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Kliniken Lippoldsberg und Uslar (GSO) seit
November mit Gehaltszahlung im Verzug Die
ca. 300 Beschäftigten der Kliniken Lippoldsberg und Uslar (GSO) warten kurz vor
Weihnachten noch auf ihr Novembergehalt. Langsam liegen bei ihnen und ihren Familien
die Nerven blank.. Die Lippoldsberger Klinik, 100%ige Eignerin des Uslarer Hauses,
ist Mitglied im Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck. "Bereits seit über einem
halben Jahr ist die Geschäftsführung gegenüber den Beschäftigten vertragsbrüchig",
so Julia Niekamp, für die Uslarer Klinik zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin.
Seit über einem halben Jahr wird deutlich verspätet gezahlt. (...) "Schon vor
Monaten hatte die Geschäftsführung mittgeteilt, eine Teilzahlung des ausstehenden
Gehalts gebe es nur, wenn ein Mitarbeiter in Lippoldsberg vorstellig werde und
begründe, wofür er das ihm ja zustehende Geld denn genau brauche. Jetzt wird selbst
das verweigert", so Niekamp. (...) "Am Montag haben wir die Geschäftsführung angeschrieben,
dass wir uns an die Öffentlichkeit wenden, falls das Novembergehalt nicht bis
zum 22.12. um 10.00 Uhr auf den Konten der Mitarbeiter eingegangen ist. Diese
Frist hat Herr Gründel kommentarlos verstreichen lassen." Jetzt sind auch die
rund 20 Gesellschafter und die Aufsichtsratsmitglieder der Klinik in ihrer Verantwortung
gefordert sowie die Vertreter der Politik. "Die Beschäftigten und ihre Familien
fordern Sie auf, der Geschäftsführung Druck zu machen, die Gehälter noch vor Weihnachten
zu überweisen und in Zukunft pünktlich zu zahlen", so Niekamp und Lange. Pressemitteilung
ver.di 22.12.2011
Landtag
Statement der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen im Landtag Ursula
Helmhold am 15.3.12 zur Lage des Krankenhauses Uslar: "Die katastrophale Lage
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses Uslar kann nur durch einen
Insolvenzantrag des Trägers, der Akut- und Rehaklinik Lippoldsberg gemildert werden,
damit Insolvenzausfallgeld bezahlt werden kann. Wenn der Träger nicht bereit ist
Insolvenz zu beantragen, sollten dies die Krankenkassen tun." Paracelsus
Bad Gandersheim Warnstreik
bei den Paracelsus Kliniken Bad Gandersheim und der PDG Service-Gesellschaft Heute
(19.3.12) haben über Einhundert Beschäftigte der Paracelsus-Kliniken und der Paracelsus
Dienstleistungsgesellschaft in Bad Gandersheim gestreikt. Zuvor hatten die Arbeitgeber
der Paracelsus Kliniken auch nach drei Verhandlungsrunden nur eine Entgelterhöhung
für Klinikbeschäftigte um 1,1 Prozent angeboten, deutlich unter der Inflationsrate.
Die Gewerkschaft ver.di hatte eine Erhöhung um 125 Euro gefordert. Dies entspricht
je nach Entgeltgruppe 3,3 bis 9 Prozent. Patrick von Brandt, Fachsekretär vom
ver.di Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen: „Diese Warnstreiks sind eine Warnung an die
Arbeitgeber. Wir erwarten, dass Paracelsus das Angebot wesentlich erhöht“ . Auch
Beschäftigte der PDG Dienstleistungs-Tochtergesellschaft haben in Bad Gandersheim
gestreikt. Für diese fordert ver.di die Aufnahme von Tarifverhandlungen zur Anwendung
des Manteltarifvertrages 1 der Paracelsus Kliniken Deutschland sowie eines Entgelttarifvertrages!
Im Rahmen des Warnstreiks besuchten die Streikenden spontan eine lokale Netto-,
eine Schlecker- und eine Ihr-Platz-Filiale. Betriebsrätin
setzt sich für KollegInnen ein - Firma will sie jetzt kündigen (...)
Am 16.9. hatte die örtliche Arbeitgebervertreterin mitsamt Rechtsanwalt mehrere
Mitarbeiterinnen der PDG [Paracelsus Dienstleistungs-GmbH Bad Gandersheim]
zu Einzelgesprächen aufgefordert, wobei sich die Frauen offenbar erheblichem Druck
ausgesetzt sahen. Als daraufhin die Betriebsratsvorsitzende ihren Kolleginnen
zu Hilfe kam, wurde Dagmar Z. direkt ein vorbereiterer Aufhebungsvertrag mit der
Aufforderung zur sofortigen Unterschrift vorgelegt. Das hatte sie standhaft verweigert.
"Zum Glück", so Julia Niekamp, Göttinger ver.di-Gewerkschaftssekretärin. "Hätte
Frau Zimmermann vor Schreck unterschrieben, wäre, anders als bei einer Kündigung,
dagegen juristisch nur noch schwer etwas zu machen gewesen. Genau darauf hatte
der Arbeitgeber wohl gesetzt." Gleichzeitig war Dagmar Z. ein Hausverbot erteilt
worden. (...) bereits in der Vergangenheit hatte der Betriebsrat gegen Praktiken
der PDG protestiert: Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit wurden nicht gezahlt,
weswegen derzeit durch ver.di eine Reihe von Gerichtsverfahren gegen den Arbeitgeber
anhängig ist. Selbst Arbeitsschutzbekleidung wird nicht gemäß vertraglicher Regelungen
zur Verfügung gestellt.(...) "Dagmar Z. hatte selbst fast 500 Überstunden angesammelt
- ein deutliches Zeichen, dass für sie immer die Aufrechterhaltung des Klinikbetriebs
an erster Stelle gestanden hat". Im nachfolgenden Kündigungsverfahren, das der
Arbeitgeber im Herbst 2011 betrieb, hatte das Betriebsratsgremium seine Zustimmung
zur Kündigung von Dagmar Z. verweigert. Daraufhin hatte der Arbeitgeber beim Arbeitsgericht
Göttingen die Ersetzung der Zustimmung beantragt, worüber am 12. Januar um 13.00
Uhr entschieden wird. "Wir sind zuversichtlich", so Julia Niekamp. (...)Pressemitteilung
ver.di 9.1.12 Am
22.3.12 : Arbeitsgericht 10 Uhr In dem auf Erteilung der Zustimmung zu der
Kündigung der Betriebsratsvorsitzenden der Paracelsus-Dienstleistungsgesellschaft
mbH gerichteten Verfahren war der für den 15.3.2012 vorgesehene Termin zur
Beweisaufnahme verlegt worden auf heute Sitzungssaal B 262.
Arbeitsbedingungen
im Altenheim der Diakonie Northeim "(...)
Julia Niekamp, zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di in Göttingen "wir
hören immer wieder von hohem Krankenstand, burnout-Fällen und vor allem von massiven
Verstößen gegen geltende Arbeitszeitregelungen: Beschäftigte arbeiteten drei Wochen
durch ohne einen freien Tag, würden regelmäßig aus dem Frei und sogar aus der
Krankheit zum Dienst gerufen und müssen faktisch nach Dienstende weiterarbeiten,
ohne dass dies als Überstunden gewertet wird. Pausen gebe es faktisch kaum." Eigentlich
gelten für die Einrichtung verbindliche Regelungen - die "Arbeitsvertragsrichtlinien"
(AVR) der Diakonie, die auch für die Innere Mission Northeim die 38,5-Stunden-Woche
zwingend vorschreiben. "Stattdessen hat man jedoch von Vorstandsseite offenbar
auf die Beschäftigten Druck ausgeübt, einer Ausweitung auf bis zu 40 Stunden ohne
Lohnausgleich zuzustimmen. Als die Gewerkschaftssekretärin daraufhin die Beschäftigten
in der Einrichtung aufsuchte, um sie zu einer Informationsveranstaltung über Mitarbeiterrechte
und Arbeitsschutzbestimmungen in der Altenpflege einzuladen, versuchte die Heimleitung,
das zu unterbinden. "Zuerst wollte man mich rauswerfen. Dann ließ man nicht zu,
dass ich allein mit Mitarbeitern sprach. Jedes Gespräch wurde sofort unterbrochen
und die Beschäftigten zur Arbeit angehalten. (...) "Kirche und Diakonie verweigert
ihren Beschäftigten aus Prinzip den Abschluss von Tarifverträgen - doch dadurch,
dass die Diakonie der größte Einzelakteur in der Altenpflege in Niedersachsen
ist, könnte das Gehaltsniveau eines Diakonie-Tarifvertrags per Gesetz für branchenverbindlich
erklärt werden. Daran wären dann sämtliche ande-ren Anbieter gebunden. Der Wettbewerb
würde so nur noch über die Pflegequalität ausgetragen werden, aber nicht mehr
auf dem Rücken von ca. 60.000 Beschäftigten - wenn die Kirchen endlich über ihren
Schatten springen würden." Pressemitteilung ver.di 15.11.11
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