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KUNST e.V. KUNST (Kultur UNterstützt STadt)

Kultur UNterstützt STadt e.V. KUNST c/o Nils König Wendenstraße 4 37073 Göttingen Tel: 0551/47706 e-mail: Kunst.eV[at]gmx.de www.kunst-ev.de , Spendenkonto: 50589217 Sparkasse Göttingen (BLZ 26050001)

Entstehungsgeschichte u. Vereinsgründung
"Kunst setzt sich zur Wehr"
"Wir alle brauchen Kunst"

Fördergeldvergabe 2010
Fördergeldvergabe 2009
Fördergeldvergabe 2008
Erfolg: Zuschußverträge erreicht
Nicht ewig Benefiz - weiter Druck machen!

Umsetzung:
> Kunstmeile - Bilder
> Kunstmeile - Programm 2001

> Aktion 2001: 1 Jahr KUNST

> KUNST Galas 2002-2011
> Kulturstiftung 2002

 

Entstehungsgeschichte der Aktion KUNST

Das Problem mit den Kürzungen im Kulturbereich begann im Jahr 2000 langsam die Gemüter zu erhitzen und machte sich in Veranstaltungen wie der "Kulturoffensive am 11.9.00 und der Kulturoffensive am 26.9.00 sowie in Protesten wie z.B. der Musa 1.9.00 und Artikeln wie in der Zeitschrift "Pampa" 1.9.2000 bemerkbar.
Schließlich bildete sich eine Initiative, die dem Rat vorschlug: Der Rat der Stadt solle für das Jahr 2001 per Beschluß auf Kürzungen im Kulturhaushalt verzichten. Unter dem Motto "Kultur UNterstützt STadt" verpflichten sich dafür alle geförderten Kultureinrichtungen und Initiativen jeweils eine zusätzliche Veranstaltung, Aktion, Aufführung oder ähnliches im Jahr 2001 unentgeltlich durchzuführen und die dabei erzielten Einnahmen in einen bei der Stadt einzurichtenden Sammeltopf einzuzahlen.
Damit der erzielte Betrag möglichst hoch wird, sollten zusätzlich für die Veranstaltungen Sponsoren gesucht werden, die z.B. den Raum, die Bühne, technische Anlagen, Essen und Trinken, Plakate, Anzeigen und vieles andere mehr zur Verfügung stellen oder bezahlen. Dieser Pakt hätte den Haushalt der Stadt möglicherweise in gleicher Höhe wie die geplanten Kürzungen entlastet.

KUNST wurde am 28.11.2000 gegründet um die von Kürzungen betroffenen Kultureinrichtungen und Initiativen zum Ausgleich für die Kürzungen im Haushaltsjahr 2001 zu unterstützen. Hauptaufgabe des Vereins: "Durchführung der Aktion KUNST im Jahr 2001"

kulturmeil8.jpg (21378 Byte)

Gründungsvorstand: Willi Arnold, Hans-Peter Hucke, Nils König und Luise Rist

Kultur UNterstützt STadt e.V. Gründungsmitglieder 2000 : Willi Arnold (Lumiere), Christoph Dressler (Musiker),Carola Gottschalk (Apex). ,Hans-Peter Hucke (KAZ), Nils König (GAL), Olaf Martin (Landschaftsverband Südniedersachsen), Anne Moldenhauer (KAZ),Thomas Müller-Gleede (ThOP),Susanne Passoke (KAZ), Luise Rist (DT), Christine Schünke (JT), Tine Tiedemann (musa), Christian Simonis (GSO), Michael Schluff (Rockbüro).

Nach der Ablehnung dieses Vorschlages durch den Rat der Stadt führte der Verein die Aktion KUNST in Eigenregie durch und stellte die Einnahmen den von den Kürzungen betroffenen Einrichtungen zur Verfügung.

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Die Idee: Kultur setzt sich zur Wehr

In Göttingen setzt sich die Kultur zur Wehr. Ein breites Bündnis aller Kulturschaffenden und ihrer Einrichtungen - vom Symphonie Orchester bis zur Film- und Kino-Initiative Lumiere, vom Deutschen Theater bis zum Kommunikations- und Aktionszentrum KAZ, vom Jungen Theater bis zum Kulturzentrum musa, von der Galerie Apex bis zum Theater im OP, vom Kindertheater Domino bis zum Rockbüro - hat sich zusammengetan, um auf das Problem aufmerksam zu machen.
Mit der Aktion KUNST versuchen die Kultureinrichtungen selbst - unterstützt von Sponsoren und HelferInnen - auf ein Jahr begrenzt die Kulturkürzungen von 100.000 DM auszugleichen. Alle von der Stadt geförderten Kultureinrichtungen und Initiativen führen eine zusätzliche Veranstaltung, Aktion, Aufführung oder Ähnliches durch. Mit den dabei erzielten Einnahmen werden die von den Haushaltskürzungen betroffenen Kultureinrichtungen unterstützt. Durch Geld- und Sachspenden von Sponsoren sollen die Einnahmen der Aktion erhöht werden.
Die ursprüngliche Idee, auf Kürzungen im Kulturhaushalt zu verzichten und stattdessen die Einnahmen aus der Aktion KUNST in den Stadthaushalt einzubringen, war im November 2000 von der Ratsmehrheit abgelehnt worden, obwohl bereits über 100 Kultureinrichtungen, KünstlerInnen, Gruppen, Firmen und Sponsoren ihre Bereitschaft erklärt hatten, die Aktion KUNST auf vielfältige Weise zu unterstützen.
Deshalb wird nun die Aktion KUNST in Eigenregie durchgeführt.  Die erzielten Einnahmen werden den von den Kürzungen betroffenen Kultureinrichtungen und Gruppen zur Verfügung gestellt. Um mit der Aktion KUNST möglichst die gekürzten 100.000 DM zusammen zu bekommen, werden viele weitere Geld- oder Sachspenden (gegen Spendenbescheinigung) sowie Sponsoren und aktive MithelferInnen benötigt! Der Verein KUNST e.V. bittet die BürgerInnen und Firmen, sich zu engagieren. Nur so kann die Kulturvielfalt Göttingens erhalten werden!

Wir alle brauchen Kunst
JedeR hat andere Träume. JedeR hat andere Vorstellungen vom Leben. JedeR hat einen anderen Begriff von Kultur. JedeR kennt das Gefühl, etwas zu vermissen. Etwas, das man noch nie besessen hat oder etwas, das irgendwo auf der Strecke geblieben ist. Das Gefühl, Bilder, Sprachen und Töne finden zu müssen, um dieses "Etwas" zum Ausdruck zu bringen.
Der Verein KUNST e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, für den Erhalt sämtlicher Kultureinrichtungen der Stadt Göttingen zu kämpfen. Alle KünstlerInnen, die hier arbeiten und durch ihre Präsenz das Leben für die Menschen in der Stadt kostbarer machen, sollen weiterhin die Möglichkeit haben, das "gewisse Etwas" zu verwirklichen.
Jede Institution bietet eine Sonderveranstaltung an, deren Eintrittsgelder sämtlich dem Verein KUNST e.V. und damit direkt den bedrohten Häusern und Gruppen gespendet werden. Viele KünstlerInnen treten in diesem Rahmen kostenlos auf. Wir hoffen darauf, dass in diesem Jahr eine Lösung für den Haushalt gefunden wird, denn diese Aktion, die sämtliche Kräfte fordert, ist einmalig. Sie ist kein Freibrief für Kürzungen im Kulturhaushalt, im Gegenteil:
Das Konzept zur Rettung der Kultur ist ein schönes und trauriges zugleich, zeigt es doch, dass der Stellenwert, den einige kulturelle Einrichtungen in der Stadt haben, nicht nur niedrig ist, sondern gegen Null geht. Die Einsparung selbst kleinster Beträge kann bei ohnehin schmal budgetierten Kultureinrichtungen fatale Folgen haben. Dass es um eine Minderheit geht, deren Existenz bedroht ist, müsste doch ein Argument für die Förderung sein und keines dagegen. Hätte es niemals Förderung von Minderheiten gegeben, wäre die Mehrheit heute in vielen Bereichen verarmt. Förderung von Minderheiten heisst, Spezialisten auszubilden - E-Gitarristen, Symphoniker, Schauspieler, Tänzer, den kleinen Mann mit der roten Pappnase,... - die jedeR für sich genommen etwas Besonderes für die Gesellschaft hinzuzufügen haben, und die wir genauso dringend brauchen wie die Minderheit der Wissenschaftler, Ärzte und Politiker.
Wir werden Veranstaltungen zeigen, die im gemeinsamen Nachdenken aller Kulturschaffenden entstanden sind. Ganz kleine und ganz große, bescheidene und größenwahnsinnige Projekte haben wir erfunden, um auf etwas aufmerksam zu machen, das unsichtbar ist und doch ganz viel Raum braucht, das Kunst oder Kultur oder ganz anders heißt, das den größtmöglichen Idealismus fordert und nicht umsonst ist.

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Fördermittel-Vergabe 2010: 10.000 Euro für interkulturelle Initiativen

Am Mittwoch, den 21. April 2010 hat der Verein KUNST im Apex seine Fördergelder 2010 an Göttinger Kulturinitiativen übergeben. Im Herbst 2009 hatte der Verein KUNST beschlossen, die Erlöse aus der KUNST-Gala 2010 an interkulturelle Projekte zu vergeben. Der Gesamterlös der KUNST-Gala betrug in diesem Jahr u.a. dank diverser Spenden und Sponsorengelder 18.000 Euro. Die Einrichtungen konnten bis Mitte Februar 2010 ihre Anträge beim Verein einreichen. Im März tagte eine ausgewählte Jury, die über insgesamt 24 Anträge mit einer Gesamthöhe von ca. 100.000 Euro zu entscheiden hatte. Nach ausführlicher Beratung wurde entschieden, nur 10.000 Euro an 7 ausgewählte Projekte zu vergeben, da viele der eingereichten Projekte nicht der Idee entsprachen, interkulturelle Begegnungen zu fördern, aus denen sich Neues entwickelt. Die restlichen 8.000 Euro werden daher zu einem späteren Zeitpunkt vergeben. 3 musikalische, 1 Tanz-, 1 Theater- und 1 Radio-Projekt sowie ein Interkulturelles Fest werden dieses Jahr gefördert. Der Verein KUNST möchte durch diese Förderungen interkulturelle Begegnungen unterstützen.

Einrichtung

Projekt

Förderbetrag

Shopping Music

Interkulturelle Improvisationsveranstaltungen

900

Nachbarschaftszentrum Grone

Internationale Musikwerkstatt

1170

Stadt Radio

Interkulturelles Kinder-Radio-Projekt

1200

Indische Kulturtage

Tanz-Begegnungen

1340

Otto-Hahn-Gymnasium

Fest der Kulturen

1800

Boat People Projekt

Theaterprojekt Keinsternhotel

2000

Roma Center

Musik-Projekt

2000

Summe

10310

Fördermittelvergabe 2009: Finanzierung von Frauen/Mädchen-Projekten

27.10.08 / Der Erlös der Gala wird diesmal an Kultureinrichtungen und Initiativen vergeben, die Projekte mit und für Mädchen und Frauen durchführen bzw. an Projekte, die selbst von Mädchen und Frauen durchgeführt werden. Antragsberechtigt sind Kultureinrichtungen, Initiativen, Vereine, Gruppen oder Schulen, die derartige Projekte allein oder mit Partnern durchführen wollen. Ein eigner Beitrag des Göttinger Frauenforums auf der Gala am 8.März wird den Bezug zum internationalen Frauentag, der jedes Jahr am 8. März gefeiert wird, herstellen.

Anträge
Anträge auf Förderung können ab sofort gestellt werden. Die Anträge müssen von den Kultureinrichtungen, Initiativen, Vereine, Gruppen oder Schulen gestellt werden. Bei Projekten von 2 oder mehr Partnern müssen alle Partner gemeinsam den Antrag einreichen. Für das beantragte Projekt muss eine Projektbeschreibung und eine Gesamtkosten- und Einnahmeaufstellung vorgelegt werden, die die bei KUNST beantragte Fördersumme enthält. Eine Doppelförderung von KUNST und aus dem so genannten städtischen "Sammeltopf" für das gleiche Projekt ist möglich. Förderanträge sind schriftlich bis zum 20. Februar 2009 an den Verein KUNST, Wendenstraße 4, 37073 Göttingen, zu richten.

Programmvorschau auf die KUNST-Gala 2009 am 8. März 2009
Die KUNST-Gala 2009 findet am 8. März 2009 wie immer in der Göttinger Stadthalle statt. Ein umfangreiches Programm mit fast 20 Auftritten im Foyer, auf 2 Foyer-Bühnen und der Bühne des großen Saals erwartet die Zuschauer. Mit dabei sein werden u.a. das Göttinger Symphonie Orchester, SchauspielerInnen des Deutschen und Jungen Theaters sowie des ThOP und Aktive aus dem KAZ , der musa und dem Apex. Es wird Beiträge der Händel-Festspiele, der neuen Reihe Epoche F, der Neuen Medienszene und des Studentenwerks geben. Und als Gast wird Mia Zintarra mit Band auftreten!

Vorverkauf beginnt am Do 30. Oktober 2008

 

Fördergeldvergabe 2008 : Förderung von Projekten mit neuen Kooperationsformen

Am Mittwoch, den 23. April 2008 hat der KUNST e.V. seine Fördergelder 2008 an Göttinger Kultureinrichtungen übergeben. Die Erlöse aus der KUNST-Gala 2008 betrugen 17.500 Euro und sollten an Kultureinrichtungen bzw -initiativen vergeben werden, die Kooperationsprojekte durchführen und neue Formen der Zusammenarbeit ausprobieren wollen. Im März wurde über insgesamt 16 Anträge mit einer entschieden. 11 Kooperationsprojekte wurden ausgewählt: 3 Projekte aus dem Bereich Musik, je 2 Projekte aus den Bereichen Theater, Film und bildende Kunst sowie je 1 Zirkus- und ein kombiniertes Tanz-,Film- und Musikprojekt.

Fotos: KUNST e.V., VertreterInnen der Kulturgruppen halten Schilder hoch auf denen verzeichnet ist, wieviel sie bekommen

Fördergeld-Vergabe 2007 : Kinder-Projekte

Im Mai 2007 vergab der KUNST e.V. 19.000 Euro an 17 Göttinger Kultureinrichtungen und Initiativen . VertreterInnen der Kultureinrichtungen, denen Fördergelder zugesprochen wurden, nahmen die Gelder persönlich entgegen . Im Herbst 2006 hatte der Verein KUNST beschlossen, die Erlöse aus der KUNST-Gala 2007 an Göttinger Kultureinrichtungen und Initiativen zu vergeben, die Projekte mit und für Kinder und Jugendliche durchführen bzw. selbst von kindern und jugendlichen durchgeführt werden. Der Gesamterlös der KUNST-Gala betrug in diesem Jahr u.a. dank diverser Spenden und Sponsorengelder 19.000 Euro. Die Einrichtungen konnten bis Februar 2007 ihre Anträge beim Verein einreichen. Am 10. April tagte eine ausgewählte Jury, die über insgesamt 20 Anträge mit einer Gesamthöhe von ca. 35.000 Euro zu entscheiden hatte. Nach ausführlicher Beratung wurden der KUNST-Mitgliederversammlung ein Vorschlag zur Förderung von 17 Einrichtungen und Initiativen unterbreitet.

 

Erfolg: 2006 Städtische Zuschußverträge erreicht

Pressemitteilung KUNST e.V. 30.11.06 / "Der Verein KUNST e.V. hat in seiner monatlichen Mitgliederversammlung vom 22. November den Beschluss des Rates der Stadt Göttingen zur zukünftigen umfassenden Absicherung der Kulturförderung mit großer Freude begrüßt. Er dankt allen im Rat vertretenen Parteien für diesen einstimmigen Beschluss. Damit wird der großen Bedeutung der Kultur für die Lebensqualität und die weitere Entwicklung der Universitätsstadt Göttingen Rechnung getragen.
"Wir sind sehr glücklich, dass die langjährige Forderung von KUNST, die Arbeit aller Kultureinrichtungen durch Zuschußverträge abzusichern, nun durch diesen Beschluß in vollem Umfang erfüllt wird!" betonten die Vorstandsmitglieder Willi Arnold und Nils König.
Einrichtungen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten anerkannt kulturell wichtige Arbeit geleistet haben, mussten bisher immer noch jedes Jahr neue Förderanträge stellen, über die wegen des komplizierten Genehmigungsverfahrens des Landes teilweise erst weit nach Jahresbeginn entschieden wurde. Seit Jahren sorgten Kürzungsbeschlüsse und auch bereits durchgeführte Einsparungen für Verunsicherung und bedrohten die Qualität der Kulturarbeit.
"Diese Form von Unsicherheiten und Behinderungen der Arbeit ist nun vorbei," freute sich Willi Arnold. Der Beschluss des Rates sichert die Förderung mindestens auf der Höhe des Jahres 2006 für fünf Jahre durch neue Zuschussverträge ab. Nicht nur die großen Institutionen, sondern auch eine Vielzahl kleinerer Einrichtungen werden dadurch jetzt endlich abgesichert..
Dies gibt allen Künstlern und Kulturschaffenden Planungssicherheit und stellt den Aufbruch in eine neue Ära der Beziehungen zwischen Politik und Kultur, die das gemeinsame Interesse an der zukünftigen Gestaltung der Göttinger Kulturlandschaft unterstreicht.
"Wir begrüßen dies ausdrücklich und sehen darin auch die Anerkennung der Beiträge aller Einrichtungen für eine breite und vielgestaltige Kulturlandschaft in Göttingen," erklärte Nils König.
"Das Ende der in den letzen Jahren allzu oft geführten Abwehrkämpfe gegen Kürzungen wird Kräfte freisetzen, die die schon erreichte Qualität der Kulturarbeit der Einrichtungen noch weiter steigern wird," meinte Willi Arnold abschließend.
"

 

Nicht ewig Benefiz - sondern weiter Druck machen!

goest fragte 2001 klar und deutlich bei einer Pressekonferenz des KUNST eV: "Soll die Aktion KUNST auf ein Jahr beschränkt bleiben oder eine Dauereinrichtung werden" - Die Reaktion fast im Chor "Nein nach einem Jahr wird diese Aktion beendet" - Inzwischen ist es 2003 [Update .. es ist jetzt schon 2011] Ist der Verteilungskampf mit der Verwaltung aufgegeben? Siehe auch: Kritik in der "Göttinger Drucksache". und Kritik in der Zeitschrift "Pampa"

Stellungnahme dazu von Michael Schluff, (KUNST e.V)
Das mit dem "ein Jahr Aktion KUNST und dann aufhören" wurde aufmerksam beobachtet ;-).  Allerdings bezog und bezieht sich diese Absicht darauf, ständig Benefizveranstaltungen ohne Gagen und Kostenerstattungen durchzuführen. Das kann für uns als Veranstalter, wie auch als ausführende Künstler nicht Ziel und Zweck dieser Aktion sein, denn wir wollen ja deutlich machen, dass es Kultur in jeder Form nicht umsonst gibt!
Diese Benefizveranstaltungen gibt es aber mit dem Abschluss der Aktion KUNST auch nicht mehr. Die jährliche KUNST-Gala kann man, wenn man will, als Ausnahme betrachten, muss man aber nicht: Hier wird auf einer punktuellen Großveranstaltung die Vielfalt der Göttinger Kulturlandschaft einem breiten und - zu unserer normalen Klientel unterschiedlichen - Publikum präsentiert. Das geschieht auch auf ausdrücklichen Wunsch der Beteiligten. Wer genau auf die Veranstaltungsprogramme der letzten zwei Jahre in Göttingen achtet, bemerkt auch, dass die Künstler, die durch KUNST-Veranstaltungen in Erscheinung getreten sind, später auch (bezahlte) Engagements bei anderen Veranstaltungen bekommen haben, z. B. bei der Nacht der Kultur usw.. Das war ja auch eines unserer Ziele: Werbung für die Göttinger Kultur.
Anders als bei den Benefizveranstaltungen sehen wir inhaltlich die Arbeit nicht als beendet an. Darum existiert der Verein KUNST weiter. Zum Einen hat dieser Verein erreicht, dass sich Politik und Verwaltung nicht noch einmal wegen Kürzungen von 50.000,- EURO so einen Ärger ins Haus holen werden. Zum Anderen müssen wir auch weiterhin Geschlossenheit zeigen und diesen Druck aufrecht erhalten. Dazu kommt, dass KUNST einen Vertreter im Kulturausschuss hat, was bedeutet, dass die Belange der Göttinger Kultureinrichtungen hier direkt vorgebracht werden können.
Es gibt aber auch noch viel zu tun: die Kulturlandschaft ist keinesfalls gesichert!:
- Durch den von der Bundesregierung geplanten Wegfall von öffentlich geförderten ABM- und BSHG-Massnahmen werden viele Projekte eingestellt werden müssen. Ebenso fehlen dadurch z. B. Hilfskräfte für den Haus- und Technikbereich. Das muss von den Kommunen aufgefangen werden.
- Die Landesregierung will die Bezirksregierungen abschaffen, über die bisher ein Großteil der Landesmittel für Kultur vergeben wurde. Das ist im Ansatz als Sparmassnahme richtig, aber bei der Frage, wie denn die Mittel sonst vergeben werden sollen, ist unsere Mitarbeit notwendig. Es muss verhindert werden, dass die kleinen Kulturverbände hierbei auf der Strecke bleiben. Das betrifft insbesondere die Bereiche Rock/Popmusik, Literatur und freie Theater.
- Ebenso plant die Landesregierung, den Etat für Soziokultur um ca. 16 % zu kürzen, was bedeutet, dass für 2004 vom Land keine Investitionsmittel für die soziokulturellen Zentren Apex, Lumière, KAZ und musa zur Verfügung stehen würden. Auch die Kürzungen im Musikbereich, bei gleichzeitigem Ausrufen des "Musikland Niedersachsen 2004" (!), können die Laienmusikverbände, Projekte vom Rockbüro Göttingen und Veranstaltungen wie die Frauenmusiktage oder das Rockfestival in Osterode treffen.
- Vor Ort in Göttingen haben wir aktuell das Thema "JuZI", dass mal wieder von der Jungen Union in die Runde geworfen wurde. Das JuZI ist nicht nur ein Jugendzentrum, sondern dazu einer der grössten alternativen Kulturanbieter der Region, das muss verdeutlicht werden.
"Aktion KUNST" ist beendet, die Arbeit des KUNST e.V. noch lange nicht.
Michael Schluff schluff@musa.de

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