goettinger stadtinfo Abschiebungen - Roma, Sinti, Ashkali > Leitseite
Bleiberecht
Kurz
: Worum es geht |
Keine Ermessensspielräume?? Dezernenten die Mitglied der Grünen sind leiten Bereich in denen sich die Abteilungen befinden. die über Abschiebungen entscheiden die Diskussion darüber wieso sich diese Dezernent und diese Dezernentin nicht gegen die Durchführung der Abschiebung verweigern ist auf einer gesonderten Seite zu finden. > Grüne Dezernenten und Abschiebung Der zuständige Abteilungsleiter der Ausländerbehörde Kuhlmann wurde bei einer Behördenbegleitung am 21.6.10 wegen der Abschiebepraxis kritisiert. Er ging darauf kaum ein und betonte lediglich immer wieder, dass ihm und der Stadt Göttingen die Hände gebunden seien und keinerlei Ermessensspielraum bestünde. Er gab an, die Ausländerbehörde in Göttingen erfülle lediglich bestehende Gesetze und sei nicht verantwortlich für die prekäre Situation der Flüchtlinge. Demgegenüber forderten die von Abschiebung betroffenen Personen und ihre Unterstützer_innen die Sachbearbeiter_innen der Göttinger Ausländerbehörde auf, ihren durchaus vorhandenen Ermessensspielraum zu nutzen." Widerspruchslose Erfüllung der Abschiebepolitik "Umsetzung von Gesetzen"
Bei
der Behördenbegleitung am 28.6.10 wurde der Sachbearbeiterin im Rathaus vorgehalten,
dass sie (die Behörde) die Abschiebung ja nicht durchführen müssten, entgegnete
die Sachbearbeiterin, dass Abschiebebescheide vorlägen und dass daher keine Ermessensspielräume
bestünden. "Dies bezweifelten die Unterstützer_innen, da es beispielsweise
durch juristische Eilanträge möglich war, für den 22. Juni 2010 geplante Abschiebungen
auszusetzen. Außerdem sei es auf einmal möglich gewesen, die Duldung einer werden
Familie für vier Monate zu verlängern, obwohl diese vor knapp einer Woche abgeschoben
werden sollte. Ihrer Ansicht nach streite die Behörde ihre durchaus vorhandenen
Ermessensspielräume bewusst ab und versuche damit gezielt, sich der Verantwortung
für ihr Handeln zu entziehen. Ebenfalls Unverständnis unter den Betroffenen und
Unterstützer_innen erntete die von ihnen als unverhältnismäßig empfundene Präsenz
der Polizei. Diese war mit insgesamt sechs Mannschaftswagen vor Ort. Trotz des
von den Unterstützer_innen betont friedlichen Charakters der Begleitung hielten
sich die Beamt_innen sowohl vor dem Eingang des Rathauses als auch auf dem Flur
direkt vor den Büros der Mitarbeiter_innen auf und überwachten alle Vorgänge.
Unklar blieb, ob die anwesenden Polizist_innen auf Wunsch der Ausländerbehörde
dort waren. Dies sei
nach Aussage einer Mitarbeiter_in bei der letzten Begleitung in diesem Monat der
Fall gewesen. (...)"
Zusammenfassende
Informationen zu Abschiebeversuchen und Protesten Juni 2010 Aus der Pressemitteilung des Göttinger Arbeitskreises zur Unterstützung von Asylsuchenden e.V vom 23. 6.10 - gekürzt und von der Redaktion mit Zwischenüberschriften versehen (Original-Presseerklärung in voller Länge unter >News ) Andere Quellen in Farbe Nächtlicher
Abschiebeversuch im Blümchenviertel verhindert
Abschiebung
verhindert durch Kirchenasyl für drei junge Menschen Abschiebestopp
für zwei Familien durch Antrag auf Asyl Sechs
Wochen Schonfrist nach Geburt - Abschiebung aufgeschoben
Proteste während
des Altstadtlaufes
Begleitung
beim Behördengang am 28. Juni 2010 Demo zum Rathaus, Proteste vor und im Rathaus, bei den Ratsfraktionen und politischen EntscheidungsträgerInnen Am 21.6.10
versammelten sich erneut Menschen am Rathaus um gegen die Abschiebungen von Menschen
aus Göttingen zu protestieren. Gegen die Behauptung, die Stadtverwaltung
habe keinen Handlungsspielraum stellten sich eine Menschenkette mit dem Spruch
"Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen" vor dem Eingang auf.
AK
Asyl berichtet über das Gespräch mit Kuhlmann 21.6.10:
Im Anschluss gingen alle Anwesenden zu den einzelnen Ratsfraktionen, um diese erneut aufzufordern, ihre gemeinsam verabschiedete "Resolution gegen Abschiebungen in die Republik Kosovo" vom September 2009 zu vertreten und ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Diese Aufforderung wurde bereits am 18. Juni diesen Jahres durch das Bündnis gegen Abschiebung und Rassismus in einem offenen Brief an die Mitglieder der Ratsfraktionen verschickt. SPD und Grüne
Bündnis gegen Abschiebung und Rassismus
Demo 15. Juni fordert Abschiebestopp ! 15.6.10 / Nach Schätzungen des AK Asyl beteiligten sich 250 Menschen an der Demonstration für Abschiebestopp am 15.6.10. (nach unserer Schätzung waren es eher etwas mehr - so ca. 300 ) befürchtenden Abschiebungen von mindestens fünf Familien aus Göttingen in den Kosovo. Auch zahlreiche der ganz akut von Abschiebung bedrohten Familien beteiligen sich mit ihren Kindern lautstark an dem Protest. (...) "Bereits am Vormittag hatte im Kontext der drohenden Abschiebungen mehrerer Familien eine Ämterbegleitung stattgefunden. Zahlreiche Unterstützer_innen begleiteten die Familien bei ihrem Gang in die Ausländerbehörde, um eine Verlängerung der Duldung zu erreichen. Sinn dieser Begleitung ist es, die Menschen nicht alleine der Willkür der Ausländerbehörde auszusetzen, sondern den Mitarbeiter_innen bei ihrer Arbeit genau auf die Finger zu schauen und bei Bedarf durch Protest an die Öffentlichkeit zu gehen. Trotz eines vereinbarten Termins mit der zuständigen Sachbearbeiterin, war diese nicht anzutreffen, und das, obwohl die Abschiebung bereits für den kommenden Dienstag geplant ist. Beabsichtigt war es, diverse Bescheinigungen, die eine Abschiebung evtl. verhindern könnten, einzureichen und ein dafür notwendiges, persönliches Gespräch zu führen. (Zit. Mitteilung AK Asyl)
Am
10.6. trafen sich Roma die eine Abschiebung befürchten und Menschen, die
sie gegen die unmenschliche Abschiebpraxis schützen wollen am Rathaus. Die
Roma wollten heute per Akteneinsicht bei der Ausländerbehörde im Neuen
Rathaus erfahren, ob sie auf der Abschiebeliste stehen oder nicht . "Anscheinend
wissen alle, wer und welche Familie abgeschoben werden soll - nur den Betroffenen
selbst enthält man diese Information vor" empörten sich einige
AktivistInnen.
Erklärung
des "Arbeitskreis Asyl Goettingen" |
2009 Aufruf und Unterstützungsmöglichkeit des Flüchtlingsrats 18.10.09
/ "Keine Abschiebung von Roma-Flüchtlingen – Bedingungsloser Schutz für Sinti
und Roma". Wir bitten
nochmals, den Aufruf zu verlinken und weiter zu verbreiten. Wer noch nicht unterschrieben
hat, den/die bitten wir, das nachzuholen. Die Postadressen werden selbstverständlich
nicht veröffentlicht, lediglich der Name und ggfs. die Organisation. Es besteht
aber auch die Möglichkeit, den Aufruf zu unterschreiben, ohne namentlich genannt
zu werden. In der Hoffnung, dass sich viele weitere Unterstützer/innen finden...
Kai Weber Flüchtlingsrat Niedersachsen Langer Garten 23 B 31137 Hildesheim Tel.
05121 - 15605 Fax 05121 - 31609 www.nds-fluerat.org" Demonstration
27.8.09 , 16 Uhr ab Neues Rathaus, (Text
goest / fotos Stefan Knoblauch) Für die Demonstration war sehr zahlreich
plakatiert und mit Flugblättern (Auszug siehe unten) geworben worden.
Dennoch wurde mehrfach nur von ca. 100 TeilnehmerInnen , seitens des Stadtradios
von 200 und von einer Beobachterin in der Innenstadt von ca. 500 gesprochen. Eine
in den Tagen vor Demobeginn verbreitetes Gerücht, es sei eine Rathausbesetzung
geplant, wurde bereits frühzeitig von den OrganisatorInnen u.a. gegenüber
Mitgliedern des Rates entschieden zurückgewiesen und dementiert. Das Verantwortungsbewußtsein
für die mitdemonstrierenden Roma zeigte sich auch, als während der Demo
in der Weender Strasse von einer Wohnung im oberen Stockwerk über Café
"Chron und Lanz" einige rechtslastige Typen die unten vorbeiziehenden
DemonstrationsteilnehmerInnen provozieren wollten. Aufgebrachte DemonstrationsteilnehmerInnen
ließen daraufhin Anzeichen erkennen , dass sie zu der Wohnung gelangen wollten,
wurden aber seitens der Demonstrationsleitung dazu aufgefordert, sich nicht provozieren
zu lassen, es seien schließlich Leute mit unsicherem Aufenthaltsstatus mit
in der Demonstration anwesend und es gehe darum die unmenschliche Abschiebpraxis
deutlich zu machen. Die rechtslastigen Pöbeleien aus der Wohnung über
"Chrom und Glanz" blieben daher unbeantwortet.
(Aus dem Demonstrationsaufruf) " In der ersten Juliwoche wurde der in Göttingen lebende Rama Semsedin bei einem Behördengang durch die Polizei in Abschiebehaft genommen und von seiner Familie getrennt. Er ist Vater von vier Kindern, die zwischen 12 und 15 Jahren alt sind. Die Familie Semsedin lebt seit 17 Jahren in Deutschland. Rama wurde mittlerweile aus Deutschland abgeschoben. Wir sagen NEIN zu dieser menschenverachtenden Praxis und fordern den sofortigen Stopp der Abschiebungen! Wir organisieren Widerstand und schauen nicht weg, wenn Politiker_innen den gesetzlichen Rahmen für Abschiebungen schaffen und Schreibtischtäter_innen Menschen ins Unglück schicken. Wir akzeptieren nicht, dass Herkunft und Ethnie darüber entscheiden, an welchem Bestimmungsort und unter welchen Bedingungen ein Mensch sein Leben führen darf. Wir sprechen uns gegen die Logik von Nationalstaaten und gegen ihre Grenzen aus! Für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit! Abschiebungen stoppen! Bleiberecht für alle Menschen! Unbefristet! Überall! Solidarität muss Praxis werden!"
Abschiebebehörde reißt Familie auseinander - Vater wird nach 17 Jahren abgeschoben! Eine
Abschiebewelle in Göttingen steht bevor: Seit April 2009 haben viele Göttinger
Roma-Familien Ausweisungen und Ausreisetermine zugestellt bekommen. Die
geplante massenhafte Abschiebung von Roma aus Deutschland in den Kosovo hat nun
also begonnen. Nach 17 Jahren
Aufenthalt in der BRD wurde der 40-jährige Rama S. am Donnerstag, 2. Juli abgeschoben,
dh. in den Kosovo ausgeflogen. Er wird damit von seiner Familie getrennt. Die
vier Kinder sind zwischen 12 und 15 Jahre alt und alle in Deutschland geboren.
Den Verantwortlichen fehlt das Gespür für den Zynismus, der in ihrem
Hinweis liegt, die Familie solle nicht getrennt werden sondern eigentlich solle
ja die ganze Familie abgeschoben werden.
Die 4 Kinder, die davon betroffen sind sind alle in Göttingen geboren.Dem
Demonstrationsaufruf Juli 2009 "Keine Abschiebung in den Kosovo! Bleiberecht
für alle!" folgten ca. 150 bis 200 Personen und trafen sich um 15 Uhr am
Gänseliesel. Anlass war die für diesen Tag angekündigte (und auch
durchgeführte) Abschiebung des Vater einer sechsköpfigen Göttinger Roma-Familie.
Vor dem Neuen Rathaus traten Sozial-Dezernentin Schlapeit-Beck und Herr Kullmann vom Ordungsamt vor die Tür. Man wollte aber nur mit einer Delegation von fünf Demonstrierenden im Rathaus sprechen. Dieser Vorschlag wurde von den DemonstrantInnen nicht angenommen, die Demonstranten wollten, dass alle Teilnehmer am Gespräch teilnehmen können. Dies wurde von Schlapeit-Beck und Kullmann abgelehnt.
Stellungnahme der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) : "Offenbar lassen sich die Behörden zu eiskalten Vollstreckern einer hartherzigen deutschen Flüchtlingspolitik machen.Auch die Kinder und ihre Mutter sollen abgeschoben werden. Sie halten sich versteckt.(...) Die vier Söhne der Familie R. fühlten sich als Deutsche, sprechen Deutsch als zweite Muttersprache und gehen in Göttingen zur Schule. Auch Lehrer und ihr Sportverein hatten sich bei der Ausländerbehörde vergeblich dafür eingesetzt, dass die Familie in Deutschland bleiben darf.
Stellungnahme Partei DieLinke Die Fraktion der Partei DieLinke im Niedersächsischen Landtag hat einen sofortigen Abschiebestopp gefordert. sofortigen Abschiebestopp von Roma in den Kosovo gefordert und der Landesregierung in diesem Zusammenhang Wortbruch vorgeworfen. Die Landesregierung habe noch im März erklärt, Niedersachsen werde auch weiterhin die von der Bundesregierung gegebene Zusage beachten und Angehörige der Volksgruppe Roma nur dann in die Republik Kosovo abschieben, wenn sie straffällig werden. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Pia Zimmermann forderte zum öffentlichen Protest gegen die geplante Ausweisung auf. Stellungnahme Grüne Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ursula Helmhold begrüßte die Göttinger Proteste gegen die Abschiebung von Semsi R. . Helmhold kritisierte, dass aufgrund der neuen Rückübernahmeabkommen mit diesen Ländern das Abschiebungsverfahren deutlich vereinfacht wurde. "Gerade den Roma im Kosovo nehmen Rassismus, Arbeitslosigkeit und die menschenunwürdigen Lager dort jede Perspektive. Wir appellieren an Innenminister Schünemann, diese Abschiebepolitik zu beenden." Siehe auch den vollständigen Wortlaut der Presseerklärungen |
Viele Göttinger Roma von Massenabschiebungen in den Kosovo bedroht März
2009 / Ab April 2009 sind massenhafte Abschiebungen von Kosovo-Flüchtlingen
zurück in den Kosovo zu erwarten. In Göttingen bedroht dies ca. 500
Personen. Um auf diese Situation aufmerksam zu machen veranstaltete das "Bündnis
gegen Krieg und Abschiebung" am Dienstag, 24. März, 17 Uhr am Gänseliesel
eine Kundgebung mit anschliessender Demonstration.
Aus dem Aufruf des Bündnisses gegen Krieg und Abschiebung: (...) "Seit der einseitigen Anerkennung der Republik Kosovo durch einige NATO-Staaten im vergangenen Jahr laufen die Vorbereitungen für neue Massenabschiebungen in den Kosovo. Im November 2008 hat die UNMIK - die UN-Verwaltung des Kosovo - die Zuständigkeit für Rückführungsfragen an die neue kosovarische Regierung abgegeben. Und diese ist zur Aufnahme der Flüchtlinge in Europa bereit. Zehntausenden Roma und Ashkali steht die Abschiebung bevor. Den Abgeschobenen drohen im Kosovo massive soziale Ausgrenzung und ethnische Verfolgung. Übergriffe durch Polizei und albanische Nationalisten, systematische Benachteiligung durch die Behörden, fehlende Gesundheits- und Sozialversorgung bestimmen ihr Leben. Mit dem Aktionstag wollen wir die Flüchtlinge in ihrem Widerstand unterstützen und ein Zeichen setzen gegen Krieg und gegen die rassistische (Flüchtlings-) Politik.
Veranstaltung
T-Keller: Kosovo - 10 Jahre nach dem Krieg Donnerstag,
26. Februar 2009 Theaterkeller 20 Uhr Die Transformation der jugoslawischen Gesellschaft im Medium des Krieges In der Entwicklung neuer NATO-Strategien nach dem Ende des Ost-West-Konflikts spielte der Kosovo-Krieg eine bedeutende Rolle. Er begann 1989 mit der Auflösung des ehemaligen Jugoslawien durch das Milosevic-Regime. Im Gefolge des NATO-Kriegs gegen Serbien 1999 wurde Kosovo durch internationale Truppen im Verein mit zivilen Organisationen besetzt, was bis heute andauert und von allen Seiten mit Protesten begleitet wird. Denn dieser erste NATO-Krieg mit führender Beteiligung Deutschlands verdeutlicht ein aggressives Konzept europäischer militärisch-ziviler "schöpferischer Zerstörung" ehemaliger Gesellschaftlichkeit. Der "Krieg um Kosovo" war für die Kriegseliten, insbesondere Deutschlands, ein Experimentierfeld für neue Techniken imperialer Politik zur Hervorbringung und Besetzung von "failed states". In den darauf folgenden kriegerischen Interventionen wurden und werden die Erfahrungen aus dem Kosovo weiter entwickelt. Hierzu gehören die Verhinderung unerwünschter Migrationsbewegungen genauso wie die Beseitigung unerwünschter Regime. Nach der Flucht hunderttausender Bosnien- und ebenso vieler Kosovo-Flüchtlinge nach Deutschland zu Beginn der Ethnisierungskriege des Milosevic-Regimes Anfang der 90er Jahre wurde hier die Festung Europa gegen Flüchtende ausgebaut. Nur noch ein paar tausend Flüchtlinge aus dem Kosovo fanden Ende der 90er Jahre in Deutschland Schutz vor der neuen Welle "ethnischer Säuberungen" durch das Milosevic-Regime und den NATO-Krieg. Der Anspruch auf Asyl wurde ihnen jedoch verwehrt. Sie wurden als Wirtschaftsflüchtlinge stigmatisiert und kriminalisiert. Nach mehr als zehn Jahren Aufenthalt in Deutschland leben sie und vor allem die sogenannten Minderheiten noch immer ohne sicheren Status, ohne sichere Existenzgrundlage und sind permanent von Abschiebung bedroht. Eva Weber, Mitarbeiterin der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration aus Berlin, war seit 1999 mehrere Male im Kosovo und setzt sich mit dem NATO-Krieg und der deutschen Politik gegenüber Flüchtlingen auseinander. Veranstaltung von AUT und Arbeitskreis Asyl im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Krieg ist ihr Frieden".
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Kosovohilfsaktion 1999 11.9.99 (Kosovohilfsaktion
durch Versteigerung von gespendeten Gegenständen (z.B. einer Gitarre von Rexy
Richter :-) , Orginalgemälden von Göttinger MalerInnen), Allgemeiner
Rettungsverband Südniedersachsen e.V., Humanitäre Organisation Fraufen für Frauen
- Hilfe für Menschen in Krisengebeten e.V. Die 9 jährige Dzana muß regelmäßig
in Göttingen medizinisch behandelt werden. Die Hilfsaktion war für sie.
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11.1.08 / Die GfbV führte 2008 eine Informationsveranstaltung, Vortrag und Filmvorführung zum Thema "Minderheiten im Kosovo: verfolgt, vertrieben, vergessen" durch. Was wird aus dem Kosovo? Ein unabhängiger Staat, so wie es sich 90 Prozent der Bevölkerung -- die Kosovo-Albaner -- wünschen, oder eine autonome Provinz, die zum serbischen Staat gehört? Monatelang wurde über diese Frage debattiert. Auch die Repräsentanten der serbischen Bevölkerungsgruppe des Kosovo haben an den Verhandlungen teilgenommen. Doch was aus den Angehörigen der anderen Minderheiten wird, wer ihre Rechte verteidigt und schützt, wurde nicht verhandelt. Nachdem mindestens schon drei Viertel der vor der Nato-Intervention 1999 noch rund 150.000 Roma, Aschkali und "Kosovo-Ägypter" von nationalistischen Albanern vertrieben wurden, fürchten jetzt die letzten Angehörige dieser Volksgruppe, das gleiche Schicksal zu erleiden. Viele von ihnen sitzen schon "auf gepackten Koffern". Wie verzweifelt die Lage der meisten Minderheitenangehörigen tatsächlich ist, wird der Leiter des Kosovo-Teams der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Paul Polansky, am 17. Januar berichten. Gezeigt wird auch sein preisgekrönter Dokumentar-Film "Gypsy Blood". Haus für Haus, Ort für Ort dokumentiert Polansky seit acht Jahren für die GfbV was den Roma, Aschkali und "Ägyptern" im Kosovo widerfährt. Schutzlos in wenigen Enklaven oder Flüchtlingslagern zusammengedrängt, erhalten sie kaum noch humanitäre Hilfe. Der Zugang zum Arbeitsmark, zum Gesundheits- und Sozialwesen sowie zum Bildungssystem bleibt ihnen verwehrt. |
Portrait einer Ashkali-Migrantin von A. Drejew / (Die unterschiedliche Schreibweise "Aschkali in diesem Bericht wurde beibehalten) Unter dem Titel: "Ich gehe meinen eigenen Weg" wurden zehn Portraits von Migrantinnen im Landkreis Leer veröffentlicht, die heute in Ostfriesland leben. Sie berichten warum sie nach Deutschland kamen und wie sie nun unter oft sehr schwierigen Bedingungen hier ihr Leben gestalten. Mit freundlichen Genehmigung der Verfasserinnen (vielen Dank!) geben wir hier die stark verkürzte Fassung des darin enthaltenen Portraits einer 70 jährigen Aschkali wieder. "Werden
wir in Deutschland bleiben können?" Das ist die einzige Frage, die F. B hat
nachdem sie selbst so viele beantwortete. Das ist ihre größte Sorge: Deutschland
verlassen zu müssen. Sie kennt kaum Deutsche, kann kein Deutsch sprechen, nur
ein wenig verstehen und ist in den fast elf Jahren, die sie in Deutschland lebt
noch nie in der Wohnung einer deutschen Familie gewesen. Ihr Paradies ist eine
kleine Zwei-Zimmer-Wohnung in Ostfriesland. Gegenüber ist Lidl, das Krankenhaus
und der Arzt sind nicht weit. Das reicht der schwerkranken 70-Jährigen. 1992 flüchtete
sie mit ihrem Enkelsohn Flamur vor dem Krieg im Kosovo. Der Sechsjährige wurde
in Deutschland eingeschult und lernte die Sprache. Er ist ihre Verbindung zur
Außenwelt. Davor hat die alte Frau im Kosovo viel Elend erlebt. F. B. ist Aschkali.
In Deutschland nennt man die Aschkali Sinti und Roma immer noch gern ,,Zigeuner"
und hat phantastische Vorstellungen von ihrem Leben. Das Leben der alten Frau
hatte nie etwas mit einem ,,lustigen Zigeunerleben" zu tun. Sie wurde 1933
in der Stadt Giakove geboren. Ihr Vater war Erntehelfer, erinnert sie sich. Dafür
bekam er von den Albanern etwas Geld und eine Unterkunft für die große Familie.
Sie spricht nicht von Armut. Aber wenn sie sich in ihrer heutigen Wohnung umsieht
dann fühlt sie sich reich: Im Wohnzimmer stehen ein Sofa, ein Sessel und ein Tisch,
an der Wand ein großer alter Wohnzimmerschrank. Ein Fernseher steht auf einer
Kommode unter dem einzigen Dachfenster und hinter Glas leuchtet der Druck einer
Koranseite in goldener Schrift. Familienfotos hat die alte Frau liebevoll in einem
Wechselrahmen arrangiert. Das sind die einzigen Erinnerungen, die sie 1992 außer
ein paar Kleidungsstücken mitgenommen hat. "Ich gehe meinen eigenen Weg" Hrsg. Landkreis Leer, Red. und Fotos Engeline Kramer (Ausländerbeauftragte Kreis Leer), 2003 |
Protest gegen Abschiebungen 2003 Am Samstag den 21.6.03 demonstrierten ab 12 Uhr ca. 200-250 Personen gegen die geplanten Abschiebungen von Roma aus Göttingen. In Stadt und Landkreis Göttingen sind mindestens 500 Roma betroffen.
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Demonstration für Bleiberecht von Roma und Ashkali 2003 Am Samstag, den 22.2.03 fand eine Demonstration für das Bleiberecht von Roma und Ashkali mit ca. 300-400 TeilnehmerInnen statt. Schon am Donnerstag den 20.2.03 waren ca. 100 Personen, meist Roma und Ashkali nach einer Kundgebung am Gänseliesel zum Neuen Rathaus und Kreishaus gezogen. geschickt. Die Antwort der Ausländerbehörden gegenüber en Demonstranten lautete jeweils: "Die Abschiebungen werden wie geplant stattfinden".
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