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Medien Streik in Göttinger Redaktionen |
Duderstadt - Medien verhindern Veröffentlichung von Kritik Ein Leserbrief des Vorsitzenden der Geschichtswerkstatt Duderstadt, Götz Hütt, an das Eichsfelder Tageblatt wurde nicht abgedruckt. Hier der Wortlaut:
Eine Pressemitteilung der Geschichtswerkstatt wurde ebenfalls der Öffentlichkeit vorenthalten. Ihr Inhalt:
"Die Verharmlosung von Konzentrationslagern im Stadtrat durch Lothar Koch, gebilligt durch das Schweigen einer großen Mehrheit, ist unvereinbar mit der heutigen Gedenkfeier der Stadt für die Opfer des Nationalsozialismus und muss inhaltlich zurückgenommen werden. Geschichtswerkstatt Duderstadt. Das Eichsfelder Tageblatt verweigerte jedoch die Annahme dieser Anzeige mit der Begründung, das Tageblatt sei überparteilich, die Anzeige aber "meinungsbildend". Die Frage, warum das Tageblatt meinungsbildende Anzeigen politischer Parteien durchaus veröffentliche, die unseres Vereins aber nicht, wurde mit Schweigen beantwortet." (>>Quelle) |
goest 7.1.12 Vorbemerkung / Zum 9.1.12 , 19 Uhr im Holbornschen Haus ist eine Veranstaltung angekündigt in deren Rahmen sich eine Podiumsdiskussion mit der Frage "Brauchen wir noch Alternativmedien?" beschäftigen soll. Veranstalter ist die Redaktion von "Monsters of Göttingen - Magazin für Pop- & Subkultur". Zum Podium wurden eingeladen: ein Redakteur der hiesigen Monopol-Tageszeitung "Göttinger Tageblatt", ehemalige Aktivisten der eingestellten "Göttinger Wochenzeitung" bzw. "Neuen Göttinger Wochenzeitung" . Zur Garnierung sollen Vertreter anderer Medien á la "Betroffenen-Sofa von Anne Will" kurz interviewt werden. Die Fragestellung "Brauchen wir noch Alternativmedien?" war uns schon etwas merkwürdig bzw. abwegig vorgekommen, die Einladung eines GT-Redakteurs als Experte für eine Diskussion über alternative Medien ebenso. Der Vorschlag, sich auf einem Betroffenensofa in dieser Umgebung interviewen zu lassen hat uns nicht gefallen. Stattdessen haben wir einfach mal ein paar Notizen dazu niedergeschrieben, was uns zum Thema Alternativemedien so spontan einfiel. "alternativ" drückt sich in Zielen und Organisationsformen aus / Alternative Projekte allgemein unterschieden sich zu Beginn vor allem durch andere Ziele von jenen, die als Wirtschaftsunternehmen am Markt sind. Nicht Geldverdienen stand im Vordergrund bei der Entstehung der ersten Projekte, sondern politische Ziele, Qualitätsorientierungen und Ideale. Im alternativen Lebensmittelhandel und der bäuerlichen Produktion war dies anfangs z.B. die Orientierung an gesunden Lebensmitteln statt der möglichst profitablen Produktion unter Inkaufnahme von geringen Verdiensten. In "Alternativbetrieben" drückte sich die Neuorientierung auch darin aus, dass neben der Wahl alternativer Produkte neue nicht-hierarchische Organisationsformen der Selbstverwaltung angestrebt wurden. Im Bereich Medien gab es verschiedenartige Alternativ-Ansätze : Einer dieser Ansätze Anfang der 70er Jahre wurde repräsentiert durch den "Informationsdienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten - ID Frankfurt - Zentrum für alternative Medien" , selbstverständlich völlig unabhäng und nicht-kommerziell - politisch radikal und kompromißlos kritisch, dafür aber ständiger polizeilicher Beobachtung und Repression ausgesetzt. Einen Überblick über die Alternativmedien gab der Ableger des ID Frankfurt in seinem regelmäßig erscheinenden Verzeichnis der alternativen Medien - in dem u.a. auch Göttingen Erwähnung findet: "Es ist unmöglich, daß dieses Vierfarben-Glamour-Werbewichsheftchen als Alternativzeitung bezeichnet wird." (Kommentar zum "Hiero Itzo", einem Göttinger Stadtmagazin in den 80er Jahren). Das Vorwort zum Verzeichnis 1997 ist übrigens eine lesenswerte Abhandlung über Alternativmedien. Stadtzeitungen, Medien "von Unten" Einen etwas anderen Ansatz verfolgten die Stadtzeitungen mit ihrem starken Bezug auf die jeweilige Stadt. Sie folgten als alternative Medienprojekte dem "Basis"-Ansatz". Dazu gehörte auch die "Göttinger Stadtzeitung", ein monatlich erscheinendes Heft, das im Keller des damaligen "Grünen Zentrums" Geiststr. 1, mit Schreibmaschine und Klebetechnik produziert wurde. Man orientierte sich an Stadtteilarbeit, Geschichtswerkstatt, Enthüllungsjournalismus und Antifaschismus sowie linken, gewerkschaftsoppositionellen Positionen. Wichtige Themen waren damals Hausbesetzungen, Kritik der monopolisierten Lokalpresse und Hofberichterstattung, Entlarvung von Mauscheleien, Anprangerung von Repression und Überwachung, Ergebnisse alternativer Geschichtsforschung . Wandlung und Anpassung Einige Alternative Medien, gingen mit der Zeit den Weg in die Kommerzialisierung. Ehemals "linke" und "linksalternative Zeitschriften" wurden kommerzialisiert Stadtzeitungsjournalisten verteilten sich wegen Reproduktionsnotwendigkeiten auf öffentlich-rechtliche Medien oder Kommerzsender. Auch aus dem Alternativprojekt im Lebensmittelbereich wurde der Großhandel für Bioprodukte, der sich immer mehr einem normalen kapitalistischen Betrieb annähert. Ehemalige Mitstreiter für ein freies Radio sah man plötzlich die Fronten wechseln. schmerzliches Beispiel war die Auflösung des Radio100 in Berlin. Der ehemalige Wortführer für freie Radios und damalige Geschäftsführer leitete eigenmächtig die Übernahme des Alternativsenders durch den französischen Kommerzsender "Energy Berlin" ein. "ich hätte ihn dafür treten mögen!" / G. Schäfer) Die Wandlungsfähigkeit einiger Alternativprotagonisten kann man auch gut an der Entwicklung des Frankfurter Pflasterstrand nachvollziehen, der sich von einem linksradikalen Alternativ-Medium erst zu einem Magazin mit Werbfuzzi-Gehabe entwickelt hat das dennoch weiterhin meinte, die Welt besser als andere zu verstehen und dann eingestellt wurde. Theorien
während der Entstehungszeit alternativer Medien In der Zeit als alternative
Medien in ihren Ideale schwelgten waren In der soziologischen, politischen Diskussion
und Literatur Begriffe en vogue wie "herrschaftsfreier Diskurs" (Habermas), "Gegenöffentlichkeit
/ proletarische Öffentlichkeit" (Negt/Kluge), Medien als Teil der "Kulturindustrie"
(Horkheimer/Adorno) und "Bewußtseinsindustrie" (Enzensberger Kursbuch Nr.
20 / 1970). Die Medien als notwendiges Korrektiv, als Kontrollinstanz in der Demokratie,
so die Überzeugung, können diese Funktion nur wahrnehmen, wenn sie aus
der Umklammerung von Kapital und politischer Macht befreit werden. Hier reihten
sich die Anti-Springer-Kampagnen, Enteignet-Springer-Kampagnen ein. (Nebenbei
gesagt :ist es insofern ein Treppenwitz der Geschichte, wenn heutzutage die Bildzeitung
im Zusammenhang mit der Wulff-Affaire auf der Seite der Pressefreiheit präsentiert
wird.) Von
Brechts Radiotheorie zum Internet und einige Fragen Zum Schmunzeln: |
Vorbemerkung
der goest-Redaktion: Im
Januar schreckten die Meldungen über eine Messerstecherei in der Innenstadt
die LeserInnen des Göttinger Tageblatt auf: >>
Messerstecherei
in der City - Dokumentation -
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Göttinger
Tageblatt , CDU und die Geschichte der Studentenbewegung Altes Rathaus Freitag, 11.4.08, 19.30 Uhr Podiumsdiskussion "Beeinflussung politischer, gesellschaftlicher und kultureller Entwicklung durch die „68er-Bewegung“ . Dr. Harald Noack (CDU) , Hermann Schierwater (SPD) , Jürgen Trittin (Bündnis 90 / Die Grünen), Bernd-Michael Weide (Rechtsanwalt) , Moderation Ilse Stein (Göttinger Tageblatt) Zur Kombination von CDU und Grünen siehe auch unsere Prognosen von 2005
Kommentar:
ausgerechnet eine Vertreterin des Göttinger Tageblatt, dessen Redaktion damals
gegen die Studentenbewegung gehetzt hat und ausgerechnet Dr. Noack von der CDU,
der die Zeit als RCDS-Mitglied erlebt hat wollen nun in einer Podiumsdiskussion
die Erinnerung an diese Zeit diskutieren und moderieren Nadine
Stockmann verweist in ihrem Buch "Klare Fronten Tageszeitungen in Göttingen
1919-1970", das im Juni 2008 erscheint darauf hin, dass das Göttinger Tageblatt
Rudi Dutschke und die Studentenbewegung im "Heißen Frühling von 1968"
als "Falschmünzer der Demokratie bezeichnet hat. Und nun moderiert am 40
Jahrestag des Attentats 11.4.1968
auf Rudi
Dutschke Dutschke eine Vertreterin des
Göttinger Tageblattes eine Veranstaltung zu "1968". "Am 4. Mai 1970 starben beim Kent-State-Massaker vier Studenten im Kugelhagel der Nationalgarde, die herbeigerufen worden war, um den vier Tage dauernden Protest gegen die US-amerikanische Invasion Kambodschas zu beenden." (Wikipedia) Zu diesem Ereignis suchen wir noch den damaligen Kommentar des GT, er soll in aufschlußreicher Weise einen Bezug zur Studentenbewegung vor Ort hergestellt haben. Am 8. Mai 1970 demonstrierten in Göttingen etwa 800 Studenten gegen die amerikanische Intervention in Kambodscha. Bisher haben wir aus dieser Zeit nur GT-Berichte über das "Attentat auf den Neger Martin Luther King" gefunden. |
Kritik an "Hofberichterstattung für die KWS" zum Thema Gentechnik 15.4.08 / Voher hatte die Presse die Besetzung vier Tage lang ignoriert und darüber geschwiegen, wer die Versuchsfläche, wie und aus welchem Grund besetzt hat. Erst nach der Veröffentlichung einer Presseerklärung der Firma KWS veröffentlichte die Presse ausschließlich deren Sichtweise. Danach hieß es in einer Erklärung der Ratsfraktion Die Grünen: "Der Vorsitzende der Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Rolf Becker, möchte die VertreterInnen der lokalen Medien auf einen ärgerlichen Fall von Verlautbarungsjournalismus hinweisen. Bitte lesen Sie die Pressemitteilung der KWS-Saat AG vom 12.4.2008 unter folgender Internetadresse http://www.kws.de/go/id/coki/ und vergleichen Sie..(...) " diese Pressemitteilung mit den Artikeln der Regionalpresse. Die Regionalpresse so Becker weiter "ist nicht die Pressestelle der KWS" sondern die Journalisten sollten "sich auch beim Thema Gentechnik ihren LeserInnen und dem Pressecodex verpflichtet fühlen". "Dies sei nicht der erste Fall von Hofberichterstattung KWS. Über ein wenig mehr Ausgewogenheit in der Berichterstattung über Gentechnik würden wir uns sehr freuen. Becker weist daher auf die Darstellung der FeldbefreierInnen der Initiative Gendreck-Weg! hin." Die inhaltlichen Positionen der Initiative würden von der Ratsfraktion der GRÜNEN weitgehend geteilt. |