| UnterstützerInnen
begleiten Flüchtlingen zur "Ausländerbehörde". Treffpunkt ist l am 26.4.11 um 10:30 Uhr vor dem Neuen Rathaus. "Von mindestens einer Familie aus Göttingen ist bekannt, das sie zu einer sogenannten "freiwilligen Ausreise" aufgefordert wurden. Nach Willen der Ausländerbehörde soll sich die Familie um einen kosovarischen Pass kümmern und dann bis zum 30. April (Ablauf ihrer Duldung) der Ausländerbehörde mitteilen, ob sie "freiwillig" in den Kosovo zurückkehrt. In diesem Monat gab es aus der BRD zwei Sammelabschiebungen: eine am 5. April 2011 nach Serbien und eine am 12. April 2011 in den Kosovo. Für den Flug nach Serbien waren über 150 Passagiere angemeldet; für den Flug nach Kosovo waren über 110 Menschen gemeldet von denen 77 Roma und 4 Ashkali sein sollten. In dem Flieger nach Pristina befanden sich 43 der über 150 angemeldeten Passagiere - weniger als geplant, aber jede Abschiebung ist eine zuviel. Wieviel Menschen in dem Flugzeug nach Serbien saßen, ist unklar.Bekannt sind uns Frau Sevlije Begani was für eine alleinstehende Frau mit vier kleinen Kindern problematisch sein dürfte. Hinzu kommt die Sorge um ihren schwer kranken Mann, den sie nun nicht mehr im Krankenhaus besuchen kann.Begleitung - was ist das eigentlich? Regelmäßig begleiten Unterstützer_innen Flüchtlinge zur Ausländerbehörde, um sie bei der Verlängerung ihrer Duldungen zu unterstützen. Sie sollen nicht alleine der Willkür der Mitarbeiter_innen der Behörde ausgesetzt sein. Lasst uns solidarisch gegen Abschiebungen und rassistische Sondergesetze kämpfen !" |
Ausländerbehörde
Göttingen will Familie mit sechs kleinen Kindern abschieben 2.12.10
/ Pressemitteilung des Integrationsrates Kundgebung gegen Abschiebepraxis am Weihnachtsmarkt Menschen, die gegen die Abschiebung einer Familie mit 6 Kindern während der Winterszeit protestierten am 6.12.10, um 18 Uhr am Kornmarkt
Pressemitteilung des AK Asyl / Auszug : "Am Montag den 06. Dezember 2010 fand in der Göttinger Innenstadt eine spontane Kundgebung von etwa 150 Personen anlässlich der geplanten Massenabschiebungen am 7.12 in das Kosovo und am 9.12 nach Serbien statt. Anschließend fanden sich noch rund 100 Menschen zu einer Spontandemonstration zusammen und zogen lautstark über den Weihnachtsmarkt. Der Abschiebeflug am 7. Dezember soll vom Flughafen Düsseldorf aus, mit Zwischenlandung in Wien, nach Pristina gehen. "Organisiert wird das Abschiebe-Business vom Logistik-Multi DSV Air & Sea mit Hauptsitz in Dänemark. Das Flugzeug stellt Air Berlin, das Catering für die 130 Opfer und ihre mehr als 40 Bewacher stellt Gate Gourmet in Düsseldorf."1 Für diesen Flug war auch eine sieben-köpfige Familie aus Göttingen vorgesehen. Dies konnte vorerst durch das Stellen eines Asylantrages beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Braunschweig verhindert werden.(...) Das Bundesland Nordrhein-Westfalen setzte mit einem Erlass vom 2. Dezember viele der geplanten Abschiebungen bis zum 31. März 2011 aus, da das Innenministerium eine Verschärfung der wirtschaftlichen und sozialen Situation während der Wintermonate nicht ausschließen könne. Trotzdem beharren Niedersachsen, Brandenburg sowie Rheinland-Pfalz weiterhin auf deren Durchführung. (...)" Protest gegen Abschiebungen beim Besuch von Innenminister de Maizière
Die
Gruppe Redical M hatte zur Teilnahme an einer Demonstration gegen Thomas de Maizière
aufgerufen. Maizière sollte auf Einladung der Uni Göttingen in der Paulinerkirche
(Papendiek 14) zum Thema: „Religion im säkularen Staat“ referieren. | ||||
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Auseinanderreissen eines Paares in eheähnlicher Gemeinschaft mit Kind 23.10.10
/ Am Donnerstag, den 21. Oktober 2010, protestierten rund 55 Menschen vor dem
Neuen Rathaus gegen die als rassistisch bezeichneten Praktiken der Ausländerbehörde.
Anlass war folgender aktueller Fall: Einem binationalen Paar wird von Seiten der
Behörde vorgeworfen, eine "Scheinehe" anzustreben und dem Mann droht mittlerweile
die Abschiebung. Das Paar lebt seit 2008 in einer festen Lebensgemeinschaft. Die
Frau hat ein Kind, für das ihr jetziger Lebenspartner als Stiefvater eine wichtige
Bezugsperson sei. Aufgrund der Berufstätigkeit der Frau, übernehme er die Betreuung
des Kindes, bringe es zum Kindergarten und zu den Behandlungen, die das Kind aufgrund
einer neurologischen Erkrankung benötige. Das Ordnungsamt und die Ausländerbehörde
versuchen nun dennoch, den Lebenspartner abzuschieben mit dem handschriftlichen
Vermerk auf dem Abschiebebescheid "Eine Eheschließung ist nicht erfolgt und wird
absehbar in Kürze nicht erfolgen." Die Frau verwies darauf, dass Paare mit deutschen
Pass keine Beweise vorlegen müssten, um zu beweisen, dass sie in einer ehe-ähnlichen
Gemeinschaft leben würden, ihre Situation aber grundsätzlich angezweifelt
werde. weitere Infos des AK Asyl http://www.papiere-fuer-alle.org/node/599 |
Kirchenasyl
- Reormierte Gemeinde Göttingen Frankreich:
"Auflösung von Roma-Lagern" - Deutschland: "Abschiebungen
von Roma" Es
sind menschliche Tragödien, .. die Hilfe verlangen
Mit großer Mehrheit hat sich die Reformierte Gemeinde dazu bereit erklärt, zwei Jugendliche ins Kirchenasyl aufzunehmen, die von der Abschiebung bedroht sind und bereits seit 3 Monaten in anderen Kirchen Asyl gefunden hatten. Dabei bekommt die Gemeinde Unterstützung von der evangelischen Landeskirche. Friedrich Selter (Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen), verlas die Stellungnahme der Landeskirche in dem in aller Deutlichkeit ein Abschiebestopp für Roma gefordert wird. Das Kirchenasyl ist ein Ausdruck dafür, dass es ethische Grundsätze gibt, die die Kirche zu einem Widerspruch gegenüber staatlichem Handeln führen. Wenngleich das KIrchenasyl keine rechtliche Grundlage in heutigen Gesetzen hat, errichtet es aus der christlichen Tradition heraus eine Schranke, die seitens der Behörden nicht ohne Weiteres überschritten wird.. Die Aufnahme gerade in einer Reformierten Kirche, so Selter lasse auch an deren Gründer Calvin denken, der sich nach der Bartholomäusnacht in Frankreich für den Schutz der verfolgten Hugenotten eingesetzt habe, so wie es allgemein ein christliches Gebot sei, Verfolgten Schutz zu gewähren.
Christoph Rehbein (Pastor der Evangelisch-Reformierten Gemeinde) erinnert an die Verantwortung der Kirchen, die sie in der deutschen Geschichte nicht immer wahrgenommen haben. Daher sei man heute wachsamer und möchte es nicht wieder versäumen einzugreifen, wenn Unrecht geschehe.
Besondere
Verantwortung gegenüber Roma wegen der Verfolgung der Roma zur Nazizeit Sigmar Wahlbrecht vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat Hildesheim verwies auf die besondere Verantwortung, die der deutsche Staat gegenüber einer Volksgruppe habe, von der in der Nazizeit Hundertausende ermordet worden seien. Die Roma haben für diesen Massenmorde den Begriff >>"Porajmos" . Das den Roma zugefügte Unrecht wird ist zu wenig in der deutschen Öffentlichkeit bekannt, sonst könnten Politiker den Roma nicht ohne Scham in der Gegenwart erneut solch unmenschliches Leid aufbürden.
Inzwischen ist man auf der Suche nach weiteren Kirchen, die Kirchenasyl gewähren. Bedauerlich ist die Tatsache, dass andere religiöse Gemeinschaften, insbesondere die DITIB-Gemeinde der staatlich-türkischen Moslems Glaubensbrüder und -schwestern unter den Roma bislang nicht mit einer Stellungnahme unterstützen. | ||||||
Demonstration gegen Abschiebegefängnis in Büren Cafe Kabale fand am 17. September eine Mobisilierungsveranstaltung mit einem Referenten des Vereins "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V." zur bundesweiten Demonstration gegen den Abschiebeknast Büren statt. Eine gemeinsame Anfahrt wurde an diesem Abend geplant. "Die
Demonstration findet am Samstag, den 25. September ab 12 Uhr am Abschiebeknast
Büren - Stöckerbusch statt. Ab 14 Uhr wird dann eine Demonstration am Domplatz
in Paderborn stattfinden.Ort: Cafe Kabale Zeit: Freitag, 17. September 2010, 20
Uhr "
Jeden Dienstag findet um 19 Uhr ein Treffen von Unterstützer/innen im Autonomicum (Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben, unten im "Blauen Turm") statt.
AK Asyl,
Pressemitteilung: Die Protestierenden forderten in Sprechchören lautstark einen sofortigen Abschiebestopp und die Abschaffung einer Gesetzgebung, die sie als rassistische Sondergesetzgebung bezeichneten. (>...Zwischenfall) Am 02. Juli 2010 zeigte sich der auf Abschiebhäftlinge lastende Druck, als ein Flüchtling in der Abschiebehaftanstalt in Hannover - Langenhagen Suizid beging.(...) Bereits in Hamburg wussten sich zwei Menschen nicht anders vor der Abschiebung zu retten, als in der Haftanstalt Suizid zu begehen. (...). Am 22. Juni dieses Jahres flog ein gechartertes Flugzeug von Air Berlin von Schweden über Düsseldorf und Wien nach Pristina. An Bord sollten auch 22 Menschen aus Göttingen sitzen. Dieses konnte jedoch verhindert werden. Nur durch breiten Widerstand, Kirchenasyl sowie auf juristischer Ebene konnten die für den 22. Juni geplanten Abschiebungen aus Göttingen verhindert werden. Jedoch saßen trotz anderslauternder Aussagen hiesiger Medien auch Menschen aus Deutschland in dem Flugzeug. Es befanden sich, unter anderen Abgeschobenen, eine sechs-köpfige Roma-Familie, die seit 21 Jahren in NRW lebt. Der Arbeitskreis zur Unterstützung von Asylsuchenden e.V. verurteilt die menschenverachtenden Abschiebungen und die dazugehörigen Gesetze. Des Weiteren verurteilt er den Einsatz von Polizeigewalt, um die Proteste dagegen zu ersticken, zu diskreditieren und zu kriminalisieren. Er fordert einen sofortigen Abschiebestopp für die betroffenen Flüchtlinge ins Kosovo und überdies ein generelles, uneingeschränktes Bleiberecht. Gleichzeitig ruft er zu weiteren Protesten auf und fordert den Druck auf die politischen Entscheidungsträger_innen und Funktionsträger_innen in den Exekutivorganen zu erhöhen."
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Am 1.3.10 haben einige Menschen mit einer Aktion in den Parteibüros von SPD (Nikolaistraße) und Grünen (Lange Geismar Str.) gegen deren Rolle bei der Abschiebungspraxis protestiert. Die Aktion, über die als "Besetzung" berichtet wurde kann allenfalls als symbolische Besetzung oder "Go-In" bezeichnet werden. Dies hinderte z.B. die HNA nicht, eine Berichterstattung darüber sofort in einen Zusammenhang mit einem angeblichen Brandanschlag im Kreishaus zu bringen. | ||||
Dezernent/innen der Grünen könnten sich dem Erlass des Innenministers widersetzen
Verantwortlich
für den Bereich Abschiebungen in der Stadt Göttingen: Hecke (Grüne) Verantwortlich
für den Bereich Abschiebungen im Landkreis Göttingen: Wemheuer (Grüne) Ludwig
Hecke auf eine BürgerInnenanfrage im Rat: Grüne
Dezernent/innen weisen aus - Grüne Partei protestiert gegen CDU Innenminister EU-Menschenrechtskommissar
gegen Abschiebungen Weigerung KEINE Straftat 16.2.10 / Angeblich hat Landrat Schermann lt. AK Asyl gesagt, die Weigerung dem Erlass zur Abschiebung zu gehorchen stelle eine Straftat dar . Falls er dies wirklich gesagt hat, dann hat er etwas falsches gesagt. Es handelt sich keinesfalls um eine "Straftat"; eine solche Weigerung könnte für die Dezernenten lediglich dienstrechtliche, disziplinare Folgen haben. Das Innenministerium könnte nur zum Mittel der Ersatzvornahme nach § 131 Abs. 2 NGO greifen: "Kommt eine Gemeinde einer Anordnung der Kommunalaufsichtsbehörde nicht innerhalb der Frist nach, so kann die Kommunalaufsichtsbehörde die Anordnung anstelle und auf Kosten der Gemeinde selbst durchführen oder durch einen anderen durchführen lassen." >> Niedersächsische Gemeindeordnung . Es könnte also im Zweifelsfall Geld kosten, einer Gewissensentscheidung zu folgen und nicht zu gehorchen. Wenn auch die Verwaltungsspitzen also OB Meyer und Landrat Schermann sich schützend vor ihre Dezernenten stellen würden - dann blieben ihnen wahrscheinlich negative Folgen erspart. Kommentar
Landrat
Schermann hat nach Aussage des AK Asyl in einem Gespräch mit dessen VertreterInnen
erklärt, die Verlängerung der Duldung sei ein "Rechtsbruch", "er
sei vom Innenministerium angewiesen, die Duldungen der zur Abschiebung vorgemerkten
Personen nicht zu verlängern. Sich gegen diese Erlasslage zu widersetzen,
stelle eine "Straftat" dar." In diesem Sinne und angesichts des menschlichen Leids, insbesondere des Leids von Kindern mögen Ludwig Hecke und Christel Wemheuer überlegen, ob sie hier Pflichterfüllung oder Moral als oberste Maxime ihres Handelns walten lassen wollen. Sie können sich nicht bei jeder Tat im Amt hinter der Formulierung "mangelnder Ermessensspielraum" als Entschuldigung verstecken. Auch wenn man ihnen grundsätzlich guten Willen und die innere Ablehnung von Abschiebungen glauben mag, müssen sie dies nun auch in praktischem Entscheidungs-HANDELN zeigen. Die Dezernenten müssen zugunsten der Menschlichkeit den Konflikt mit dem Innenminister eingehen. Wenn sie dies tun, dann verdienen sie alle Unterstützung aus ihrer Partei und aus den Fraktionen bei der Formulierung eines moralischen begründeten Widersetzens. Die Partei der Grünen muß sie darin bestärken, wenn sie nicht die Glaubwürdigkeit in dieser Frage verlieren will. Wenn es dann zum Eklat und zu Reaktionen aus dem Innenministerium käme, wären auch Oberbürgermeister Meyer und Landrat Schermann gefordert, in einer moralischen Frage Stellung zu beziehen. Innenminister Schünemann begreift offensichtlich nicht, dass er in seiner Art "Sicherheitswahn" die Demokratie die er zu schützen vorgibt in ihrer inneren Substanz mehr gefährdet als vieles, was er mit seinen Maßnahmen zu bekämpfen vorgibt. Eine Abkehr von der gegenwärtigen Abschiebepraxis ist ohne Rücktritt von Schünemann kaum vorstellbar - deshalb wäre dieser Rücktritt wünschenswert, so schnell wie möglich. Grüne können sich nicht vorstellen, dass ihre grünen Dezernenten sich menschenfeindlichen Anweisungen widersetzen Die Grünen stellten sich nicht der Verantwortung, dass es Dezernenten von Grünen in Stadt- und Kreisverwaltung sind, die eine Durchführung der Abschiebungen verweigern könnten. In ihren Erklärungen wurden die grünen Dezernenten als "weisungsgebundene Akteure" bezeichnet. In einer Pressemitteilung der Grünen zur "Besetzung" heißt es zunächst unverkennbar ironisch „Wir freuen uns immer über Besuch von politisch Gleichgesinnten. Mit einer Besetzung als politischem Signal haben die Besetzer_innen aber leider das falsche Büro erwischt." und dann "Die Grünen schieben nicht ab! Auch die Kritik an der Göttinger Ausländerbehörde trifft die falschen, da in der Ausländerbehörde Göttingen weisungsgebundene Akteure arbeiten." Dazu schreiben die GegnerInnen der Abschiebungen in einer anonymen Mail: "GRÜNEN-Politiker_innen zeigen auch in Göttingen ihre zwei Gesichter. Wird einerseits immer wieder gerne betont wie inhuman sie Abschiebungen finden, beteiligen sie sich letztendlich dennoch aktiv daran; z.B. in Person des Verantwortlichen der Stadt, Ludwig Hecke, und des Landkreises Christel Wemheuer." Im SPD Büro ist man dem Vernehmen nach knapp an einem Polizeieinsatz vorbeigekommen. Die Kritik der AbschiebegegnerInnen an der SPD richtet sich gegen die Praxis (!) die von der rot-grünen Mehrheit damit entschuldigt wird, weil sie ja "weisungsgebunden" seien - Andererseits stimmt die SPD dann völlig im Widerspruch zur Praxis der Forderung nach einem Abschiebestopp zu. Konkrete Kritik richteten die AbschiebegegnerInnen in ihrer Erklärung u.a. gegen die Sozialdezernentin Schlapeit-Beck: Man habe sträflich die Lebens- und Wohnverhältnisse von Roma, Ashkali und Ägyptern in den städtischen Gebäuden vernachlässigt und dadurch Probleme im Wohnviertel erst hervorgerufen, die dann wiederum Druck in Richtung Abschiebung erzeugt hätten. Die CDU-Büros wurden von den AbschiebegegnerInnen bei den Aktionen ausgelassen, obwohl Landrat Schermann (CDU) und der Niedersächsische Innenminister Schünemann (CDU) bei den Abschiebungen eine wichtige Rolle spielen. Vielleicht sollten Grüne und SPD es als ein Kompliment ansehen, dass man bei ihnen wenigstens noch hoffte, dass sie vielleicht ein Einsehen haben könnten, während man bei CDU und FDP Hopfen und Malz verloren sieht. | ||||
AK Asyl u.a. : Pressekonferenz zu den Abschiebungen von Roma in den Kosovo 5.2.10 Vertreter/innen des Ak Asyl Göttingen e.V., Projekt Roma Center e.V., Bündnis gegen Abschiebung und Rassismus, Niedersächsischen Flüchtlingsrats e.V. und Pastor Lahmann, Migrationsbeauftragter der Ev. Luth. Landeskirche berichten über die aktuelle Situation von Roma in Göttingen und Niedersachsen, ihre schlechten Überlebensmöglichkeiten und die Verfolgung im Kosovo. Von Abschiebung Betroffene berichten über ihre Situation. Konkreter Anlass ist die bevorstehende Abschiebung des 25jährigen Sead Berisha in den Kosovo. Seine Duldung wurde am 29.01.2010 nicht mehr verlängert, die Abschiebung wurde eingeleitet. Der Rest seiner hier lebenden Familie ist ebenfalls von Abschiebung bedroht. Er, seine Eltern und Geschwister sind vor mehr als 10 Jahren aus dem Kosovo in die BRD geflohen: Eine Flucht, nicht nur vor den fürchterlichen Folgen eines Krieges, der mit deutscher Beteiligung geführt wurde, sondern auch vor antiziganistischen Übergriffen durch die Mehrheitsbevölkerung. Seine Geschichte, wie die von vielen, ist die Geschichte einer Odyssee durch den bundesdeutschen diskriminierenden Behördendschungel. Sie zeigt die Unmöglichkeit für die meisten, trotz permanenter Versuche, ein Bleiberecht zu bekommen. (Die Veranstaltung fand im DGB-Veranstaltungsraum 5. OG Weender Landstraße 6 statt)
29.1.10 Erneute Abschiebung durch die Ausländerbehörde am 31.1.
"Der Landkreis Göttingen hat am heutigen Freitag die Verlängerung der Duldung
des 25-jährigen Sead B. aus Duderstadt verweigert. Die Duldung der Person läuft
nun übermorgen am 31. Januar ab. Die Ausländerbehörde stellte ein Dokument aus,
wonach die Abschiebung in das Kosovo eingeleitet sei. Der Behördengang der betroffenen
Person wurde von 25 UnterstützerInnen begleitet. Die MitarbeiterInnen des AusländerInnenamts
behaupteten, es sei ihnen nicht möglich die Duldung zu verlängern. Die AbschiebegegnerInnen
sprachen daraufhin auch mit Landrat Schermann und forderten den Abbruch der eingeleiteten
Abschiebung sowie die Verlängerung der Duldung. Auch dieser wies jedwede Handlungsmöglichkeit
zu Gunsten der geduldeten Personen zurück und behauptete, den kommunalen Behörden
seien die Hände gebunden. Vielmehr sei eine Verlängerung der Duldung ein "Rechtsbruch",
er sei vom Innenministerium angewiesen, die Duldungen der zur Abschiebung vorgemerkten
Personen nicht zu verlängern. Sich gegen diese Erlasslage zu widersetzen, stelle
eine "Straftat" dar.
Sead B. ist seit 1999 in Deutschland. Während der gesamten Zeit lebte er im höchst unsicheren Rechtsstatus der Duldung und fiel somit unter die Regelung der sogenannten Residenzpflicht. Das bedeutet, Sead B. war es über den gesamten Zeitraum nicht gestattet, den Landkreis Göttingen ohne Erlaubnis zu verlassen. Darüberhinaus wurde Sead ein Umzug von Duderstadt nach Göttingen, wo er eine Arbeitsstelle im Klinikum hatte, verweigert. Die sogenannte Bleiberechtsregelung kam für ihn nicht in Betracht, da er drei Mal in zehn Jahren beim Verstoß gegen die Residenzpflicht aufgegriffen und daher als "Straftäter" verurteilt wurde. Zudem verlor er 2009 seine Arbeitsstelle, nachdem er - durch den Zwang bei der weiten Anfahrt zur Arbeitsstelle die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen - zwei mal verspätet erschienen war. Seither blieb die Bemühung um eine neue Arbeitsstelle trotz unzähliger Bewerbungen ohne Erfolg. ArbeitgeberInnen begründeten ihre Ablehnung mit der Tatsache, dass Sead B. jederzeit abgeschoben werden könne. Überdies sind die Möglichkeiten einer Beschäftigung aufgrund der örtlichen Begrenzung auf den Landkreis Göttingen stark eingeschränkt. Der Vater der Familie, Fadil B., hat bereits einen abgebrochenen Abschiebeversuch hinter sich: Am 9. Dezember letzten Jahres wurde er zusammen mit einer Tochter zum Frankfurter Flughafen gebracht. Damals konnte der Anwalt der Familie mit einem Eilantrag erreichen, dass die Abschiebung mit Rücksicht auf den Zusammenhalt der Familie zunächst ausgesetzt wurde, da die Mutter aus gesundheitlichen Gründen nicht "reise"-fähig war. Nach der Behördenbegleitung am heutigen Freitag verließen die UnterstützerInnen Seads das Landkreisgebäude, nachdem dieser aufgebrochen war, um seinen Rechtsanwalt aufzusuchen. Es formierte sich eine spontane Demonstration gegen Abschiebung und für ein bedingungsloses Bleiberecht für alle. Etwa 50 TeilnehmerInnen schlossen sich dem lautstarken Protestzug in die Innenstadt an. (...)"
26.1.10: UnterstützerInnen begleiten Familien zur Ausländerbehörde / Korrespondenz-Infos / Am Dienstag den 26.1.10 waren VertreterInnen von 7 Familien bei der Ausländerbehörde vorgeladen. 12 Menschen, die die Familien gegen die Abschiebung unterstützen haben die Leute bei ihrem Gang zur Behörde begleitet. Ansonsten fand der Vorgang unter Ausschluß der Öffentlichkeit und ohne PressevertreterInnen statt. Die Vorladung dauerte insgesamt ca. 1 Stunde. Währenddessen postierten sich vor dem Gebäude zunächst 2 Polizeiwagen später kamen dann noch zwei weitere hinzu. Den vorgeladenen Familienmitglieder wurde folgendes Schiksal verkündet: 3 Familien davon haben eine sogenannte "Duldung" bis Ende April, 3 Familien nur eine Duldung bis Ende Februar. Eine Person hat eine Verlängerung bis 14. März erhalten.
20.1.10: Abschiebung mit viel Polizei und gegen Protest 21.1.10
/ Der Arbeitskreis Asyl berichtet, dass am 20 Januar 2010, "Gani Rama um 11.30
Uhr von der Polizei verhaftet und nach einem Abschiebeverfahren vor dem Göttinger
Landgericht in den Abschiebeknast Hannover-Langenhagen verschleppt" worden sei.
Sowohl am Haupteingang (Godehardstr.) als auch am Hintereingang (Maschmühlenweg)
trafen daraufhin Menschen ein, die gegen die Abschiebung protestierten. Bereits
nach kurzer Zeit waren ca. 80 Menschen zusammengekommen. Polizei drängte
die Menschen vom Gerichtsgelände. "Mehrere Protestierende", so der AK Asyl
"erhielten Platzverweise und ihre Personalien wurden aufgenommen." Die Versammelten hielten im Freien bis ca. 16 Uhr durch. Die Gerichtsgebäude waren von Polizei inkl. mindestens 10 Zivilpolizisten im Außenbereich bewacht und abgesperrt worden. Man wartete vor den Polizeiabsperrungen und niemand wußte, ob G. Rama im Gebäude gefangen gehalten wurde oder bereits nach Hannover weggeschafft worden war. Schließlich zogen die AbschiebegegnerInnen in die Innenstadt, einer der Rufe lautete "Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord, Bleiberecht für alle jetzt sofort". In der Presseerklärung des AK Asyl werden die Abschiebungen als "menschenverachtende und tödliche Praxis" bezeichnet. Die AbschiebegegnerInnen werfen in einer Pressemitteilung vom 20.1.10 der Stad Göttingen vor, "Die Ausländerbehörde Göttingen will diese menschenverachtende Politik mit allen Mitteln durchsetzen" man werde sich aber weiterhin gegen "diese menschenverachtende und tödliche Praxis" wehren und erinnerte an die kürzlich erfolgte Besetzung der Ausländerbehörde. Wie später bekannt wurde, war G. Rama noch während der Protestversammlung im Gerichtsgebäude festgehalten worden. Nach dem Abzug der Protestierenden zu einer spontanen Demonstration in die Innenstadt, ca. 15 Minuten später, sei ein Polizeiwagen aus der Tiefgarage gekommen mit dem Gani Rama aus dem Gelände weggeschafft worden sei, was einige verbliebene Protestierende beobachtet hätten. siehe auch: http://www.papiere-fuer-alle.org/ak-asyl 11.1.10 / heute um 16 Uhr fand die Demonstration gegen die Abschiebewelle statt, die vom AK-Asyl veranstaltet wurde. (Die gleichzeitig stattfindende Montagskundgebung schloss sich der Demonstration und Kundgebung des AK-Ayl an). Auf dem auf der Demonstration verteilten Flyer hieß es: "Zur Zeit finden zahlreiche Abschiebungen in den Kosovo statt. Der nächste Sammelabschiebeflug soll am Dienstag, den 12. Januar 2010 von Karlsruhe nach Pristina gehen. Die Gefahr besteht, dass auch einige Familien aus Göttingen in diesem Flieger sitzen werden. Die Duldungen dieser Familien laufen in den kommenden Tagen aus. Die Ausländerbehörde der Stadt hat sie nur für etwa eine Woche bis zum 11. Januar verlängert. ..." Die Bilder mit den Zahlen zeigen Angehörige, deren Familienmitglieder oder Ehemänner bereits abgeschoben sind bzw. werden sollen und heute an der Spitze der Demonstration gingen und auf der Kundgebung in persönlichen Erklärungen ihre Situation schilderten.
AK
Asyl Pressemitteilung
Sabine Lösing, Europaabgeordnete der LINKEN aus Göttingen 11.1.10 Abschiebungen
menschenverachtend Abschiebungen
erneut Thema im Rat 8.3.10
/ Die Ratsfraktion "GöLinke" (ein WählerInnenverbund zur Kommunalwahl)
hatte einen Antrag gegen Abschiebungen zur Abstimmung in die Ratssitzung am 5.3.10
eingebracht. Nun war
die Frage, wie sich die Grüne Ratsfraktion zu dem Mitglied der Grünen
Ludwig Hecke als verantwortlichem Dezernent in der Verwaltung verhalten würden.
Mehmet Tugcu integrationspolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion und
Vorsitzender des Göttinger Integrationsrates unterstützte den Antrag
grundsätzlich: Darüber hinaus nahm Mehmet Tugcu zu dem Versuch vor allem der FDP Stellung, eine Verbindung zwischen der Beschädigung der Küche im Kreishaus durch eine Verpuffung und den Protesten gegen Abschiebungen herzustellen."Wir wissen alle, dass wir diese Diskussion vor dem Hintergrund einer ganz anderen Debatte führen bei der es um einen vermeintlichen Anschlag in der Teeküche der Ausländerbehörde im Kreishaus ging. So weit mir der Stand der Ermittlungen bekannt ist, würde jegliche Schuldzuweisung derzeit einer Vorverurteilung gleichkommen. Wir wissen bis heute nicht, was dort explodiert ist und ob diese Explosion mutwillig herbeigeführt wurde oder auf einen technischen Fehler zurückgeht. Wir wissen ebenso wenig ob es sich wirklich um einen Anschlag gehandelt hat und wer dafür gegebenenfalls verantwortlich ist." Thielbörger (FDP) hatte Tugcu mangelnde Distanz zum Kreishaus- Anschlag und zum linksradikalen Spektrum vorgeworfen. "Im Gegensatz zur Polizei weiß die FDP offenbar schon sehr genau, wer für den Anschlag im Kreishaus verantwortlich ist", wundert sich Tugcu. Thielbörger hatte in seiner PM Formulierungen gewählt, die nahelegen, der Täter stamme aus dem linksradikalen Spektrum. Tugcu fordert die Ratsfraktion der FDP auf, von Vorverurteilungen abzusehen, die Ermittlungen der Polizei zu überlassen und stattdessen über ihre FDP-Parteikollegen im Niedersächsischen Landtag auf Innenminister Schünemann Einfluss zu nehmen, um endlich ein Ende der Abschiebungen zu erreichen." 8.1.10,
AK Asyl, Pressemitteilung Am Freitag, 8. Januar 2010 wurde die Ausländerbehörde der Stadt Göttingen für etwa zwei Stunden von AbschiebegegnerInnen besetzt. Grund für die Besetzung war die Weigerung der Behörde die Duldungen zweier Familien aus Göttingen zu verlängern. Laut eines Mitarbeiters der Ausländerbehörde sind diese Familien zur Abschiebung vorgesehen. Einige der nun akut von Abschiebung in den Kosovo bedrohten Personen leben bereits länger als 10 Jahren in Göttingen, die Kinder sind hier aufgewachsen. Am Dienstag, 12. Januar soll es den nächsten Sammelabschiebeflug von Karlsruhe nach Pristina geben. Es steht zu befürchten, dass die Göttinger Behörden versuchen werden, die betreffenden Personen in diese Maschine zu stecken. Jedenfalls laufen ihre Duldungen nun am 11. Januar aus. Schon im letzten Jahr begannen die Behörden verstärkt mit der Abschiebung von hier lebenden Menschen in die Länder des ehemaligen Jugoslawien. Dabei läuft die Abschiebemaschinerie weiter, obwohl auch der Kommissar für Menschenrechte des Europarats im Dezember an Bundeskanzlerin Merkel appellierte, "erzwungene Rückführungen von Menschen [...] in den Kosovo auszusetzen". (...) Wir fordern alle auf, sich mit aller Kraft für den Verbleib der von Abschiebung bedrohten Personen in Göttingen einzusetzen und unsere Proteste zu unterstützen.
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