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Anti-AKW (Überblicksseite)

Asse II
Feuer und Explosion in einem schwedischen AKW
Gegen AKW-Laufzeitverlängerungen
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Veranstaltung des Anti-Atom-Plenums Göttingen
"AKWs droht Kernschmelze durch Verstopfung"

Vortrag & Diskussion mit Gerd Rosenkranz, Journalist & Deutsche Umwelthilfe
Das ungelöste Sumpfsiebproblem bei Atomkraftwerken

Dienstag, 11. August 2009, 20 Uhr DGB-Haus, 1.Stock, Obere-Masch-Str.10

VeranstalterInnentext: "Wir alle kennen das Dilemma von unseren Waschbecken: Ist das Abflusssieb zu grobmaschig, fließen Haare ungehindert ab und verstopfen eines Tages das Abflussrohr. Ist das Sieb zu engmaschig, fließt gar nichts mehr ab. Was im privaten Haushalt mit Pümpel oder Hobbyklempner zu beheben ist, wird im Kühlwassersystem von Atomkraftwerken zum lebensgefährlichem, schier unlösbaren Problem. Dort können Fasern von Isoliermaterial kleine Siebe von Kühlwasserpumpen verstopfen und die Kühlung im Reaktorkern behindern. Gelangen die Fasern hindurch, lagern sie sich an den Brennstäben ab und verhindern so die notwendige Kühlung. Dadurch kann es zur Kernschmelze kommen. Dieses Problem hat bereits zu mehreren Störfällen geführt. Deshalb hat Bundesumweltminister Gabriel die Bundesländer aufgefordert, von den AKW-BetreiberInnnen einen Sicherheitsnachweis zu verlangen. Dies ist bis heute nicht geschehen. Der Referent Dr. Gerd Rosenkranz, promovierter Werkstoffwissenschaftler, langjähriger Spiegel-Journalist und heute bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH) tätig, ist vor einiger Zeit auf das „Sumpfsiebproblem“ gestoßen. Er wird über die Hintergründe des Sicherheitsproblems berichten, das bis heute nicht gelöst ist. Alle niedersächsischen AKWs (Unterweser, Lingen und Grohnde) sind betroffen. Im August soll das 25-jährige Jubiläum des AKW Grohnde gefeiert werden. Es liegt nur ca. 60 km von Göttingen entfernt. Bei einem Super-Gau könnte die radioaktive Wolke innerhalb von 3 Stunden Göttingen erreichen. Damit es nicht so weit kommt, wird es auf der Veranstaltung auch darum gehen, wie wir das verhindern können, getreu dem Motto: Lieber heute aktiv – als morgen radioaktiv! Wir fordern die sofortige Abschaltung aller AKWs!"

 

Schrittweise kommt die Wahrheit ans Licht
ASSE II : Jetzt werden dringend Maßnahmen erforderlich

5.9.08 / Skandal-Update:
- Die Zuständigkeit wurde von der bisher verantwortlichen Helmholtz-Gesellschaft auf das Bundesamt für Strahlenschutz übertragen. Das Bundesamt ist z.B. auch Betreiber des Endlagers Morsleben. Die dortigen Bürgerinitiativen werfen dem Bundesamt unter anderem mangelnde Transparenz vor.
- Trotz Wechsel des Betreibers soll das bisherige gesamte Personal übernommen werden, das kritiklos für den bisherigen Betrief verantwortlich war. Das kann zumindest für die Leitungsebene nicht akzeptiert werden.
- Bis zum Jahr 2002 ist dokumentiert worden, wie viel Lauge in das Bergwerk geflossen ist und wohin sie verbracht wurde - die Berichte danach fehlen!
- Dringend sind Sofortmaßnahmen zur Verhinderung des Bergwerkeinsturzes nötig.
-
Das geplante Flutungs-Konzept muß verhindert werden. Stattdessen müsse die (teueren) Möglichkeiten zur Rückholung des gefährlichen Atommülls ermittelt werden. Die Flutung würde nicht nur Grundwasser sondern auch Fließgewässer gefährden. In Gutachten der Niedersächsischen Bergbehörden und dem Landesamt für Geologie ist dokumentiert worden, dass es rund um die Asse durch aufsteigendes Grundwasser salzhaltige Gräben und Bäche gibt: Rothbach, Osterbach und den besonders salzigen Bleier Graben. Sie fließen über die Altenau, Großen Graben und Höllebach vorwiegend in die Oker und zählen damit zum Einzugsgebiet von Aller und Weser. Es ist zu befürchten, dass bei einer Flutung der Asse wegen des aufsteigenden Grundwassers radioaktive Lauge in die Bäche und Flüsse eintreten wird.
- Die Inhalte der eingelagerten Fässer müssen überprüft werden, nicht nicht nur die Etikettierungen. Die eingelagerten Fässer müssen auf ihren tatsächlichen Inhalt überprüft werden. Dazu sollten die Fässer stichprobenartig getestet werden. Es muß umfassend gegklärt werden, was alles in dem Bergwerk lagert, Infos zur chemische Zusammensetzung in den Fässern sind nötig, um chemische Reaktionen abschätzen zu können.
- Die Berichte und Akteneinsichten brachten und bringen weiterhin schrittweise an den Tag, daß willkürlich, fahrlässig und trechtswidrig gehandelt wurde. Die Aufsicht des Umweltministers hat völlig versagt - es bleibt noch zu prüfen ob möglicherweise mit Wissen der Aufsichtsbehörden rechtswidrig eingelagert worden ist.

ASSE II: Atomdreck gefährdet Grundwasser der ganzen Region
Umweltminister Sander ist nicht mehr länger tragbar

Asse - ein Berg ca. 100 km von Göttingen - Asse II ein Atomlager
20.6.08 / Asse" so heisst ein kleiner Gebirgszug in der Nähe von Wolfenbüttel. Dort wurde früher Salz aus Bergwerken herausgebuddelt. In den abgeräumten Höhlen eines dieser Salzbergwerke bei Remlingen wurden seit ca. 1970 große Mengen radioaktiver Materialien eingelagert. Das Lager heisst "Asse II". Dieses Lager ist ca. 100 km von Göttingen entfernt.
Die Kritik an dieser Einlagerung gibt es schon lange, seit einigen Tagen nun offenbaren die Verantwortlichen eine Hiobsbotschaft nach der anderen: "Die Lauge im Atommüllendlager Asse II im Kreis Wolfenbüttel enthält außer Cäsium auch andere radioaktive Stoffe. Das Helmholtz-Zentrum München habe eingeräumt, dass auch Strontium, Radium und Plutonium gemessen worden seien, sagte am Dienstag (den 17.6.08) eine Sprecherin des Landkreises Wolfenbüttel."

Landkreis Göttingen befürchtet Folgen fürs Grundwasser
Der Landkreis Göttingen hat am 9. Mai 2007 einstimmig eine Stellungnahme zur Gefährdung durch Asse II verabschiedet in der es heisst:

"Um den Zusammenbruch der Grube zu verhindern, ist eine Verfüllung mit Salzgrus und wässriger Salzlauge vorgesehen. Damit besteht die Gefahr, dass unter Einwirkung der Salzlauge die Fässer durchkorrodieren und mit dem radioaktiven Inventar in Kontakt kommen. Strahlenchemische Reaktionen mit Bildung von giftigen, brennbaren und explosiven Gasen sind dann unvermeidbar. Durch den Druckaufbau können kontaminierte Flüssigkeiten bis in den Grundwasserbereich gepresst werden. Auch der Austritt von radioaktiven Gasen und radioaktiven Feinstäuben über Klüfte und Spalten und eine oberirdische Ausbreitung und Vermischung mit der Atmosphäre ist möglich. Die Betreiber haben aus Kostengründen eine Alternative, nämlich die Bergung und Zwischenlagerung des radioaktiven Inventars in standsicheren Bereichen verworfen. Die Metropolregion und damit der gesamte Bereich des Regionalverbands Südniedersachsen ist von der vorgesehenen Maßnahme betroffen. Für den Landkreis geht die größte Gefahr von einer Verseuchung des Grundwassers aus. Über die Grundwasserströmungen und über die Ausbreitung von radioaktiven Schadstoffen im Grundwasser ist großräumig wenig bekannt. Alle bisherigen Flutungsexperimente zeigen, dass früher oder später Kontakt zu den Grundwasserleitern auftritt."

Umweltinitiativen und kritische Wissenschatler/innen hatten wieder mal recht
Die Entwicklung seit Anfang Juni 2008 gibt nun Anlass zu ernsthafter Sorge. Die Befürchtungen von Wissenschaftlern und Bürgerinitiativen, die die Atomlobby immer lächerlich zu machen versucht, scheinen sich zu bewahrheiten. Am 16.6.08 wurde bekannt, dass offensichtlich Cäsium 137 ausgetreten ist und dort in einer Lauge rumschwimmt, die den Strahlenschutzgrenzwert um das 8 fache überschreitet. Eine exakte Beschreibung findet sich auf der Homepage der Asse-GegnerInnen. Selbst die rechtskonservative Zeitung "Die Welt" tituliert in ihrer Online-Ausgabe am 20.6.08 "Hiobsbotschaften aus dem Atommüll-Lager Asse."
Für die Wanderungsgeschwindigkeit unterirdischer Grundwasserströme rechnet man mit 1 Meter bis mehrere Kilometer pro Tag. Es besteht also durchaus die Chance, dass bei einer Verseuchung des Grundwassers dies in absehbarer Zeit bis in die Region Göttingen vordringt. Zwar erhalten wir zu 80 % Trinkwasser aus dem Harz , aber "in den Mischstationen am Gronespring und auf den Schillerwiesen wird das Harzwasser mit Göttinger Grundwasser gemischt".

Erste Maßnahmen: Rücktritt von Umweltminister Sander und Flutung des Bergwerks verhindern
Die Fraktion DieLinke , ihr umweltpolitischer Sprecher Herzog und der Abgeordnete Perli fordern den Rücktritt von sich Umweltminister Sander. Die SPD nennt den Umweltminister ein "Hochsicherheitsrisiko". Die Grünen verlangen nach der Sondersitzung des Umweltausschusses am Freitag den 20.6. einen Untersuchungsausschuss. Aber auch "die umweltpolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen Christian Dürr (FDP) und Martin Bäumer (CDU). Bäumer unterstrich seine Forderung nach umfassender Aufklärung. Das Helmholtz-Zentrum habe «über Jahre wichtige Informationen zurückgehalten.» Damit sei jetzt Schluss." (ddp) Wollen wirs hoffen, denn Sander ist immer noch entschlossen, Asse II zu fluten statt den Atomdreck aus dem Berg wieder rauszuholen.

Pressemitteilung Jürgen Trittin 23.6.08 : "Asse II tickende Zeitbombe"
"... Die Einlagerung von über 125.000 Fässern mit Atommüll ist akut gefährdet. Der Betreiber von Asse II, das Helmholtz Zentrum München, hat die eindringende Lauge, darunter radioaktiv verseuchte Zuflüsse, in das unterste Stockwerk des ehemaligen Salzbergwerks geleitet. So wurde an den Atomaufsichtsbehörden vorbei eine tickende Zeitbombe geschaffen."

Trittin muß wissen wovon er redet, er war längere Zeit selbst als Bundesumweltminister für den Bereich Strahlenschutz und Reaktorsicherheit zuständig. Inzwischen sind die Kompetenzen verlagert und im Bundesforschungsministerium bei Atombefürworterin Schavan angesiedelt.

zum Anfang

Feuer und Explosion in einem schwedischen AKW

14.11.06 / OK goest ist lokales Medium - aber bei AKW-Unfällen schrumpft die Welt - alle sind betroffen. Ein Atomkraftwerk, das bereits vor einiger Zeit wegen Mängel kritisiert wurde berichtet nun von einem Störfall:

Presseinformation des Atomkraftwerk Rinhals (E-On und Vattenfall): Fire at Ringhals 3:
Shortly after midnight a fire started in a transformer at Ringhals 3. The transformer, which belongs to one of the two turbines, is located outside the turbine building and provides electricity to the unit. Ringhals’ own fire brigade was on site within a few minutes and shortly thereafter they received backup from fire brigades nearby. Around 2 a.m. the fire was extinguished. Due to the electrical faults caused by the fire a reactor trip followed. All the safety systems operated as expected and the fire had no affect on the reactor systems at all.
For further information, please contact Ringhals PR manager Torsten Bohl through our switch board +46-340-66 70 00. Ringhals PR department 2006-11-14
Quelle http://www.ringhals.se/index.asp?ItemID=858
Übersetzung:
"Kurz nach Mitternacht begann ein Brand in einem Transformer bei Ringhals 3. Der Transformer, der zu einem von zwei Turbinen gehört befindet sich ausserhalb des Turbinen-Gebäudes und stellt die Energie für die Einheit bereit. Die betriebseigene Feuerwehr von RInghals war innerhalb weniger Minuten zur Stelle und kurz darauf bekam sie Unterstützung von Feuerwehren aus der näheren Umgebung. Um ca. 2 Uhr war das Feuer gelöscht. Infolge der elektrischen Schäden an der Elektrik die vom Feuer verursacht worden waren erfolgte eine Reaktor-Schnellabschaltung. Alle SIcherheitssysteme funktionierten wie geplant und das Feuer hatte keinerlei Auswirkung auf die Reaktorsysteme." (Übersetzung goest)
Der Kölner Stadtanzeiger berichtet allerdings unter Berufung auf dpa etwas dramatischer: "Sofort nach einer weithin zu hörenden Explosion wurde Großalarm ausgelöst. Nach Beginn des Brandes stieg eine riesige Rauchwolke aus dem Atomkraftwerk an der schwedischen Kattegat-Küste bei Varberg auf."

 

Atomkraftwerke zum Klimaschutz?
Die Atomlobby (E-On, RWE, ... mit den von ihnen beeinflussten und oft direkt bezahlten Politikern) versucht die Angst vor der Klimakatastrophe zu nutzen und preist die Atomenergie als Energieerzeugung mit wenig CO² - Ausstoß an.
Das ist, wie wenn man jemandem das Erhängen anbietet mit dem Hinweis, dass er dadurch vermeiden könne geköpft zu werden.
Die gesamte Gefährdungseinschätzung der Atomenergie mit im Grundwasser absaufenden Endlagern, mit Tschernobyl-Unfällen, mit militärischen Hiroshima-Einsätzen, Transportunfällen, Betriebsstörungen, radioaktiver Verseuchung auch im normalen Dauerbetrieb , all das wird mal eben weggeschoben und nur der CO²-Ausstoß betrachtet.

Ein Widerspruch in der eigenen Betrachtungsweise müßte doch selbst eingefleischten Staats- und AKW-VertreterInnen und Polizisten deutlich werden, wenn sie einerseits Bahnhöfe sperren müssen weil herrenlose Koffer gefunden werden und man Bomben darin für möglich hält, andererseits aber durch die gleichen Bahnhöfe hochgefährliche radioaktive Stoffe transportiert werden, die bei einem Bombenanschlag je nach Windrichtung das halbe Land verseuchen würden.

Gegen AKW-Laufzeitverlängerungen und Castortransporte
27.10.06 / Am Do, den 2.11.06 Universität Verfügungsgebäude (hinter der Unibibliothek) 19 Uhr Raum VG 415. Gegen die geplante Verlängerung der AKW-Betriebe und gegen die angekündigten Castortransporte 10-13. November. Infos über die Demos am 4.11. in Biblis und Brunsbüttel mit Jochen Stay, von x-tausendmalquer
Gegen AKW-Laufzeitverlängerung, ungeeignete Endlager, Polizeiterror usw.:Castor-Mobilisierungsveranstaltung mit Jochen Stay, von x-tausendmalquer Die Atomkonzerne haben im September verschieden Anträge auf Laufzeitverlängerung eingereicht, um die AKWs Biblis A+B, Neckarwestheim und Brunsbüttel bis zur nächsten Bundeswahl zu retten und den langsamen Ausstieg des Atomkonsens danach ganz zu beenden. Deshalb gibt es am 4.11.06 2 Demos gegen Laufzeitverlängerung bei Gammel-AKWs in 4.11 Biblis + 4.11. in Brunsbüttel Von Göttingen aus ist man mit Wocheendticket schneller in Bibis Treffen Fahrt nach Biblis Sa, 4.11., 9 Uhr Hauptbahnhof Göttingen Abfahrt 9:14 Gleis 5 Fahrtzeit 4:44 Außerdem sollen vom 10. bis zum 13. November wieder 12 Castoren nach Gorleben ins Zwischenlager rollen, um dort vor dem geologisch immer noch völlig ungeeignet Endlager Gorleben zu warten. Der Castor kommt! Diesmal fährt er zum 1.Mal am Wochenende durch Göttingen! und zwar Samstagnacht, 11.11. auf So, 12.11. Es wird in Göttingen eine Mahnwache geben. x-tausendmal-quer mobilisiert zu ihrem 10-Jährigen Geburtstag dieses Jahr wie 1997 wieder an den Verladekran dort wird der Transport Montagmorgen erwartet. Es x-1000mal quer wird aber schon ab Sonntag vor Ort sein! Aber auch andere Aktionsmöglichkeiten im Wendland sollen vorstellt werden, Dazu kommt eine juristische Einführung.

Stromwechselkampagne
Mit dem Antrag auf Verlängerung der Laufzeit für Biblis A haben die Atomkonzerne Wortbruch begangen. Daher haben neun Umweltverbände die Initiative "www.atomausstieg-selber-machen.de" ins Leben gerufen. Mit dem Wechsel zu Ökostromanbietern soll den Stromkonzernen deutlich gemacht werden, dass die Bürger den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke nicht hinnehmen. Nachdem die Stromkonzerne monatelang den Atomkonsens in Frage gestellt hatten, hat nun RWE einen Antrag auf Verlängerung der Laufzeiten für den Schrottreaktor Biblis A gestellt. Mit dem Atomkonsens haben die vier großen Stromkonzerne aber einen Vertrag unterschrieben, der gerade die Übertragung von Strommengen auf Biblis A ausschließt. Daher stellt dieser Antrag einen beispielslosen Wortbruch dar. Dagegen startet die Kampagne "Atomausstieg selber machen", die von neun Umweltverbänden ins Leben gerufen wurde. In ihrem Aufruf fordern diese die Stromkunden auf, ihre Verträge mit den Stromproduzenten zu kündigen und neue Verträge bei Anbietern abzuschließen, die keinen Atomstrom beziehen. Weitere Informationen zum Stromwechsel, zu den alternativen Anbietern und zu einer Hotline finden sie auf der Homepage der Kampagne.

Versuchsendlager bei Wolfenbüttel droht abzusaufen!
Ein Versuchsendlager für schwach- und mittelradioaktiven Müll bei Wolfenbüttel (keine 85 km von Göttingen entfernt) droht abzusaufen. Seit 1988 dringen ca. 12m³ Laugenzuflüsse in die Asse II ein, einem ehemaligen Salzbergwerk, das seit 1967 als Versuchsendlager genutzt wird. Die Herkunft der Laugenzuflüsse ist bis heute nicht bekannt. Die Fachleute gehen davon aus, dass diese Laugenzuflüsse, die in den Salzstock Asse II eindringen, aus dem Deckgebirge kommen. Asse II ist offiziell ein Forschungsbergwerk, welches bis 2013 verschlossen werden soll - faktisch ist Asse II ein Atommüllendlager. In den Jahren 1967 – 1978 wurden als Versuch deklariert 124.494 Fässer mit schwachradioaktiven Stoffen in der Asse eingelagert, davon allein in den zwei Jahren bis zum Ende der Genehmigung 50.000 Fässer – das ist der gesamte, in dieser Zeit in der Bundesrepublik angefallene, schwachaktive Atommüll. In den Jahren 1972 – 1977 wurden 1.293 Behälter mit mittelradioaktiven Abfall eingelagert. Diese radioaktiven Abfälle stammen überwiegend aus der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe.Das erstellte Radionuklidinventar der GSF enthält am 01.01.2002 neben anderen Radionukliden und erheblichen Mengen von chemischen toxischen Stoffen auch 102 t Uran, 87 t Thorium, 11,6 kg Plutonium und Radium . Die gesamte Strahlungsaktivität betrug 83.300 Curie. Wegen der Laugenzuflüsse soll Asse II mit einer Magnesiumchloridlösung verfüllt werden.Kommt dieses Konzept zum Einsatz, dann werden sich die Verpackungen und Bindungen des Atommülls auflösen, Radionuklide werden in Lösung gehen und durch den Druck des Berges ins Deckgebirge ausgepresst. Die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung ist nicht auszuschließen!2003 sollte der sog. "Langzeitsicherheitsnachweis" vorgelegt werden, er wurde bis heute nicht fertig gestellt. Die Situation der Asse führt deutlich das Endlager- Dilemma vor Augen: nicht nur, dass es kein sicheres Endlager gibt, sondern das der Bevölkerung jahrelang wider besseren Wissens Sicherheit vorgegaukelt wird. Die Vorgehensweise, wie bisher mit Atommüll und deren Endlagerungen bzw. mit der Standortauswahl umgegangen wurde, scheint starke Ähnlichkeiten aufzuweisen.Das bewusste Akzeptieren von Radionukliden, die in Lösung gehen, wie es bei Asse II jetzt von Fachleuten erfolgt, könnte auch Auswirkungen auf andere Standort-Verfahren haben. Asse II zeigt deutlich, wie berechtigt und notwendig der Widerstand gegen Atomkraftwerke, Atommülltransporte und deren Auswirkungen ist.

Atommüllendlager Asse II - aktueller Stand Vortrag und Diskussion mit Heike Wiegel (Verein: Aufpassen e.V. ) Mittwoch, 7.Dez.2005, 18.00 Uhr, bei der 48h-Uni ZHG 003, Weiter Infos im Internet unter: www.aufpassen.org