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Klinikum Göttingen

Rücktritt des Hille-Personalrats
Chemieunfall im Klinikum
Arbeitsüberlastungen im Klinikum
Trickreiche Lohnkürzungen

> Gastronomie Outsourcing (2008) >Streik im Klinikum Januar 2005

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Uni-Klinikum Göttingen Hauptgebäude

 

 

Wirbel im Personalrat des Klinikums (bzw. Unimedizin Göttingen UMG)

>> Personalrat der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
>> (Zurückgetretene) Vorsitzende des Personalrats Heidemarie Hille
> Artikel im Göttinger Betriebsexpres zum Hille-Personalrat

Selbstherrliches Handeln der ehemaligen Personalratsvorsitzenden Hille gerügt
14.12.10 / Der 21 köpfige Personalrat der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) vertritt 6.560 Beschäftigte der UMG. Die ehemalige Vorsitzende des Personalrats Heidemarie Hille "regierte" den Personalrat mittels einer Koaliton ihrer Liste "Neue Alternative" mit der Liste KISS. In einem Rundschreiben der Verdi-Vertrauensleute vom Oktober 2010 hieß es, die ver.di-Liste habe "die Amtsführung von Frau Hille schon länger kritisiert, insbesondere das selbstherrliche Handeln der Vorsitzenden ohne entsprechende Personalratsbeschlüsse. Außerdem sind wir der Meinung, dass häufig unkritisch mit Vorhaben des Arbeitgebers umgegangen wurde."

Die PR-Vorsitzende kommt ihrer Abwahl durch einen Rücktritt zuvor
Die Amtsperiode des Personalrats und die "Regentschaft" von Hille hätte eigentlich 2008-2012 gedauert, nun aber ist die Koalition im September ist geplatzt und im Personalrat wurde ein Antrag auf ihre Abwahl gestellt. Hille hatte versucht, durch eine einstweilige Verfügung diesen Tagesordnungspunkt zu verhindern. Als sie vor Gericht mit diesem Versuch scheiterte kam sie ihrer zu erwartenden Abwahl zuvor und trat am 12.10.2010 zusammen mit zwei weiteren Personalratsmitgliedern sowie einigen Ersatzmitgliedern ihrer Liste zurück. Durch den Rücktritt auch der übrigen Mitglieder des PR wurde der Weg zu Neuwahlen frei. Durch die Rücktritte hat sich der Personalrat von 21 auf 18 Mitglieder reduziert. Die neu gewählte Personalratsvorsitzende ist Sabine Rudolph (K.I.S.S.). Stellvertreterinnen sind Dagmar Dankworth (ver.di) und Roswitha Maeker-Dörnte (Die Alternative - Unabhängige Liste). Bis zur ersten Sitzung des neu gewählten Personalrats - spätestens bis zum 19. Januar 2011, bleibt der alte Personalrat geschäftsführend im Amt. Für die Übergangszeit stellt jede der verbliebenen drei Listen eine Vorsitzende bzw. eine stellvertretende Vorsitzende.

Neuer Übergangs-Personalrat legt die Karten auf den Tisch
In einer Veröffentlichung dieses neuen Übergangs-Personalrates vom 14.12.10 wird noch indirekt die Amtsführung der ehemaligen PR-Vorsitzenden Hille markant kritisiert: "Die Vorsitzende des Personalrats führt die laufenden Geschäfte und vertritt den Personalrat nach außen im Rahmen der vom Gremium gefassten Beschlüsse. Die Vorsitzende ist dem Gremium verpflichtet - nicht umgekehrt! Entscheidungen werden mit Mehrheit getroffen. Die Vorsitzende ist also nicht Chefin, sondern ein normales Personalratsmitglied mit einer besonderen Funktion."

Kopfzeilen des Sonderblattes das der Personalrat des UMG verteilt hat

Innenrevision und der Korruptionsbeauftragte ermitteln gegen ehemalige PR-Vorsitzende
Im Nachhinein wird nun die Geheimniskrämerei rund um den Rücktritt aufgeklärt. Damit kommt auch noch ein Problem auf die zurückgetreten Personalratsvorsitzende Hille zu: In der Veröffentlichung des neuen Personalrates heißt es jetzt:
Frau Hille habe als Personalratsvorsitzende zu einer Abschiedsfeier für ein ausgeschiedenes Personalratsmitglied eingeladen. Für diese Abschiedsfeier habe es keinen Beschluss des Personalrats gegeben. Eingeladen worden sei zwar der Vorstand des Klinkums, aber nicht alle Personalratsmitglieder. Für die Durchführung der Feier habe Frau Hille aber das Sekretariat des PR beansprucht und auch die Kosten für die Feier wären dem Personalrat in Rechnung gestellt worden. Weiter heisst es in der PR-Veröffentlichung wörtlich: "Als Frau Hille mit diesen Vorwürfen konfrontiert wurde, behauptete sie, dass es sich bei der Veranstaltung um eine private Feier gehandelt hätte und sie diese Kosten schon bezahlt hätte. Das ist die Unwahrheit, denn erst nach den Vorwürfen ließ sie die Rechnung umbuchen, die dann privat bezahlt wurde. (...) Zurzeit ermitteln im Auftrag der Dienststelle die Innenrevision und der Korruptionsbeauftragte gegen die Geschäftsführung der ehemaligen Vorsitzenden."

 

Chemieunfall im Klinikum

26.8.09 / Klinikum verschweigt erst und spielt jetzt herunter Während bei einem ähnlichen Unfall mit Formaldehyd in Essen die Zeitungen dazu voll waren herrscht in Göttingen Schweigen nach den Chemieunfall im Klinikum und der Pressesprecher spielt die Angelegenheit herunter.

externe Infos und Stellungnahmen
>> Video über den Unfall in Essen
>> Bericht des Stadtradios 26.8.09
> 14 Feuerwehrkräfte im Einsatz - kein Anlaß zur Information? 26.8.09 (PM Gerd Nier)

Maßnahmen wurden erst ergriffen als Atemwegsreizungen gemeldet wurden
18.8.09 / Am 18.8.09 erfuhren wird, dass es am 17.8.09 im Klinikum zu einem gravierenden Chemieunfall gekommen war. Eine Reinigungskraft verschüttete größere Mengen Formaldehyd in einem Labor. In Unkenntnis der Giftigkeit des Stoffes und insbesondere der Dämpfe versuchte die Reinigungskraft das Formaldehyd aufzunehmen und aufzuwischen. Dabei verdunstete das Formaldehyd und Flüssigkeit wurde ins Gebäude verschleppt.
Als PatientInnen in der Klinik über Atemwegsreizungen berichteten wurde die Ursache ermittelt - die Reinigungskraft hatte inzwischen nach Arbeitsschluss das Klinikum verlassen. Einsatzkräfte haben dann in Vollschutzanzügen das Labor aufwändig vom Formaldehy gereinigt. Fachleute zeigten sich verwundert darüber wie ein solcher Vorgang passieren konnte, ohne dass rechtzeitig Alarm geschlagen wurde. Vielmehr mußten erst PatientInnen über Atemwegsreizungen klagen bis etwas unternommen wurde. Offensichtlich werden Reinigungskräfte im Klinikum nicht ausreichend über die Gefahren an ihren Arbeitsorten informiert.

Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten
Auf dem EG-Sicherheitsdatenblatt für Formaldehyd-Normallösung wird Formaldehyd als "leichtentzündlich, giftig beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut." beschrieben, es verursache Verätzungen und bedeute eine ernste Gefahr eines irreversiblen Schadens durch Einatmen, Berührung mit der Haut und durch Verschlucken." Daher solle Berührung mit den Augen und der Haut vermieden und keinesfalls Dämpfe oder Sprühnebel eingeatmet werden. Außerdem seien noch Explosionsgefahren zu beachten, die bei bestimmten Konzentrationen in der Luft entstehen.
So schnell wie möglich soll bei Kontakt mit Formaldehyd an die frische Luft gegangen und sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Die mit Formaldehy kontaminierte Kleidung und Schuhe sollen sofort ausgezogen werden. Bei Hautkontakt soll mindestens 15 Minuten lang mit viel Wasser gründlich abgespült werden.
Bei der Lagerung von Formaldehyd sollen die Behälter dicht verschlossen an einem kühlen, gut belüfteten Ort aufbewahrt und unter Verschluss oder nur für Sachkundige oder deren Beauftragte zugänglich aufbewahrt werden. Offensichtlich ist diese Bestimmung nicht eingehalten worden, sonst hätte die Reinigungskraft nicht in derart gefährlicher Weise mit dem verschütteten Formaldehyd hantiert.

Anscheinend wird versucht, diesen Vorfall "unter den Teppich zu kehren"
Über diesen Vorfall wurde weder in den lokalen Medien berichtet, noch gab die Pressestelle der Uniklinik darüber eine Erklärung ab ( wir haben gar nicht erst versucht dort nachzufragen - da wir beim Thema Grippe auch keine Antwort auf unsere Anfrage bekamen). dass die Öffentlichkeit nicht über diesen Vorfall informiert wurde ist jedoch kein Ersatz für ernsthafte Konsequenzen in Maßnahmen zur Sicherheit. Die Klininiksleitung wird aufgrund dieses Vorfalles ihr Sicherheitsmanagement überprüfen müssen.

 

Diskussion

Reinigungskraft und PatientInnen gesundheitlich gefährdet, beeinträchtigt, geschädigt?
Redaktioneller Nachtrag 20.8.
Wir fragen uns, ob die Klinik die Reinigungskraft ärztlich versorgt und beraten hat, weil sie wahrscheinlich eine Schädigung erfahren hat. Ggf. muß auch die Berufsgenossenschaft für evtl. Erkrankungen als Folge im Sinne eines Berufsunfalls aufkommen.
Bei Unfällen dieser Art, die Sicherheitsmängel deutlich machen ist die Gewerbeaufsicht gefragt, diese zu überprüfen. Die Sicherheitsbestimmungen wurden offensichtlich nicht eingehalten, denn das Personal mit Zugang zu dem Formaldehyd war nicht instruiert.
Schließlich wäre auch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen die Klinik wegen fahrlässiger Gefährdung der PatientInnen denkbar.

Kliniksleitung verordnete den MitarbeiterInnen Schweigen üner den Vorfall angeblich
Am 20.8.09 erreichte uns eine Mitteilung, es sei von der Kliniksleitung offiziell Schweigen über den Vorfall verordnet worden. Im Falle eines Verstosses wurde auf Dienstpflichten (Erteilung von Aussagegenehmigung) und den Vorwurf des betriebsschädigenden Verhaltens hingewiesen.

Leserbrief 20.8.09 "Wenn das Klinikum es schon bei festangestelltem Personal nicht schafft, Sicherheitsbelehrungen und Unterweisungen im Umgang mit gefährlichen Chemikalien zu gewährleisten, wie soll das dann erst aussehen, wenn auch der Reinigungsbereich ausgelagert worden ist. Dann kommen externe Firmen mit ständig wechselndem miserabel bezahltem Personal zum Einsatz und es gibt dann überhaupt keine Chance mehr zur Schulung und Einweisung. Das ist schon eine merkwürdiges Sicherheitsverständnis der Kliniksleitung."

Klinikum Pflegekräfte

>> Homepage des Klinikums >> Homepage der Pflegedienstleitung

Das Göttinger Klinikum mit ehemals 1900 Krankenschwestern und -pflegern, die Mehrzahl im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die ganze Sache wird betriebswirtschaftlich wie eine Fabrik angesehen. Es geht täglich um viel Geld: Während eines Tages werden im Zentral-OP ca. 600.000 Euro umgesetzt (Zahlenangabe auf einer Verdiveranstaltung von 2005).


Streikende aus dem Klinikum mit Krankenbett bei einer Demo 2006

Protestaktion im Klinikum

10.4.08 / Text von ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen : "Der Deckel muss weg! Unter diesem Motto protestieren Beschäftigte der Universitätsklinik Göttingen in einer aktiven Mittagspause um 13 Uhr in der Westhalle gegen die unzureichende Krankenhausfinanzierung unter deren Folgen die Beschäftigten zunehmend zu leiden haben. Krankenhäuser werden in die Zange genommen. Ihre Energiepreise steigen, der medizinische Fortschritt verlangt mehr Ausgaben und die Patientinnen und Patienten sollen besser versorgt werden. Doch mehr Geld sollen die Häuser nicht bekommen. Die Folge: Sie sparen am Personal. Das ist unerträglich. Seit vielen Jahren dürfen die Krankenhauseinnahmen nur nach Vorgaben des Gesetzgebers steigen, egal wie viel die Krankenhäuser für ihre Leistung aufwenden müssen. Im September 2007 gab die Bundesregierung die Steigerung für 2008 bekannt: 0,64%. Das ist nun schon das fünfte Jahr in Folge, in dem die Steigerungsrate eine Null vor dem Komma hat. Wie sollen die Krankenhäuser damit auskommen? Ver.di Sprecher Horst Roth: "Mit so winzigen Steigerungsraten kann auch die Universitätsklinik Göttingen gar nicht auskommen. Deshalb steigert sie ihre Fallzahlen und baut gleichzeitig massenhaft Personal ab: 300 Beschäftigte sind im letzten Jahr abgebaut worden, weiter 300 in diesem Jahr und insgesamt sollen es 800 Stellen werden. Gleichzeitig werden etliche Auslagerung von Servicediensten geplant bzw. wurden schon umbesetzt. Heute versorgt eine Pflegekraft fast 25 % mehr Fälle als 1995, und das bei deutlich gewachsenem Schweregrad." Ver.di fordert von den Abgeordneten des Bundestages und der Bundesregierung die Abkehr von der Budget- und Preisdeckelung und damit eine kurzfristige Änderung des geltenden Finanzierungssystems die sofortige Streichung des Sanierungsbeitrages . Ver.di fordert vom Land Niedersachsen das Schließen der Finanzierungslücke bei den Investitionen. Die Finanzierung von dringend notwendigen Energiesparinvestitionen darf nicht länger zu Lasten des Personalbudgets gehen. Ver.di fordert vom Vorstand des Universitätsklinikums, dass er sich auch für diese Ziele öffentlich und gemeinsam mit Personalrat und ver.di einsetzt. Horst Roth: "Bedauerlich ist in dieser Situation dass der Vorstand der Universitätsklinik die Initiative der Geschäftsführung des Klinikum Oldenburg nicht aufgegriffen hat , am heutigen Tag in allen Kliniken in Niedersachsen von Geschäftsführung und Betriebs- und Personalräten gemeinsam getragene Aktionen durchzuführen und gemeinsame Erklärungen abzugeben."


Transparent in der Vorhalle des Klinikums, Infostand und Kundgebung

Arbeitsüberlastungen im Klinikum - aber trotzdem weitere 300 Stellen streichen?

28.2.08 / Uns erreichen Berichte aus dem Klinikum, die auf eine katastrophale Überlastungen in verschiedenen Bereichen der Krankenpflege hinweisen. In einigen Stationen wird eine "Überlastanzeige" nach der anderen geschrieben aber es wird nicht für ausreichend Personal gesorgt. Mitarbeiter des Uniklinikums haben uns gegenüber die Auffassung vertreten, die Pflegekräfte könnten wegen der Überlastungen ihren Aufgaben nicht mehr mit der erforderlichen Sorgfalt nachkommen. Angesichts solcher Informationen muß die Ankündigung von einer weiteren Streichung von 300 Stellen Sorge um die Qualität der medizinischen Versorgung auslösen. Soll nun das Klinikum ebenfalls für eine Privatisierung marode gespart werden? Die Beteuerung des Staatssekretärs, dass nicht an Privatisierung gedacht ist, zeigt, dass solche Gedanken existieren.

Das Uniklinikum Göttingen ist mit ca. 7000 Beschäftigten in der Krankenpflege, der Reinigung, den Ärztinnen und Ärzten, im medizinisch-technischen Dienst, in Verwaltung, Technik und Versorgungsbetrieben. Gleichzeitig betrifft die medizinische Versorgung jährlich 44.000 stationäre behandelte und 100.000 ambulant behandelt PatientInnen.

Die Leitung der Klinik erfolgt getrennt von der Universitätsleitung durch den
Kontrollorgan: "Stiftungsausschuß Universitätsmedizin"
. Er stellt den geschäftsführenden Vorstand der Klinik ein , kontrolliert die Finanzen und Wirtschaftsplan. Die Mitglieder dieser Leitungsgruppe sind: MD Christian Börger (Leiter der Abteilung Hochschulen Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Prof. Dr. Bernhard Fleckenstein, Prof. Dr. Eckhardt Grabbe, Prof. Dkfm. Eugen Hauke (Vorsitzender), beratend:
Barbara Schulte, David Hunt (Personalratsvorsitzender Uniklinik) , Inken Köhler (Gleichstellungsbeauftragte). Anders als in einem Aufsichtsrat einer AG z.B. haben die Arbeitnehmer keine Stimme in diesem Stiftungsausschuss. Der Personalratsvorsitzende darf nur als Gast mit beratender Stimme teilnehmen.
Geschäftsführender Vorstand Universitätsmedizin Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen Priv. Doz. Dr. Günther Bergmann (Vorstand Krankenversorgung), Prof. Dr. Cornelius Frömmel (Vorstand Forschung und Lehre, Dekan und Sprecher des Vorstandes), Dr. Hans-Joachim Conrad (seit März 07 Vorstand Wirtschaftsführung und Administration).

Bereits im Jahr 2007 hat der Stiftungsausschuß entschieden, dass 300 Arbeitsplätze gestrichen wurden. Am 18. Februar 2008 hat der Ausschuß den Wirtschaftsplan 2008 verabschiedet und eine nochmalige Streichung von weiteren 300 Arbeitsplätzen (Vollkräftestellen) bekanntgegeben. Insgesamt sollen 800 Stellen gestrichen werden - ein Drittel davon wird den Pflegebreich treffen, zwei Drittel den technischen Bereich. "Auch in der Arbeitsorganisation wird inhaltlich umgeschichtet. So übernehmen Pflegekräfte Tätigkeiten, die bisher von Ärzten wahrgenommen wurden, und Beschäftigte des Geschäftsbereichs Hotelleistungen bekommen Servicetätigkeiten übertragen, die vorher Pflegekräfte ausgeführt haben." (Quelle: Einblick, Zeitschrift der Universitätsmedizin, Juni 2007) Der Vorsitzende des Stiftungsausschusses Universitätsmedizin, Prof. Eugen Hauke, sagte: " Auch das Jahr 2008 wird noch ein Jahr harter und teilweise schmerzhafter Einschnitte sein." Gleichzeitig sagt dann aber wiederum Priv. Doz. Dr. Günther Bergmann, Vorstand Krankenversorgung. „dass der Abbau von Stellen des unmittelbar am Patienten tätigen Personals, also Ärzteschaft und Pflegedienst, dabei sehr moderat bleibt. Die Qualität der Patientenversorgung und der hohe Standard der Forschungsleistungen werden von den Sparmaßnahmen nicht beeinträchtigt“.
Wir meinen: Wenn die Belegschaft schon am Rad dreht ist jeder weitere Stellenabbau nicht "moderat" sondern katastrophal!

 

Kreisverband DieLinke und Ratsfraktion DieGrünen
Kritik an Stellenstreichungen

(22.2.08) "Die Folgen für das Personal sind eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und ein als unerträglich erlebter Anstieg der Arbeitsverdichtung. Das Personal muss immer mehr Pflegebedürftige in kürzeren Zeitspannen pflegen und betreuen, so dass sich die Überlastungsanzeichen deutlich ansteigen." (...) "Die medizinische Versorgung der Bevölkerung muss auf Dauer finanziell sicherstellt werden, aber nicht einseitig zu Lasten der Patienten und des Personals. Es muss endlich gewagt werden, z.B. den Lobbyisten der Pharmaindustrie Einhalt zu gebieten und sich hier um Kostenreduktion zu bemühen." (DieLinke / Gerd Nier, 25.2.08)

"Wir machen uns ernsthaft Sorgen um die Qualität der medizinischen Versorgung am Klinikum und um die Wahrung der Patienteninteressen", erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrich Holefleisch. Er weist darauf hin, dass schon im zweiten Jahr in Folge am Klinikum 300 Stellen abgebaut werden. Dieser Stellenabbau bringt zwangsläufig eine enorme Arbeitsverdichtung mit sich, befürchtet Holefleisch, was von vielen MitarbeiterInnen des Klinikums auch so bestätigt wird. "In einem Uniklinikum kann man nicht nach Belieben Stellen wegrationalisieren wie in einer Fleischwarenfabrik." Nach Einschätzung der Ratsfraktion Bündnis 90/DieGrünen steht zu befürchten, dass die vom Stiftungsausschussvorsitzenden Prof. Eugen Hauke angekündigten "schmerzhaften Einschnitte" zunehmend die Gesundheit und Genesung der Patienten gefährden."

 

Uniklinik probiert Lohnkürzungstricks

Das Vorgehen der Kliniksleitung sieht folgendermaßen aus: Erst rauswerfen und mit weniger Lohn in einer neugegründeten Firma Arbeit anbieten

Nachdem die Universität zusammen mit der Uniklinik in eine Stiftung umgewandelt worden ist, haben die Verwalter der Klinik größeren Spielraum für "Umstrukturierungen", die auf die Knochen der Beschäftigten gehen. So wurden die Restaurationsbetriebe aus dem Klinikum hinaus-verlagert, alle in diesem Bereich neu eingestellten Personen erhalten 30 % weniger als auf den Arbeitsplätzen vorher bezahlt wurde. Nun plant der "Stiftungsausschuss Universitätsmedizin" eine Service GmbH für Technische Angestellte, den Pflegedienst und andere. Eins ist klar: Die Löhne sollen in der Service GmbH natürlich niedriger sein.

  • "Verkünde die Lohnkürzung und sag den unbefristet Beschäftigten, sie seien nicht betroffen, für sie werde sich nichts ändern. Hoffe darauf, dass sie dir glauben.
  • Verlängere die Verträge der befristeten Beschäftigten nicht. Biete ihnen Arbeit bei der GmbH an, natürlich mit viel weniger Lohn. Die meisten haben keine Wahl und müssen annehmen.
  • Fang mit wenig Betroffenen an, am besten ganz frisch eingestellten, die wehren sich am wenigsten.
  • Warte ein kleines Weilchen, bis viele Menschen unter die verschlechterten Bedingungen fallen, dann kannst du auch dem Rest (dem du am Anfang die Versprechungen gemacht hast) den Lohn kürzen."

So wurde auch in ehemals städtischen Altenheimen vorgegangen. "Auch dort wurde den Beschäftigten versprochen, für sie werde sich nichts ändern. Heute arbeiten dort alle zu drastisch gekürzten Löhnen. Leider haben sich die Betroffenen damals von den Versprechungen täuschen lassen.Ähnliches ist aus der Uniklinik Frankfurt zu berichten, von der Arbeiterwohlfahrt, die Liste ließe sich noch verlängern.
Betriebs- oder Personalräte können Ausgründungen nicht wirksam verhindern. Umso mehr sind wir, die Beschäftigten selbst und unsere Gewerkschaft gefordert. Schließlich ist es kein Naturgesetz, dass in Service GmbHs weniger Lohn gezahlt wird.Tarifverträge können auch dort verhandelt und erkämpft werden. Gute Überleitungstarifverträge sichern die Beschäftigten ab oder können die Lust der Arbeitgeber auf solche GmbHs spürbar dämpfen. In immer mehr Branchen wehren sich immer mehr Menschen gegen oft drastische Lohnkürzungen. Oft völlig unbemerkt oder bewusst ignoriert von den Medien. Dass es auch anders geht, haben wir bei dem Verkauf der Landeskrankenhäuser gesehen. Dort konnte ein sehr guter Überleitungstarifvertrag durchgesetzt werden. Stellvertretungspolitik nach dem Motto: "ver.di, mach mal" wird allerdings nicht funktionieren. Hier ist jede Einzelne und jeder Einzelne gefordert. Die Gewerkschaft ist nur so stark wie wir sie machen! Organisiert Euch! Wir können uns wehren!"

Aus einer Veröffentlichung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Bezirk: Region Süd-Ost-Niedersachsen

 

Streik im Klinikum

20.1.05 / Durch Kündigung der Tarifverträge zur Arbeitszeit und zum Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Arbeitszeitverlängerung will die Landesregierung Niedersachsen als Arbeitgeber eine 10% Lohn/Gehaltskürzung durchsetzen. Dagegen rief die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.Di zum Warnstreik auf an dem auch Landesbedienstete aus der gesamten Universität und einigen anderen kleineren Landesbehörden u.a. auch Straßenbaumeistereien teilnahmen.
Alle Klinikums-Beschäftigten, genauer alle Beschäftigten, deren Arbeitsschicht bis 10 Uhr beginnt wurden "ab 5.30 Uhr zum "vollschichtigen Streik" aufgerufen.
"700 beteiligten sich an der Kundgebung in der Eingangshalle. Eine Notdienstvereinbarung regelte, dass die Patientenversorgung nicht gefährdet ist. Entsprechend dieser Regelung mußten die Hälfte der TeilnehmerInnen ab 9:00 Uhr an ihrem dienstplanmäßigen Arbeitsplatz die Arbeit aufnehmen. 350 Streikende verließen für Ihre Arbeitsschicht das Klinikum und marschierten in einem Demonstartionszug durch die Göttinger Innenstad zum "Streiklokal", der ver.di Bezirksgeschäftsstelle." (Zitat Ver.Di)

> ELWA Clean Ausbeutung der Reinigungskräfte
> Kaputtsparmaßnahmen in Krankenhäusern (Stellungnahme 1999)

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Mobbing im Klinikum - eine Station wird zerschlagen

Aus: Göttinger Betriebsexpress (GBE) Nr. 165 vom 14.3.2001:

Auf der neurologischen Intensivstation 1013 des Universitätsklinikums herrscht das blanke Chaos. Anfang des Jahres wurden mehr als ein Dutzend MitarbeiterInnen versetzt, Betten geschlossen, eine neue Leitung eingesetzt. Was war passiert?
Im November 2000 gab es die ersten Gerüchte, dass acht bzw. vierzehn Mitarbeiterinnen versetzt werden sollten.
Am 20.11.2000 gab es eine vom obersten Pflegechef, Herrn Erichsen einberufene Stationsversammlung. Auf dieser Stationsversammlung gab Erichsen lediglich bekannt, dass diese Versetzungen zum 1.12.2000 stattfinden sollten, da der pflegerische Standard ,,modernen Anforderungen" nicht mehr genügen würde. Dies sei ein rein strukturelles Problem und nicht die Schuld der einzelnen Mitarbeiterinnen. Als weiterer Grund wurden hygienische Mängel auf der Station benannt. Gelegenheit zur Diskussion wurde nicht gegeben, Herr Erichsen sprach's und verschwand. Kurz darauf kamen Einladungen zum ,,persönlichen Mitarbeitergespräch", die Betroffenen mussten einzeln und zu unterschiedlichen Terminen bei Herrn Erichsen erscheinen.
Vom 19.12.2000 datierte Briefe werden am 2.1.2001 auf die Station geschickt. Inhalt: Bekanntgabe der Umsetzung der Betroffenen auf eine im Schreiben genannte Station, falls der Personalrat zustimmt. Anwaltliche Vertretungen Einzelner werden ignoriert. Deren Anwälte hatten offiziell den Schriftverkehr im Auftrag der Betroffenen übernommen.
9.1.2001: Der Personalrat lehnt einstimmig die Umsetzung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen ab.
12.01.2001: Schreiben, ausgehändigt durch Boten: Anordnung der Umsetzung trotz der Ablehnung des Personalrates. Die Begründung der Ablehnung sei unbeachtlich, die Umsetzung erfolge im Rahmen des Direktionsrechtes.

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Klinikum, Bettenhäuser

 

Hintergründe

Die Station:
Die 1013 ist mit 13 Betten eine der größeren lntensivstationen des Klinikums. Das Patientenklientel setzt sich überwiegend aus schwerstkranken Langliegern zusammen, häufig ohne Aussicht auf Gesundung. Die Arbeit auf dieser Station ist physisch und psychisch selbst für eine Intensivpflegestation außerordentlich belastend.

Das Team:
Das Team - gemeint ist hier ausschließlich das Pflegepersonal - hat eine ausgesprochen geringe Fluktuation, viele arbeiten seit Jahren auf dieser Station. Auch gibt es keine andere Intensivstation im Klinikum, die einen derart hohen Altersdurchschnitt hat, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sind älter als 50. Einer der Mitarbeiter, der umgesetzt werden sollte, befand sich bereits im Ruhestand

Begründung der Umsetzungen:
Gegen die genannten Begründungen - mangeinde Hygiene und ein pflegerischer Standard, der nicht den ,,modernen Anforderungen" genüge - spricht, dass zu keiner Zeit Gespräche über diese angeblichen Mängel erfolgten. Es gab keine Stationsbesprechungen zu diesem Thema, keine schriftlichen Anordnungen, den Zustand zu ändern. Auch keine gerichtlichen Klagen von Angehörigen und kaum Beschwerden. Im Gegenteil: häufig Zustimmung von Angehörigen und Patienten in Form von Dankschreiben. Zum Vorwurf der mangelnden Hygiene ist anzuführen, dass Patienten immer häufiger resistente Keime mitbringen und dass die Station zeitweise personell unterbesetzt war, überlastanzeigen des Personals wurden zwar an Herrn Erichsen abgeschickt, aber es erfolgte keine Reaktion. Einige Male wurden sogar aut Anordnung von oben nicht ausreichend gereinigte Plätze belegt!
Tatsächlich gab es aber durchaus Probleme auf der 1013:
- Mangelnde Mitarbeiterführung Kaum Fortbildungsveranstaltungen
- Disharmonien im Leitungsteam
- Geringe Konfliktbereitschaft Verantwortlicher bei auffälligen Mitarbeiterinnen
- Mangelnde bzw. fehlende soziale Kompetenz von Verantwortlichen.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass Herr Erichsen lange Zeit direkt, d.h. ohne eine zwischengeschaltete Pflegedienstleitung für die 1013 verantwortlich war. Es sei auch nicht verschwiegen, dass seit Jahren Gerüchte über die 1013 im Klinikum kursieren, allerdings wurden diese nie konkretisiert. Außerdem bezogen sie sich auch weniger auf die Pflegequalität dieser Station, sondern eher auf den Umgang untereinander, und sie betrafen nur sehr wenige Mitarbeiterinnen.

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Dach des Klinikums mit Klimatürmen

Die aktuelle Situation auf der 1013:

Herr Erichsen hat zahlreiche Mitarbeiterinnen versetzt, ohne dass ausreichender Ersatz vorhanden ist. Kolleginnen und Kollegen von anderen lntensivstationen müssen jetzt dorthin rotieren. Da bei weitem nicht genug Freiwillige dazu bereit waren, rotieten jetzt MitarbeiterInnen dorthin, d.h. sie gehen nur für einige Monate auf die 1013 und werden dann von den nächsten ersetzt. Es müssen also ständig neue Leute eingearbeitet werden. Logischerweise bestehen Disharmonien zwischen den alten und neuen Mitarbeiterinnen der Station, Mißtrauen ünter dem Personal breitet sich aus. Außerdem wurde die Stationsleitung erneuert, peinlicherweise ausgerechnet mit einer Stationsschwester, die dem Personalrat schon immer Arbeit beschert hat: Bereits auf ihrer alten lntensivstation hat sie regelmäßig ihr unliebsame Leute gemobbt. Auf der 1013 macht sich die neue Stationsieitung durch theatralisches und bedrohliches Auftreten unbeliebt, sowie durch Geringschätzung einiger Mitarbeiterinnen und ihrer Arbeitsleistung. Die (noch?) nicht versetzten Kolleginnen werden von ihr zu Einzelgesprächen vorgeladen, Protokolle zu Ungunsten Betroffener angefertigt und diesen dann zur Unterschrift vorgelegt.
Fazit: Selbst wenn man unterstellt, dass an den Gerüchten, die seit langem die 1013 betreffen irgehd etwas dran ist, so ist dennoch das derzeitige Vorgehen der Kliniksleitung nicht nur in höchstem Masse unprofessionell, sondern auch menschenverachtend. Versetzt wurden nämlich fast ausschließlich die älteren Kolleginnen und Kollegen.

Wo bleibt eigentlich der Respekt vor Menschen, die seit Jahrzehnten Tag für Tag, jedes zweite Wochenende diesen schweren Dienst auf dieser ausgesprochen belastenden lntensivstation versehen haben?

Unter den dauerhaft umgesetzten MitarbeiterInnen sind viele Personen, deren Arbeits- und Sozialverhalten als vorbildlich einzustufen ist. Jahrelang ignorierte die Kliniksleitung im allgemeinen und Herr Erichsen im besonderen die Gerüchteküche, obwohl es ihre Pflicht gewesen wäre, entweder den Gerüchten auf den Grund zu gehen und tatsächliche Mißstände abzuschalten oder den Gerüchten dort, wo sie jeder Grundlage entbehren, entschieden entgegenzutreten und die Station vor Rufmord zu schützen. Statt dessen werden jetzt vorgeschobene Argumente (Hygienemängel usw.) benutzt, um die Station auf höchst dilettantische Art zu ,,reorganisieren". In einem dem GBE vorliegenden Pr6tokoll der organisationsentwicklung im Klinikum ist offen die Rede von einem ,,Aufbrechen verkrusteter Strukturen". Zerschlagen kann man das wohl auch nennen und dabei bleiben die auf der Strecke, die teils über Jahrzehnte ihre Arbeit und Gesundheit für die Arbeit auf dieser Station eingebracht haben. Der zumindest Mitverantwortliche Erichsen kommt wieder mal ungeschoren davon und schwingt sogar noch den großen Hammer!
Anstatt den Konflikt mit den - sehr wenigen! - auffälligen Mitarbeiterinnen zu führen, werden schlicht alle Älteren versetzt. Durch wen sie ersetzt werden sollen, und wie die Motivation der Mitarbeiterinnen ist, die jetzt ,,freiwillig" für einige Monate dort arbeiten müssen - mit solchen unwesentlichen Kleinigkeiten gibt sich die Kliniksleitung nicht ab. Drei Betten sind schon geschlossen, man hört, dass fünf weitere geschlossen werden sollen. Und einer Station, deren Problem hauptsächlich das Umgehen untereinander war, wird eine Leitung vorgesetzt, die ausgerechnet auf dem Gebiet der sozialen Kompetenz ihre größten Schwächen hat. Na - herzlichen Glückwunsch!

Anmerkung/ Hinweis
Auf der Homepage der Pflegedienstleitung heißt es unter anderem:
"Mit dem neuen Organisationskonzept verfolgt die Geschäftsführung der Geschäftseinheit Pflegedienst das Ziel, ein modernes, schlankes Management im Pflegedienst aufzubauen, dessen Struktur es ermöglicht, Entscheidungswege für operative Basisentscheidungen zu verkürzen und die Arbeitseffizienz zu steigern. (...) Als übergeordnetes Ziel verfolgt die Geschäftsführung der Geschäftseinheit Pflegedienst mit diesen Veränderungen, eine Krankenversorgung mit einer hohen Pflegequalität anzubieten, die sich im Einklang befindet mit den Anforderungen einer wirtschaftlichen Unternehmensführung und daher die Gesamtzielsetzung des Hauses unterstützt."

Das "Patientengut" muß eben "effizient" durch die "schlanke Organisation" geschleust werden.

 

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