Goettinger Stadtinfo
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Politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern

 

 

SchülerInnen gegen Castortransporte und Atomenergie

> Proteste gegen Castortransporte

Am Montag den 10.11.08, ab 9.30 Uhr demonstrierten SchülerInnen von KGS und IGS gegen die unheilvolle "friedliche Nutzung der Atomernergie" während zur gleichen Zeit Atommüllbehälter im Wendland verladen wurden.


SchülerInnen der KGS auf ihrem Weg durch die Weststadt.


Gymnasiasten dürfen nur zuschauen wie die KGS-SchülerInnen demonstrieren.

 

Auf dem Weg über die Godehardstraße kam die Demo zunächst am Otto-Hahn-Gymnasium vorbei. Die SchülerInnen stürmten in die Schule um die GymnasiastInnen abzuholen.

Der Namensgeber der Schule Otto-Hahn hatte immerhin mal gegen die Atombombe eine Erklärung unterschrieben. Irgendein Lehrer oder Schulleiter am Eingang erzählte etwas von "Es gibt eine Schulpflicht".

Die Erziehung der SchülerInnen zu kritikfähigen, engagierten Menschen flackerte nicht in dieser Argumentation auf.

dass die selbstverwaltete Schule durchaus in den Leitungsgremien den SchülerInnen das Recht auf Demonstration zugestehen kann, wenn sie den Anlaß für gerechtfertigt hält, das mochte der Herr nur widerwillig eingestehen.

Andere weniger verbissene Lehrkräfte verwiesen darauf, dass sie nicht vorher informiert worden wären, erst kurzfristig von der Demo erfahren hätten und sich jetzt nicht so unvorbereitet zu Entscheidungen kommen könnten.

Auch bei der BBS statteten die SchülerInnen einen Besuch ab.

 

 


Demohalt am Otto-Hahn-Gymnasium in der Godehardstrasse


Kundgebung am Marktplatz - Polizei und SchülerInnen

Die Anmeldung der Demonstration hatte Patrick Humke-Focks MdL (Partei DieLinke) übernommen. In einer anschließenden Pressemitteilung von Humke Focks hieß es u.a.:

Protestaktion in der Bahnhofshalle

"Nach Auflösung einer Abschlusskundgebung auf dem Bahnhofsplatz besetzten ca. 150 Jugendliche vorübergehend die Bahnhofshalle, um dort gegen die Rolle der Bahn bei den Castor-Transporten zu protestieren. Reisende wurden bei dieser Aktion nicht behindert; viele Passanten erklärten sich mit den Demonstranten solidarisch. Humke-Focks kritisierte die Rolle, die der Bahnhofsmanager während der Aktion spielte. Dieser habe sofort eine gewaltsame Räumung der Halle durch die Polizei gefordert, obwohl sich unter den Besetzern auch 12-jährige Kinder befanden. „Der Manager sollte froh sein, dass sich so viele Jugendliche politisch engagieren, statt sofort auf das Hausrecht zu pochen und nach der Staatsgewalt zu rufen“, kommentierte Humke-Focks. Die Jugendlichen verließen den Bahnhof schließlich freiwillig und zogen in einer Spontandemonstration zurück in die Innenstadt."

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2003: SchülerInnen gegen Krieg

Auf Initiative einer SchülerInnen-Gruppe am Göttinger Felix-Klein-Gymnasium  wurde das Thema eines drohenden Irak-Krieges in den beiden vergangenen Wochen in den SchülerInnen-Rat getragen. Es wurde deutlich, dass sich eine überwältigende Mehrheit der SchülerInnen-Vertreter in ihrer Ablehnung des angekündigten Militärschlags einig war.
Der Versuch im Namen des SchülerInnen-Rates bzw. der Schülerschaft eine gemeinsame Erklärung gegen den Irak-Krieg zu veröffentlichen, wurde jedoch von der Schulleitung mit Hinweis auf das NSchG und den Mangel eines "allgemeinpolitischen Mandats" unterbunden. (Hervorhebung, Redaktion goest)
Daraufhin sprach sich der SchülerInnen-Rat in seiner Sitzung am gestrigen Dienstag, dem 11.02.03, dafür aus, Jedem die Möglichkeit zu geben in Form einer Unterschriftenliste persönlich und privat - und damit ohne "Kollektiv-Zwang" - seine Unterstützung der von einer Aktionsgruppe erarbeiteten Erklärung zu bekräftigen. Bereits heute, einen Tag nach Austeilung der Unterschriftenlisten, haben knapp 500 Personen die Erklärung "Kein Krieg gegen den Irak", die sie im Anhang vorfinden, unterzeichnet. Zumindest morgen werden noch weitere Unterschriften gesammelt (es werden noch einige Hundert UnterzeichnerInnen erwartet), um sie anschließend einer geeigneten Stelle zu übergeben. Bis dahin können die Unterschriften bei mir eingesehen werden, Kontakt: i. A. der SchülerInnen- Initiative Felix Lösing / Kontakt: cybrian@gmx.at

 AUFRUF der SchülerInnen

Kein Krieg gegen den Irak
Am 27. Januar dieses Jahres legte der Leiter der UN-Waffeninspektoren, Hans Blix, dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen – seit neuestem unter dem Vorsitz der Bundesrepublik Deutschland – den Zwischenbericht des Inspektorenteams im Irak vor.
Nach wochenlanger Durchkämmung des irakischen Landes auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen konnten die Inspektoren jedoch außer einiger kleiner Ungereimtheiten nichts Neues auf den Tisch legen: keine Hinweise auf die gesuchten Waffen!
Auch der US-Außenminister Powell versäumte es in seiner Rede vor dem Sicherheitsrat am 5. Februar wirklich stichfeste Fakten zu veröffentlichen.
Trotz der also immer noch fehlenden Beweise dafür, dass der Irak gegen die aktuelle UN-Resolution 14 41 verstoßen hat, lassen die USA jedoch nicht von ihren offen zur Schau getragenen Kriegsvorbereitungen ab. Der Aufschub bis März, der den UN-Inspektoren gegeben wurde, ist kein Zeichen von Einsicht, sondern lediglich ein kleines Entgegenkommen, das den USA zudem nicht weh tut – es ist vermutlich gerade einmal die Zeit, die nötig ist, um kriegsbereit zu sein - nachdem der Truppenaufmarsch von Amerikanern und Briten am Golf ins Stocken geraten war.
Auch die Tatsache, dass sich nach und nach mehr amerikanische Bündnispartner gegen einen möglichen Krieg im Irak aussprechen, kann die Kriegsbefürworter in der US-Administration nicht umstimmen. Notfalls, so äußerte sich US-Außenminister Powell kürzlich erneut, werde man eben alleine gegen den Irak vorgehen – auch ohne UN-Mandat. Dass der Krieg kommen wird, scheint ausgemachte Sache im Weißen Haus.
Wir sind der Meinung, dass ein solcher Krieg schreckliche Folgen haben würde und deshalb verhindert werden muss!
Nicht nur, dass bisher nicht nachgewiesen werden konnte, dass Saddam Hussein immer noch Massenvernichtungswaffen besitzt, die USA geben deren Besitz sogar offen zu und schließen einen Einsatz auch von Atomwaffen in diesem Krieg ausdrücklich nicht aus. Die Opferzahlen unter der irakischen Zivilbevölkerung, auch beim Einsatz von ‚nur‘ konventionellen Waffen, wären extrem hoch – wie schon beim Zweiten Golfkrieg 1990 / 91 würden nach vorsichtigen Schätzungen der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hunderttausende IrakerInnen im ‚Bombenhagel‘ ums Leben kommen, beim Einsatz von Atomwaffen sogar bis zu zwei Millionen. Darüber hinaus würden zahllose Menschen zu Flüchtlingen gemacht werden.
Die Kettenreaktion eines solchen mit dem Völkerrecht nicht zu vereinbarenden Angriffskrieges würde Gewalt auch über die Grenzen des Iraks hinaustragen: Ein irakischer Raketenangriff auf Israel – wie auch im letzten Golfkrieg – wäre wahrscheinlich, was wiederum Vergeltungsmaßnahmen gegenüber den Palästinensern nach sich ziehen würde; die Verschärfung der Konflikte im Nahen Osten und in der gesamten arabischen Welt, das Erstarken radikal-islamischer und antiamerikanischer Strömungen weltweit würde den Hass auch nach Europa tragen.
Dass das System des Iraks demokratisiert werden muss, Saddam Hussein ein unmenschlicher Diktator ist und langfristig entmachtet werden muss, stellen wir nicht in Frage. Aber ein Krieg kann, selbst wenn Massenvernichtungswaffen gefunden werden, unserer Meinung nach nicht der richtige Weg sein um solche Ziele zu erreichen.
Zudem ist es doch äußerst fraglich, ob die USA diesen Krieg wirklich für ‚Demokratie und Menschenrechte‘ führen: So sehen die US-Pläne für ein Irak post Saddam eine mindestens 18-monatige Verwaltung eines amerikanischen Generals und zeitgleiche Ausbeutung der irakischen Ölquellen vor – der Verdacht, dass es um wirtschaftliche Interessen, also die Umsätze der US - Waffenindustrie und die Sicherung der letzten Öl - Reserven dieser Erde, und um die Ausweitung der US - amerikanischen Vormachtstellung in der arabischen Golfregion geht, drängt sich geradezu auf! Wir finden es wichtig, unsere Ablehnung dieses Krieges öffentlich auszudrücken.
Die Äußerungen von Gerhard Schröder und Jacques Chirac in der letzten Zeit, einem möglichen Krieg auch im UN-Sicherheitsrat nicht zuzustimmen, zeigen uns, dass der breite Widerstand der Bevölkerungen vieler Länder gegen einen Militärschlag von den Politikern nicht übergangen werden kann. Selbst der britische Premier Tony Blair, der immer noch treueste Gefolgsmann Bushs, gerät innenpolitisch zunehmend unter Druck.Doch gerade das am Donnerstag, dem 30.01.03, verfasste gemeinsame Papier GBs , Spaniens, Italiens und fünf anderer europäischer Staaten für einen baldigen Irak-Krieg verdeutlicht, dass die Gefahr eines bevorstehenden Militärschlags nicht geringer geworden ist.
Aus den genannten Gründen sprechen wir uns hiermit entschieden gegen einen erneuten Golfkrieg aus. Zum Schutze der irakischen Bevölkerung, Israels, Palästinas und vieler Millionen Menschen weltweit darf dieser Krieg nicht stattfinden! Wir fordern die Bundesregierung auf, sich weder direkt noch indirekt an einem Militärschlag zu beteiligen und erklären uns solidarisch mit der Friedensbewegung insbesondere in den USA und auf der ganzen Welt.
Wir hoffen auch weiterhin auf friedliche und kreative Proteste, wie am 15.02 in Berlin, damit dieser Krieg verhindert werden kann.
Frieden ist möglich! Krieg ist niemals menschlich!

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