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goettinger stadtinfo Denkmalsfinanzierung
Nur nebenbei: Wer garantiert eigentlich, dass die Summen, die dort eingehen, nicht klammheimlich bei der Sanierung des städtischen Haushalts Verwendung finden? Immerhin sind Erfolgsmeldungen über die Höhe der eingegangen Spenden bisher Fehlanzeige. Woran liegt das? An der Ferienzeit? An der Ignoranz der Göttinger Bevölkerung, die allein am Gänseliesel interessiert ist und der das Schicksal aller anderen behauenen Steine, Brunnen und bronzenen Skulpturen schnuppe ist? Oder wollte nur ganz einfach niemand Kohle für die schwülstigen vaterländischen Gesellen des "Hainbund-Denkmals" oder den gemeinhin als "Elefantenklo" bekannten "Bismarckstein" abdrücken? Schön wäre das ja. Doch, alles bestimmt ganz falsch! "Die Verantwortlichen" wollen es nur spannend machen um zu von ihnen für passend gehaltener Zeit dem Oberbürgermeister ein Spickzettel zustecken zu können, damit dieser dann mit stolzgeschwellter Brust das Ergebnis der Sammelaktion medienwirksam verkünden kann. Kein Zweifel: Es werden sich schon ZeitgenossInnen in ausreichender Zahl finden, denen die solcherart vergegenständlichte Erinnerungskultur ein paar (tausend) Mark wert ist. Immerhin ist ja es tatsächlich jedem und jeder überlassen wofür das Geld hingegeben wird. Allerdings: Angesichts der derzeitigen politischen Klimas in diesem unserem Lande, in dem es nicht erst seit diesem Sommer rechtsextremistische Überfälle und Gewaltverbrechen gibt, wäre eine individuelle Beteiligung (sprich Spende) an der geplanten NS-Zwangsarbeiterentschädigung ein wichtiges und wichtigeres Zeichen. Ein kleines Zeichen - fraglos, doch damit nicht notwendig sinnlos oder unnütz, auch wenn es an der Mitverantwortlichkeit der restriktiven (Ausländer-) Politik in diesem Lande erst einmal nichts ändert. Die Industrie und daneben auch noch einige andere "Institutionen" und Privatleute haben an der Versklavung im "tausendjährigen Reich" gut verdient. Ihr Gefeilsche und die vielfältigen Hinhalte- und Verzögerungstaktiken in den "Entschädigungsverhandlungen" sind bei genauer Betrachtung auch nicht skandalös sondern Ausdruck eines ausgeprägten fehlenden Unrechtsbewußtseins ("man hat damals eben nicht anders gekonnt", "war daran gar nicht beteiligt" - oder ähnlich). Und: Der Schoß ist fruchtbar noch ... Viele der zur Arbeit gezwungenen sind schon verstorben, viele weitere werden sterben, bevor sie eine "Entschädigung" erhalten. Die Göttinger Denkmäler werden auch die letzten überdauern. Auf den ersten Blick haben die NS-Zwangsarbeiterentschädigung und die "Aktion Denkmal" nichts miteinander zu tun. Ihr Berührungspunkt liegt dort, wo die Frage gestellt wird, für was jeder und jede Geld ausgibt. "Unser Dorf soll schöner werden" oder...
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