Goettinger
Stadtinfo Kriegs-denk-male und Soldatentraditionen Kriegerdenkmal
der Universität am Auditorium >
Kritik an Bundeswehrwerbung in der Gesellschaft
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Kriegerdenkmal der Universität am Auditorium 23.2.09 / Rosa Farbe gegen das Denkmal der Universität von 1924 . Das Denkmal ist Ausdruck nationaler Heldenverehrung. Ausser mit rosa Farbe wurde ein Hinweis zum Protest gegen Militär in der Lokhalle aufgesprüht. Ein paar Tage später war die rosa Farbe auf dem Denkmal bereits wieder völlig entfernt.
Die Einweihung des Denkmals fand am 23. November 1924 (Totensonntag) statt. Dazu heisst es im Stadtarchiv : "Vor dem Auditoriumgebäude wird das Denkmal für die gefallenen Akademiker unserer Universität enthüllt. Nach der Weiherede des Rektors, Professor Dr. Binder, richtet Generalfeldmarschall Hindenburg folgende Worte an die auf 7000 geschätzten Versammelten: "Unsere Toten haben im festen Glauben an Deutschlands Größe ihr Leben dahingegeben. Ihr Blut darf nicht umsonst geflossen sein! Darum laßt uns, ein jeder an seiner Stelle, dahin wirken, daß der Geist von 1914, der Geist der Treue, der Vaterlandsliebe und der Aufopferung für das Allgemeinwohl, wieder Gemeingut des deutschen Volkes werde. Dann wird unser Deutschland mit Gottes Hilfe wieder zu Ehren kommen, und damit ehren wir am besten unsere gefallenen Brüder!" Mit den Worten "Der Ehrenbürger der Georgia Augusta seinen unvergeßlichen gefallenen Brüdern!" legte der Ehrenbürger der Stadt Göttingen einen großen Lorbeerkranz am Denkmal nieder. In der Chronik des Stadtarchiv findet sich dann auch noch der Hinweis, daß "die Studentenschaft am 12. November 1939 ihre alljährliche Langemarckfeier durch eine Weihestunde vor dem Gefallenen-Denkmal der Universität" beging. Im November 1914 war es zu einer Schlacht bei Langemarck in Flandern gekommen, bei der eine tendenziöse Berichterstattung zur Schaffung eines "Mythos vom kämpfenden Studenten und der Glorifizierung seines "Heldentods" beitrug.Der Langemarck-Mythos wurde von den Nationalsozialisten ab 1928 aufgegriffen und zwar einerseits in der Hitler-Jugend und andersereits im Nationalsozialistischen Studentenbund. Dabei betonte man den volksgemeinschaftlichen Charakter der Langemarck-Kämpfer, die nun als junge Arbeiter, Kaufleute, Bauern und Studenten dargestellt wurden. Quelle: wikipedia Auf den Seiten der Universität Wien wird über eine Denkmalsauseinandersetzung berichtet bei der der "Langemarck-Mythos" ebenfalls eine Rolle spielte und dort heisst es: "Langemarck" wurde so letztlich von den Nationalsozialisten nicht nur vereinnahmt und instrumentalisiert, sondern auch reichsweit normiert und umgeformt, bis hin zum "Langemarck-Studium", das Arbeiter, Handwerker und Bauern ohne Abitur binnen drei Semestern auf ein Universitätsstudium vorbereiten sollte, sofern sie den ideologischen Kriterien "rassischer Reinheit" und nationalsozialistischem Engagement entsprachen: "Im Langemarckstudium haben wir zum ersten Male den Gedanken einer nationalsozialistischen Auslese für die Hochschule konsequent durchgeführt." (Quelle Uni Wien) Kurzkommentar: "Bologna" ! |
"Ehrenmale" - Gedenkveranstaltungen Aus
dem Veranstaltungskalender der vergangenen Woche war zu entnehmen: Kritik am Volkstrauertagsgedenken vor Kriegerdenkmälern 2008 19.11.08 / Das Friedensbündnis teilte der Redaktion in einer Email mit, es sei ihnen eine Information zugespielt worden, die auf die Anbringung einer Sprühschrift auf des Weender Soldaten-Denkmal hingewiesen habe. Daraufhin wurde seitens des Friedensbündnis ein Foto vom jetzigen Zustand des Denkmals angefertigt, das wir zusammen mit einem Kommentar (gekürzt) des Friedensbündnisses veröffentlichen.
Göttingen,
19.11.2008 |
Kyffhäuser 8.3.07 / Der Nds. Ministerpräsidenten hat dem Bundespräsidenten die Verleihung des "Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" an Heinz Ganz aus Scheden vorgeschlagen. Ordenszeichen und Verleihungsurkunde werden am 9.3.07 um 9.30 Uhr in Raum 084 (Erdgeschoss) des Landkreisgebäudes Reinhäuser Landstraße von Landrat Schermann überreicht. Heinz Ganz (68) ist Repräsentant des Soldaten-Traditions-Vereins Kyffhäuser genauer gesagt Vizepräsident des Bundesvorstandes und Vorsitzender des Landesverbandes SüdHannover/Braunschweig. Einige Zitate aus den Leitsätzen: http://www.kyffhaeuserbundev.de/
Der Kyffhäuserbund ist übrigens anerkannt als Schießsportverband gem. § 15 WaffG . Also scharfe Waffen haben die auch noch! Der Name "Kyffhäuserbund" hängt mit dem Im Jahre 1896 errichteten Kyffhäuser-Denkmal in Nordthüringen zusammen. Es wurde an einem Ort errichtet, an dem früher der germanische Kriegsgott Wotan verehrt wurde. (Na Hallo! Gleichzeitig suchten wir vergeblich Hinweise auf die vom Landkreis geförderte (oder geduldete?) Studie über Zwangsarbeit im Landkreis. |
| Kolonialkriegs-Denkmal 19.4.07/ überarbeitet 20.4.06 / / Ein Denkmal, das dem am Völkermord beteiligten Regiment "Zur bleibenden Erinnerung in Dankbarkeit und Treue gewidmet" ist, wurde endlich wenigsten mit einer informativen Fußnote versehen An der Ecke Einmündung Friedländer Weg auf die Geismar Landstrasse befindet sich ein Steinsockel mit einer zerschmetterten Gedenktafel. Die Gedenkplatte wurde von KritikerInnen zerstört, weil sich die Stadt jahrelang nicht dazu durchringen konnte das Denkmal als Symbol eines grausamen Völkermordes umzuwidmen.
Am 18.4.07 nun wurde endlich eine vom Kulturauschschuss beschlossene kleine Informationstafel am Denkmal aufgestellt. Die zerstörte Schrifttafel auf dem Denkmal selbst wurde mit einer durchsichtigen Plexiglasplatte abgedeckt, so dass sowohl Schrifttafel als auch die Zerstörung sichtbar bleiben.
Vom Kulturausschuß beschlossener Text der Infotafel
1978 war sowohl der Adler als auch die Gedenkplatte von Unbekannten abmontiert und weggeschafft worden.(siehe Fußnote **). Die Stadt Göttingen ließ daraufhin die Gedenkplatte mit dem ursprünglichen Text erneuern und brachte sie wieder am Denkmal an. Auch der Antrag der damaligen GAL im Rat auf Errichtung eines Mahnmals anstelle des Denkmals fanden keine Mehrheit und so blieb das Denkmal unverändert bestehen. Am
11. Januar 2006 jährte sich zum 102. Mal der Kriegsbeginn gegen die Bevölkerung
in "Deutsch-Südwest", dem heutigen Namibia. Immer noch war keinerlei Veränderung
am Denkmal vorgenommen worden. Im Schreiben einer Gruppe, die sich "Antikoloniales
Bündnis" nannte hieß es dazu "Zur bleibenden Erinnerung in Dankbarkeit
und Treue" wird seitdem den Schutztruppen in der Garnisionsstadt Göttingen gedacht.
Alle Forderungen und Versuche, das schändliche "Ehrenmal" umzuzwidmen, wurden
bisher von der Stadt Göttingen zurückgewiesen." Nun schritt diese Gruppe
am zur Tat und stellte eine Informationstafel am Denkmal auf mit der sie das Denkmal
"umwidmen" wollte. Die Linkspartei-Fraktion erklärte am 15.1.,
sie unterstütze "die Initiative von Göttinger BürgerInnen zur Umwidmung
des so genannten „Südwest-Afrika-Denkmals“ an der Geismar Landstraße. (...) Aus
dem Ehrenmal für Kolonialsoldaten muss ein Mahnmal gegen Kolonialismus und Rassismus
werden. Das „Göttinger Antikolonialbündnis“ hat am vergangenen Wochenende ein
positives Zeichen in diesem Sinne gesetzt." Informationstafel des "Antikolonialen Bündnis"
Aber diese Tafel wurde von der Stadt auf Weisung des damaligen OB Danielowski (CDU) nach einigen Tagen wieder entfernt und darüberhinaus wurde noch Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt, denn die Entfernung habe Kosten verursacht. Seitens des Kulturausschusses wurde darauf hingewiesen, dass eine Informationstafel nur von diesem Ausschuss beschlossen werden könne und man müsse den Weg der Beantragung an die Stadt wählen. "Genau diesen Weg hatte Reinhold Wittig allerdings vor zwei Jahren mit seinem Schreiben an den Oberbürgermeister versucht - vergeblich." vermerkte die Göttinger Wochenzeitung Nr. 1 / Feb 06: "Namibia-Kenner Reinhold Wittig wiederholte gegenüber der Göttinger Wochenzeitung sein Angebot, das er Oberbürgermeisters Danielowski bereits vor zwei Jahren unterbreitet hatte. Die Guss- vorlagen für eine neue Bronzeplatte mit dem Gedenken an die Opfer würde er kostenfrei erstellen. Den Text sollten die zuständigen Gremien erarbeiten. »Letztlich geht es nur um 1.500 Euro für die Gusskosten«, sagte Wittig. Am Geld kann es also nicht scheitern, der Opfer der menschenverachtenden Kolonialpolitik zu gedenken." Dr. Reinhold Wittig wurde 2003 wegen seiner Verdienste für die Stadt mit der Ehrenmedaille Göttingens ausgezeichnet - in diesem Fall aber ignoriert. Ein
Jahr später , im Januar 2007 meldete sich eine "Initiative Anti-Kolonial"
zu Wort, die unter dem gefälschten Absender "Hartwig Fischer" mitteilte,
sie habe die Gedenkplatte zerstört (***). Auf
der zersplitterten Gedenkplatte lässt sich immer noch der Text lesen: "Fuer
Kaiser und Reich starben in Suedwest-Afrika 1904-1906 vom Infanterie-Reg. Nr.
82 .... Zur bleibenden Erinnerung gewidmet in Dankbarkeit und Treue von den Offizieren,
Unteroffizieren und Mannschaften des 2. Kurh. Infanterie-Regts Nr. 82"
- Aber die Mißbilligung hatte nun ebenfalls einen materiellen Ausdruck hinterlassen.
Nun also
am 19.4.07 hat die andauernde Kritik am Schweigen zu dem schändlichen Hintergrund
des Denkmals dazu geführt, dass eine kleine Infotafel mit kritischen Hinweisen
vor dem Denkmal aufgestellt wird. Gleichzeitig werden aber offensichtlich aus
strafrechtlichen Gründen die Personen gesucht, die vor einem Jahr die Schriftplatte
zerstört haben, denn nach der Einweihung stellte sich heraus, dass 2 Zivilpolizisten
die Veranstaltung mitbesucht hatten. Ein Augenzeuge beobachtete und berichtete
uns dann noch folgendes: Während die beiden sehr lässig gekleideten
Spitzel so herumstanden dachten sie, sie seien von jemandem fotografiert worden,
warteten ab, bis der Fotograf die Veranstaltung verlassen hatte, gingen ihm nach,
riefen ihn beim Namen und drohten ihm wegen seiner angeblichen Fotoaufnahmen.
' ____________________________ Der
Adlerkopf ging als Ausstellungsstück nach Afrika Hartwig
Fischer / Afrikaausschuss des Bundestages enthält sich | |||||||||
Aus der Nachbarschaft - Heiligenstadt Zeugnis für den Kriegswahn mit Gott und König ...
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Kommentar
zum Spendenaufruf zwecks Denkmalsfinanzierung im
Jahr 2000 Nur nebenbei: Wer garantiert eigentlich, daß die Summen, die dort eingehen, nicht klammheimlich bei der Sanierung des städtischen Haushalts Verwendung finden? Immerhin sind Erfolgsmeldungen über die Höhe der eingegangen Spenden bisher Fehlanzeige. Woran liegt das? An der Ferienzeit? An der Ignoranz der Göttinger Bevölkerung, die allein am Gänseliesel interessiert ist und der das Schicksal aller anderen behauenen Steine, Brunnen und bronzenen Skulpturen schnuppe ist? Oder wollte nur ganz einfach niemand Kohle für die schwülstigen vaterländischen Gesellen des "Hainbund-Denkmals" oder den gemeinhin als "Elefantenklo" bekannten "Bismarckstein" abdrücken? Schön wäre das ja. (Hervorhebung goest) (...) Allerdings: Angesichts der derzeitigen politischen Klimas in diesem unserem Lande, in dem es nicht erst seit diesem Sommer rechtsextremistische Überfälle und Gewaltverbrechen gibt, wäre eine individuelle Beteiligung (sprich Spende) an der geplanten NS-Zwangsarbeiterentschädigung ein wichtiges und wichtigeres Zeichen. (...) " |