diesem Bereich zu kennzeichnen:
Chefredakteur Bernd Hilder (2000 bis Ende 2004 beim GT) griff das Konzept des "nichtkommerziellen Stadtradios" offen an. So schrieb Hilder im Tageblatt vom 8. Dez. 2001 z.B.: "Handstreichartig soll auf die Schnelle - ohne lange und lästige Ratsdebatten - dem Stadtradio ein guter Teil der eingesparten Summe zugeschanzt werden. (...).Auch wenn es das Landesmediengesetz leider so vorsieht: Es darf nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, Medienorgane zu finanzieren, weil dadurch gefährliche Abhängigkeiten entstehen können." Und zuguterletzt kommt die Katze aus dem Sack: "Soll das Stadtradio aber auf Dauer weiter senden, muss es sich private Sponsoren suchen." Bernd Hilder wollte das Radio in die Abhängigkeit von privaten Sponsoren überführen. Wenn Madsack dann als großer Sponsor aufgetreten wäre, hätte der Konzern ein Multi-Medien-Monopol in Göttingen gehabt. Der damalige OB Danielowski spielte sich mit Hilder die Bälle zu und versuchte gleichzeitig , die Gelder von der Stadt zu blockieren. Diese konfrontative Strategie mißlang damals. Ab 2004 wechselte
dann die Strategie seitens des GT und das Stadtradio ließ sich darauf ein.
Es kam plötzlich zur "Kooperationen" von Stadtradio und Göttinger Tageblatt.
Die Anfeindungen Hilders noch in Erinnerung habend lasen wir besorgt im Juni 2004
folgende Meldung des Stadtradios : "Jugend-Reporter im StadtRadio Göttingen
und Göttinger Tageblatt: Jugendliche werden zu Redakteuren - Das StadtRadio
Göttingen und das Göttinger Tageblatt informieren täglich über
spannende Dinge aus Stadt und Region. Und Ihr könnt mitmachen, denn das StadtRadio
Göttingen und das Göttinger Tageblatt bieten in den Sommerferien allen
interessierten Jugendlichen zwischen 16 und 18 eine eigene Redaktion an."
Danach gab es beim Göttinger Tageblatt offensichtlich wieder mal einen Strategiewechsel und man schaltete zurück auf aggressiveres Verhalten: Es ist von der "Einstellung des Stadtradios" die Rede und es wird so dargestellt, als sei es vor dem Kaputtgehen. Hier ist möglicherweise der Wunsch der Vater des GT-Gedankens. Aber anscheinend gibt es auch innerhalb des Stadtradios Leute, die über Verbindungen zum GT verfügen, welche sie auf eine für das Stadtradio schädliche Weise für Stimmungsmache gebrauchen. Während
das GT die Agressionsvariante wieder auspackt, nimmt auf der anderen Seite das
Flirten mit "Sponsoren" im Stadtradio zu. Der Übertragungswagen des werbefreien
Stadtradios ist voll bepflastert mit Werbeaufschriften. Der Internetauftritt unter
der domain www.stadtradio-goettingen.de
Im Programm der CDU zur letzten Landtagswahl war auf S. 103 unter "Medien" zu lesen : "Wir setzen uns für ein Pilotprojekt mit je einem kommerziellen lokalen Hörfunkprojekt und einem kommerziellen lokalen Fernsehprojekt in einem zusammenhängenden Kommunikations-, Kultur- und Wirtschaftsraum mit mindestens 300.000 Menschen ein. Um wirtschaftlich leistungsfähige Lokalsender zu installieren, wollen wir bei Beteiligungen keine Einschränkungen machen." Beteiligungen ohne Einschränkungen öffnen der Abhängigkeit von Unternehmen Tür und Tor. Das Stadtradio soll unabhängig von Firmen bleiben Konzeption des Stadtradios als Radio von Unten unterstützen! Zentrales Moment der ursprünglichen Konzeption ist ein von der Wirtschaft und Verbänden unabhänigiges, nichtkommerzielles Radio mit Medienzugang für "BürgerInnen" und unterrepräsentierte Gruppen und Themen medial zur Geltung zu verhelfen. Daraufhin müssen Infrastruktur und die Aufmerksamkeit aller AkteurInnen ausgerichtet sein. Daher ist auch grundsätzlich die Haltung zum Göttinger Tageblatt und Sponsoring kritisch zu überdenken. Die Spaltungstendenz zwischen besser ausgestatteten festangestellten Redakteuren einerseits und Freien JournalistInnen oder gar laienhaften, unzureichend geförderten BürgerInnenfunkerInnen andererseits ist eine potentielle interne Spannungsquelle. Für dieses Problem finden Stadtradioerfahrene Bezeichnungen wie "struktureller Geburtsfehler" aber auch noch wesentlich schärfere Beschreibungen . Dieses Strukturproblem kann aufgelöst werden, wenn ein Vorstand sich die eigentlichen Entstehungsründe von nichtkommerziellen Radios ins Bewußtsein holt. Wer diese Richtung nicht will, soll gleich zum Privatfunk gehen und dort bleiben aber nicht die mühsam aufgebauten nichtkommerziellen Radios kaputt machen. |