Goettinger Stadtinfo
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Studierendenhäuser

Verhandlungen "Modell für kollektives Wohnen"
Abmahnungen wegen politischer Transparente
"Here -to-stay " am Weihnachtsmarkt
Es geht um Wohnheime und um Freiräume
Geiststr.: Wohnungskündigung mitten im Semester?

Konflikt um die Häuser 2007
Stellungnahme des Studentenwerks 26.10.07
Freiräume-Demo + 25 Jahre Juzi 11.8.07
Selbstverwaltung in Gefahr
24.5.07
SEinige Widersprüche in der Wohnheim-Kampagne

> Demo Freiräume-Demo ALi-Aktionstage Okt..07


> Studentenwerk
> Leitseite Uni

>> Kreuzbergring

> Hausbesetzung 2006
>> Alte Hausbesetzungs-Bilder
> Wagenplatz
> Wohnen mit Hartz 4 KdU

>>www.heretostay.de/

Gentryfication / Gentrification / Gentrifizierung / Gentrifikation

goest Definition / 25.7.11 / Der englische Begriff "Gentry" bezeichnet "niederen Adel" und "höheres Bürgertum". Gentryfication wird zur Beschreibung von Veränderungen in Stadtvierteln benutzt, bei denen aus einfachen Quartieren Schicki-Micki-Blocks entstehen mit entsprechend hohen Mieten, was verbunden ist mit entsprechend hochpreisigen Lokalen. Insgesamt ist damit die Verdrängung der bisherigen EinwohnerInnen verbunden, die Zerschlagung gewachsener urbaner sozialer Zusammenhänge und basisnahen kulturellen Lebens. Stattdessen entstehen sozial kalte, unwirtliche Strukturen, die von Geld und Herrschaft geprägt sind.

>>Empire St. Pauli / Film zu Gentrification der Film kann online angeschaut werden.

 

Verhandlungen über "Modell für kollektives Wohnen in Göttingen" abgebrochen

29.3.11 / Die Gruppierung „Here to Stay“ (c/o Verein für kommunikative Wohnformen – Gotmarstr. 9) versucht seit 4 Jahren in Verhandlungen mit dem Studentenwerk "kollektive Mietverträge" auszuhandeln, die den "Erhalt der Selbstverwaltungsstrukturen" für die "studentischen Wohnkollektive" Burgstraße, Gosslerstrasse, Gotmarstraße, Kreuzbergring und Rote Straße ermöglichen.

In einer Pressemitteilung von "Here to stay" am 29.3.11 heißt es:
"Ende 2009 wurden in Verhandlungsgesprächen seitens des Studentenwerks mündliche Zusagen gemacht, welche "Here to Stay" neue Verträge mit einer Aufrechterhaltung der Selbstverwaltungsstruktur in Aussicht stellten. Daher beauftragte die Kampagne Anfang 2010 einen Anwalt mit der Ausarbeitung eines Mietvertragsentwurfs, der sich an den gemeinsam mit dem Studentenwerk vereinbarten Rahmenbedingungen orientierte. Im September des gleichen Jahres wartete das Studentenwerk jedoch mit einem Gegenentwurf auf, der inhaltlich weit hinter die bereits mündlich getroffenen Vereinbarungen zurückfiel. Wichtige Faktoren des kollektiven Wohnens, wie beispielsweise die freie MitbewohnerInnenwahl, wurden darin missachtet oder mit bürokratischen Hürden verbaut, die sie ad absurdum führten."
Das Studentenwerk, so heisst es weiter, habe nun schriftlich mitgeteilt, dass es die Verhandlungen als gescheitert ansehe. Selbstbewußt schreibt die Gruppierung: "Wir fordern das Studentenwerk Göttingen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wobei wir die Vereinbarungen von 2009 als Ausgangspunkt weiterer Verhandlungen ansehen und die Kampagne "Here to Stay" als gleichberechtigten Partner zu akzeptieren."

 

Wohngemeinschaften erhalten Abmahnungen wegen politischer Transparente

26.1.11 / Vertreter/innen von "Here to Stay" c/o Verein für kommunikative Wohnformen - Gotmarstr. 9 - protestieren in einem Offenen Brief gegen die Ankündigung des Studentenwerks, das Aushängen von Transparenten an den Häusern des Studentenwerks nicht länger zu dulden. In dem Schreiben der BewohnerInnen von Studierendenwohnheimen heißt es u.a. "So erhielten in den letzten Wochen und Monaten zwei Wohngemeinschaften im Kreuzbergring Abmahnungen von Ihrer (des Studentenwerks) rechtlichen Vertretung, die bis dato lediglich damit betraut war, die Vertragsverhandlungen zwischen "Here To Stay"-Häusern und dem Studentenwerk zu führen. (...) Zuletzt weiteten Sie ihre Abmahnungspolitik auch auf Wohngemeinschaften in Häusern aus, die nicht in der "Here to stay"-Kampagne organisiert sind. Diese hatten Transparente aufgehängt, die sich gegen den Castortransport Anfang November ins Wendland aussprachen."


Transparente an den Häusern "Rote Straße" im Jahr 2000 "Gegen Nazis"

Diese Maßnahmen des Studentenwerks werten die Verfasser/innen des Offenen Briefes als "Verbote freier politischer Meinungsäußerung" Die Transparente hätten Forderungen nach besserer Bildung, sowie selbstbestimmtem Leben und Lernen, Protest gegen Abschiebungen, und Aufrufe gegen Naziaufmärsche zum Inhalt gehabt. Sie fordern die Rücknahme der Abmahnungen.

 

Kundgebung der "Here -to-stay Kampagne" am Weihnachtsmarkt

Kundgebung am Samstag, den 18.12.2010
Innenstadt (Nähe Weihnachstmarkt) Zeit: 15:30 Uhr

Studierenden-Wohnhäuser-Kampagene Here-to-stay hatte eine Kundgebung angekündigt mit den Worten: "Da das Göttinger Studentenwerk momentan sehr bemüht zu sein scheint, die Verhandlungsarbeit der letzten Jahre zu annullieren und mit ihrem Mietvertragsentwurf weit hinter den bereits vereinbarten Absprachen mit der Kampagne "Here to Stay" der alternativen Wohnräume in der Burgstraße, Gosslerstrasse, Gotmarstraße, dem Kreuzbergring & der Roten Straße zurückbleibt, ist für uns wiederum die Zeit gekommen, die Öffentlichkeit zu suchen und dem Studentenwerk zu zeigen: Wir sind hier um zu bleiben!"

Sie forderten in ihrem Flugblatt "erschwinglichen Wohnraum für alle", sind gegen den "Umbau der Innenstadt in einen Freizeit und Konsumpark" und wollen eine Auseinandersetzung "mit der rein leistungsbezogenen Effizienzstruktur in Stadt und Universitätsbetrieb"

In einer Erklärung der Kampagnen-Organisation nach der Kundgebung heißt es zu dem Schritt in die Öffentlichkeit u.a.: ". Dieser Schritt war notwendig geworden, nachdem das Studentenwerk einen Mietvertragsentwurf vorgelegt hatte, der weder auf die Forderungen von „Here To Stay“ einging, noch zuvor getätigte mündliche Zusagen berücksichtigte. Enttäuscht von einer solchen Verhandlungsführung möchten wir nun wieder vermehrt die Göttinger Bürgerinnen und Bürger an unserem Kampf für den Erhalt selbstverwalteter Strukturen teilhaben lassen."
Es wurden Flugblätter verteilt und Ansprachen gehalten, u.a. "Redebeiträge zur Geschichte der Häuser und ihrer Besetzungen, sowie zur aktuellen Situation. (...) Einer der Beiträge warnte das Studentenwerk, es müsse damit rechnen, umfassend an Glaubwürdigkeit zu verlieren:Seinen Zielen und Aufgaben nicht gerecht zu werden, sowie Zusagen nicht einzuhalten, zeugt von Ignoranz und einem mehr als zweifelhaften Wirken des Studentenwerkes. Mit dem Versuch, die Kampagne hinzuhalten und eventuell gar zur Aufgabe zu zwingen, wendet sich das Studentenwerk nicht nur gegen seine eigenen Maßgaben und Zusagen, sondern generell und in aller Deutlichkeit gegen Wohnformen, die dem ohnehin schon immens gestiegenen Druck des Studiums etwas entgegensetzen können, gegen bezahlbaren Wohnraum und das Engagement seiner Studierenden im Allgemeinen.

(Die Angaben über die Zahl der TeilnehmerInnen schwankt zwischen 70 und 90)

Kampfeinheit der Polizei gegen aufklärende Kundgebung

Gegen legitime demokratische Äusserungsformen wird eine Polizeieinheit aufgefahren, die angeblich für die Bekämpfung der Schwerkriminalität gegründet wurde.

Angesichts der Thematik und Form dieser Kundgebung greift man sich ungläubig an den Kopf, wenn hierfür die Polizeitruppe "Beweissicherungs und Feststellung Einheit" (BFE) aus Hannover anrückt. Diese BFE-Einheiten sind für ihre Gewalttätigkeit in der Kritik. Z.B. ist bei den Antifa-Demos die bayrische BFE (die heisst dort USK) entsprechend unangenehm aufgefallen. Die Gewalttäter in den Reihen der Polizei konnten bei einer Anzeige nie ermittelt werden, weil sie nicht identifizierbar waren! Bei der Gründung von BFE-Einheiten hiess es, sie seien für ganz gefährliche Einsätze gebildet worden, die aber noch nicht den Einsatz von GSG 9 erforderlich machten.

Die Einheiten, die mit den Transportern in der Kurzen Geismar Str. parkten haben als Kennzeichnung einen schwarzen Kreis, Dreiecke oder andere Symbole auf blauem Viereck auf dem Rücken getragen so wie auf dem >>Foto und anderen Fotos in der >>kreiszeitung.de - In diesem Bericht der Kreiszeitung.de wird die BFE als Spezialkräfte zum "Einsatz gegen Neonazis" vorgestellt.

"Die Ausrüstung der Beamten bei den BFEs ist für ein hohes Gewaltpotential und Störeraufkommen ausgelegt, und unterscheidet sich daher von der Ausrüstung der Beamten im Streifendienst oder der Einsatzhundertschaft teilweise erheblich" Wikipedia

 

 

Es geht nicht nur um Wohnheime, sondern im weiteren Sinn um Freiräume

(Zwar stammt der Kommentar von 2007 (bezogen damals auf die Demo am 11.8.07 - wird aber wegen der grundsätzlichen Betrachtungsweise hier weiterhin zur Einleitung vorangestellt)

Linke kulturelle Infrastruktur gegen "ödes konformistisches Klima"
Bei der Demonstration ging es nicht allein um die Studierendenwohnungen und deren Selbstverwaltung sondern generell um "Freiräume". Freiräume wie das Jugendzentrum Innenstadt JuzI, das eher ein politisches Zentrum für alle Altersgruppen ist, Freiraum wie es das "Café Kollabs" in der Uni war, Freiraum wie es der Fachschaftstraum im AStA der Universität war, Freiräume wie es Theaterkeller , Kabale und Buchladen Rote Straße sind, Freiraum wie es der Wagenplatz ist. Deshalb findet die Demo an einem Wochenende statt, an dem das JuzI 25 Jahre Selbstverwaltung feiert. In einer Presseerklärung zu der Kampagne heisst es:
"Die linke Szene mit ihren Treffpunkten, kulturellen Aktivitäten und einer Vielzahl an politischen Gruppen braucht selbstverwaltete Wohnformen, wie sie in den entsprechenden Wohnheimen seit z.T. mehr als 30 Jahren bestehen. Ohne sie besteht die Gefahr, dass auch Göttingen zu einem studentisch geprägten Provinzkaff mit öde konformistischem Klima wird, wie dies in manch anderer einstmals "linken Unistadt" schon längst geschehen ist."
Und auf dem Flugblatt zur Demo heisst es "In Göttingen existieren seit Jahrzehnten zahlreiche Einrichtungen, Initiativen und politische Gruppen, die bis heute insgesamt als 'linke Szene' bezeichnet werden können. Aus ihr sind Einrichtungen hervorgegangen, welche über die Bedeutung für die Szene selbst hinaus das Stadtbild und das kulturelle Geschehen in Göttingen positiv geprägt haben. So erschließen sich allen Interessierten viele Möglichkeiten der links-orientierten Lebensgestaltung im Theaterkeller, JuZI, Café Kabale, Buchladen Rote Straße und in den (noch) zahlenmäßig vielen Wohngemeinschaften sowie anderen sozialen Zusammenhängen und Initiativen in dieser Stadt."

Repressiver Angriff auf die Freiräume
Diese Freiräume, darauf weist der Flugblatttext richtig hin, werden durch eine systematische, repressive Strategie eingeschränkt. Dazu gehören die zeitweise Besetzung der Stadt durch Polizei z.B. im Vorfeld von Demonstrationen, die Beseitigung politischer Parolen von Häuserwänden an Universitäts- und Stadtgebäuden, sowie eine Rechtssprechung, die kleinsten Anlässen mit großer Härte begegnet. Darüber hinaus flankiert eine Sauberkeits-Propaganda Maßnahmen gegen alles Störende, das es zu eliminieren gilt. Was die Konsum- und Geldausgebekultur stört wird eliminiert oder zumindest mit massiver Polizeipräsenz oder Videokameras überwacht - wie die Auseinandersetzung um den Wilhelmsplatz zeigt.

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Mitteilung der - Studierenden-Wohnheime im Here-to-stay - Verbund

10.11.09 / "Am Mittwoch den 11.11.09 findet um 10 Uhr das nächste Treffen zwischen dem Studentenwerk und den Häusern der Here to Stay Kamapagne statt. Inhaltlich soll es um die Ausgestaltung des zukünftigen Status der Häuser gehen, welcher zu Jahresbeginn durch das Studentenwerk geändert werden soll. Inwiefern dieser neue Status sich mit den Vorstellungen eines selbstverwalteten und sozialen Miteinanders, sowie den Bedürfnissen der Bewohner_innen deckt, muss dann geprüft und erarbeitet werden. Hintergrund ist der Versuch des Studentenwerks, die letzten noch existierenden Kollektivmietverträge Göttinger Studierendenwohnheime in Einzelmietverträge zu überführen. Die Geschichte, der sich daraufhin gegründeten Here to Stay Kampagne und ihrem bislang erfolgreichen Kampf könnt ihr auf der Kampagnen-Seite unter http://www.heretostay.de/Pressespiegel.htm nachlesen. Nach zahlreichen Protesten und Verhandlungen nahm das Studentenwerk Abstand von seinen Plänen. Nun geht es darum, die erkämpften Erfolge zu sichern und auszuweiten! Über den Ausgang des Gespräches halten wir euch natürlich auf dem laufenden. Für mehr selbstbestimmtes Wohnen! Here to Stay. "

 

Geiststr.: Wohnungskündigung mitten im Semester?

3.11.09 / Nach der Information von BewohnerInnen des Studierendenheims in der Geiststr. 10 wurden den BewohnerInnen mitten im Semester die Mietverträge gekündigt. Vermieter ist das Studentenwerk, dessen Vertrag mit der Besitzerin, der Universität Göttingen aber auslaufen und dadurch zu dieser Maßnahme gezwungen scheint.

Offensichtlich versucht die Uni das Gebäude anderweitig zu nutzen oder zu verkaufen und geht dabei wenig rücksichtsvoll mit ihren Studierenden um, die dort zur Zeit wohnen.

Foto: Eingang des Studentenwohnheims Geiststr. 10

Inzwischen wurde folgendes seitens des Studentenwerkes bekannt: "1. Der Nutzungsvertrag mit der Uni läuft zum 31.3.2010 aus. 2. Die Mieter haben vorsichtshalber auch alle nur Mietverträge, die bis zum 31.3.2010 befristet sind. Also ist dem Studentenwerk erstmal nichts vorzuwerfen." Den Bewohnern sei auch das Angebot gemacht worden, sie recht unbürokratisch in anderen Wohnheimen unterzubringen.

Das Studentenwohnheim Geiststr. 10 war früher die Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universität und ist ein mächtiger Gebäudekomplex in der Geiststraße, mitten in der Innenstadt.

Pressemitteilung Studentenwerk Göttingen 4.11.09

"Studentenwerk Göttingen gibt Wohnheim an Universität zurück Zum 31. März 2010 endet die zwischen dem Studentenwerk und der Georg August Universität geschlossene Nutzungsvereinbarung für das Gebäude Geiststraße 10. 65 Studierende fanden in der Vergangenheit hier günstige Wohnheimplätze, auf die sie nun verzichten müssen, da die Universität ihr Gebäude selber nutzen möchte. Für die Bewohner kommt dieser Termin nicht überraschend, denn das Studentenwerk hatte mit ihnen bereits Mietverträge abgeschlossen, deren Laufzeit am 31.3.2010 endet. Darüber hinaus hat das Studentenwerk den Mietern zahlreiche Zusagen gemacht, damit sie auch nach dem Stichtag weiterhin in einem anderen Wohnheim einen günstigen Platz zu bekommen. Aus Sicht des Studentenwerks ist diese Entwicklung zwar bedauerlich, sie zeigt jedoch andererseits, dass die Forderung, mit einer weiterhin wachsenden Universität auch künftig ausreichend günstigen Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen, nach wie vor große Bedeutung hat. Da das Studentenwerk nicht in der Lage ist, aus eigenen Mitteln neue, moderne Wohnheime zu bauen, bleiben Land und Bund aufgefordert, hier für eine angemessene Finanzierung zu sorgen, wie sie in der Vergangenheit praktiziert wurde."

 

Konflikt um die Häuser Rote Straße, Kreuzbergring, Goßler Str., Gotmarstr.

Pressemitteilung Studentenwerk 5.11.07
Mietverhältnisse Rote Straße/Burgstraße, Kreuzbergring, Goßlerstraße und Gotmarstraße

"Mitarbeiter des Studentenwerks und Vertreter der Vereine und GbRs der Wohnobjekte sowie BewohnerInnen der Häuser waren am 31.10.07 zu einer weiteren Unterredung zusammen gekommen, um die Gestaltung der mietvertraglichen Regelungen und die für alle Wohnheime des Studentenwerks geltenden Belegungskriterien sowie deren Anwendung bei der Vergabe der Wohnplätze zu erörtern. Das Gespräch verlief in einer angenehmen und konstruktiven Atmosphäre erklärte Prof. Dr. Jörg Magull, der Vorstandsvorsitzende des Studentenwerks.
Magull machte unter Hinweis auf den satzungsgemäßen Auftrag des Studentenwerks und der Beschlusslage im Vorstand – egal wie die Ausgestaltung der Verträge für die Mietverhältnisse aussieht – deutlich, dass kein berechtigter Interessent von der Bewerbung für einen Wohnplatz in den betreffenden Häusern abgewiesen werden dürfe, es eine größtmögliche Transparenz bei der Auswahl der Nachmieter geben muss und eine Beschränkung der Wohndauer zu vereinbaren ist, um möglichst vielen Studierenden einen mit öffentlichen Mitteln geförderten Wohnplatz zur Verfügung stellen zu können.
Wenn es gelingt, unter Zugrundelegung dieser unabweisbaren Forderungen in einer schriftlichen Fixierung zu einvernehmlichen Absprachen zu kommen, die auch Freiraum für Verlängerungsmöglichkeiten in Härtefällen und Nichtanrechnung von Wohnzeiten durch Ausübung von Ämtern gibt, ist es für das Studentenwerk denkbar, von der bisherigen Forderung nach Umstellung der Kollektivmietverträge in Einzelmietverträge für alle BewohnerInnen abzuweichen.
Das sich anschließende Verfahren der Bekanntgabe von Ein- und Auszügen und Verlängerungen könne in vereinfachter Form von den Vereinen bzw. GbRs durch Meldelisten unter Beifügung der gültigen Studienbescheinigungen erfolgen.
Aus den Diskussionsbeiträgen entstand für für das Studententenwerk der Eindruck, dass es für die Vereinbarung derartiger Regelungen Raum unter den Beteiligten gibt. Es wurde deshalb vereinbart, bis März 2008 Vorschläge zur Ausgestaltung solcher Zusatzvereinbarungen zu den gültigen Mietverträgen gegenseitig auszutauschen.
Von Seiten des Studentenwerks wurde die Absicht bekräftigt, eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. Die Kündigung des Mietverhältnisses mit der GbR Hausgemeinschaft Goßlerstr. 21 – ausgesprochen zum 31.03.2008 – wurde zurückgenommen."

 

Antwort auf den Offenen Brief des Studentenwerks
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Offener Brief der Göttinger Kampagne "Here to stay. Selbstverwaltete Strukturen verteidigen" an das Studentenwerk Göttingen Göttingen 30. Oktober 2007

Liebes Studentenwerk,
(...) Endlich haben auch Sie sich veranlasst gefühlt, in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen. Wir haben von Beginn an betont, dass die geplante Umstrukturierung der Mietverhältnisse kein administrativer, sondern ein politischer Akt ist, der daher auch in der Öffentlichkeit diskutiert werden sollte. (...)
Nur aufgrund des Widerstandes der damaligen BewohnerInnen existieren diese Häuser und damit der studentische Wohnraum noch. Die Häuser sind von den damaligen BewohnerInnen erkämpft und eingerichtet worden; mit dem Anspruch, andere Wohnformen zu schaffen. Als aktuelle VertreterInnen der damals gegründeten Vereine und GbRs sehen wir es als unseren Auftrag an, diese Projekte und Ideen des solidarischen, kollektiven Zusammenlebens am Leben zu erhalten. Mit der von Ihnen angedachten Auflösung der Kollektivmietverträge wäre – entgegen ihrer Behauptung – die bislang erfolgreich praktizierte Selbstverwaltung in den entsprechenden Häusern nicht mehr gewährleistet.
(...) Zum einen behaupten Sie offenbar wider besseren Wissens, es gäbe kaum eine Kontrolle über die Vergabe der Wohnplätze. Dabei reichen die BewohnerInnen der Häuser regelmäßig den Mietverträgen entsprechend Nachweise, d.h. Immatrikulationsbescheinigungen beim Studentenwerk ein, wodurch (bei Bedarf) eine vollständige Kontrolle über BewohnerInnen und Wohndauer vorhanden ist.
(...) Weiter schreiben Sie: Gleiches Recht für alle hieße Einzelmietverträge für alle. Ein für uns sehr fragwürdiger Versuch, die Umstrukturierung als einen solidarischen Akt hinzustellen. (...) Die Gleichbehandlung, die von Ihnen hingegen gefordert wird, bedeutet: Allen soll es gleich schlecht gehen. (...) Dies gilt auch für das Argument der Wohnzeitbegrenzung, die im übrigen entgegen Ihrer Behauptung in den meisten unserer Mietverträge nicht festgeschrieben ist. Eine Maßnahme, die – genauso wie die Studiengebühren – aufgrund ökonomischer Zwänge noch mehr Menschen die Möglichkeit nimmt, ihr Studium (ohne Aufnahme eines Kredits) abzuschliessen, als "Gleiche Chancen für alle" hinzustellen, ist unserer Ansicht nach mehr als zynisch.
(...) In einem Punkt müssen wir Ihnen besonders widersprechen: Sie schreiben, "dass jede Wohngemeinschaft nach wie vor ihre Mitbewohner selber aussuchen kann." Genau an diesem Punkt sind ihre Verhandlungen mit den BewohnerInnen der Goßlerstr. 21 gescheitert, und auch in anderen Gesprächen haben Sie uns dieses Recht explizit abgesprochen.
(...) Entgegen Ihrer Behauptung haben wir das Studentenwerk bisher nicht diskreditiert und haben dies auch in Zukunft nicht vor. Aber wir werden uns auch in Zukunft dagegen wehren, dass - wie in Ihrem Brief - die Verschlechterung der Bedingungen für alle als eine solidarische und gerechtigkeitsfördernde Maßnahme dargestellt wird.

Ihre Here-to-Stay Kampagne

P.S.: In Bezug auf ihre Bitte, Einfluss auf die uns "nahe stehenden Kampagnen" zu nehmen: Es ist für uns selbstverständlich und erfreulich, dass sich auch andere Gruppen und Kampagnen in Göttingen mit der Umstrukturierung befassen, diese als Angriff auf wichtige und ehemals erkämpfte Strukturen ansehen und daher kritisch begleiten. Auf deren Argumentationen und Vorgehensweisen haben wir keinen Einfluss. Wir sind die Here-to-Stay-Kampagne, vertreten die Vollversammlung der BewohnerInnen der aktuell betroffenen Häuser und sprechen nur für uns.

 

Offener Brief des Studentenwerks 26.10.07
Diese Stellungnahme zeigt, dass die Kampagne um die Studierendenwohnheime nicht mehr ignoriert wird.

Offener Brief an die BewohnerInnen der Häuser Kreuzbergring 10/12, Rote Straße 1-5, Burgstraße 52, Gotmarstraße 9 u. 10, Goßlerstraße 21

Liebe Mieterinnen und Mieter,
leider mussten wir feststellen, dass das Studentenwerk gegenwärtig zum Ziel einer Kampagne auserkoren wurde, die weitestgehend auf falschen Informationen beruht. Dieser Situation wollen wir mit einem offenen Brief begegnen – insbesondere auch, da diese Diskussion durch MieterInnen und andere politische Gruppen in der Öffentlichkeit geführt wird. Unser Ziel war und ist es, mit Ihnen - den Mieterinnen und Mietern - eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. Dafür stehen wir nach wie vor zur Verfügung.
Anlass der Kampagne war der Vorstandsbeschluss, die bestehenden Mietverträge mit den Vereinen bzw. den Gesellschaften bürgrlichen Rechts (GbR) für die oben genannten Häuser in Einzelmietverträge für alle BewohnerInnen umzuwandeln. Weitere Veränderungen sind nicht geplant, insbesondere handelt es sich bei der dann greifenden Wohnzeitbegrenzung nicht um eine neue Situation - sie ist ebenfalls bereits Teil des bestehenden Mietvertrags, den Ihre Vereine bzw. GbRs unterzeichnet haben. Grund für den Beschluss war zum einen der Wunsch, Rechtssicherheit für alle Beteiligten herzustellen, zum anderen aber auch das Verlangen, aus Gerechtigkeitsgründen die Mietkonditionen, die bisher schon für alle übrigen Wohnheime gelten, auch in den oben genannten Häusern anzuwenden. Ziel dieses Vorgehens ist es nicht - wie regelmässig öffentlich behauptet wird - selbstverwaltete Strukturen zu zerschlagen, das Leben in den Wohnheimen zu überwachen oder Personen aus den Häusern heraus zu bekommen.
Aufgabe des Studentenwerks ist gemäß Niedersächsischem Hochschulgesetz, die Studierenden wirtschaftlich, gesundheitlich, sozial und kulturell zu fördern. Die Finanzierung unserer Arbeit erfolgt zum Teil durch staatliche Zuwendungen, besonders aber durch die Semesterbeiträge der Studierenden. In deren und in unserem Sinn kann es nicht sein, dass durch die Vergabe von Privilegien an einige wenige BewohnerInnen eine Situation geschaffen wird, in der die sonst üblichen Regelungen für Mietverträge ausgehebelt werden. Aufgrund der aktuellen Mietsituation ist für uns noch nicht einmal ersichtlich, ob in den betroffenen Wohnobjekten alle Wohnplätze an Studierende vermietet sind.
Gleiches Recht für alle heißt in diesem Fall: Einzelmietvertrag mit dem Studentenwerk, angemessen begrenzte Wohnzeit und die Immatrikulation an einer der Göttingen Hochschulen als Voraussetzung für einen Mietvertrag. Dazu gehört auch, dass jede Wohngemeinschaft nach wie vor ihre Mitbewohner selber aussuchen kann. Dass dies funktioniert und dass in unseren anderen Wohnheimen keinesfalls eine anonyme und fremdbestimmte Atmosphäre herrscht, können Sie gerne bei einem Besuch unserer anderen Wohnheime erfahren.
Das Vorgehen hat nichts mit Überwachung, Zerschlagung linker Zusammenhänge oder Repression zu tun, sondern dient dem Ziel, für alle die gleichen Chancen und Bedingungen zu schaffen. Die Studierenden, die durch die Zahlung ihrer Studentenwerksbeiträge quasi eine Solidargemeinschaft bilden, haben Recht und Anspruch darauf, dass das Studentenwerk diese Beiträge nicht zweckentfremdet. Das Studentenwerk hat geradezu die Pflicht, darauf zu achten, dass die Vergünstigungen ausschließlich denjenigen zukommen, die durch die Zahlung ihrer Beiträge dazu berechtigt sind.
Unser Angebot steht: Entwickeln Sie Ideen, wie durch eine Anpassung unserer Belegungsordnung Ihre Ideale von einem gemeinschaftlichen Zusammenleben in das Studentenwerk eingebracht werden können. Wir möchten Sie aber auch bitten dafür zu sorgen, dass im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit Ihnen nahe stehender Kampagnen mit der Wahrheit gearbeitet wird. Das Studentenwerk in der Öffentlichkeit zu diskreditieren hilft Ihnen nicht - es schadet aber allen Göttinger Studierenden.

Ihr Studentenwerk Göttingen

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Freiräume-Demo / Juzi "Linke Freiräume schaffen und verteidigen"
11. 8.07, 13 Uhr, Marktplatz / Altes Rathaus

Die Kampage „Here to stay - Linke Freiräume schaffen und verteidigen“ , die Leute vom Wagenplatz demonstrierten zusammen mit den Leuten, die "25 Jahre Juzi" feierten am 11.8.07 durch die Innenstadt. Der Demo-Aufruf war von der "Here-to-stay Kampagne", dem Juzi, dem Wagenplatz, dem Cafe Kabale und dem Theaterkeller erfolgt. Erstaunlich waren die übereinstimmende Schätzung der TeilnehmerInnenzahl der VeranstalterInnen mit 600 und der Polizei mit 500. Bei der Zwischenkundgebung vor dem Carré in der Weender waren es ca. 300 gewesen. Aber vielleicht kamen später noch welche dazu.


Demo kurz nach der Zwischenkundgebung in der Weender Ecke Jüdenstraße


Während der Freiräume-Demo - Ausverkauf in der Heldenhalle

Kleine Überraschungsaktion - ein Luftballonsgruß mit Schwarz-Roten Luftballons vor dem "Feierabendheim" (steht über der Eingangstür) einem selbstverwalteten Studierendenwohnheim in der Gotmarstraße

Foto: hoxel

Polizei vor dem Gebäude des "Studentenwerk", das die Studierenden-Wohnheime verwaltet.
Transparent vom Wagenplatz

Wagenplatzleute mit Trecker und einer Schwarzen Kiste auf dem Dach, die die Aufschrift trug: "Schwarzer Block" - und "Lieber Autonom als Automat"

Seitlich "Wagenplätzchen für alle"

 

 

Studierendenwerk will Selbstverwaltung abschaffen

24.5.07 / Das Studierendenwerk vermietet u.a. Zimmer in Häusern die in den siebziger Jahren besetzt worden waren und wo durch Verhandlungen eine Selbstverwaltung der Häuser durchgesetzt wurde. Dazu gehören die Häuser im Kreuzbergring, in der Roten Straße, der Burgstraße, Goßler Straße und in der Gotmarstraße. Nach der "Flurbereinigung" des Universitätsbetriebes, der stromlinienförmigen Ausrichtung des Sutdienbetriebes und der Erhöhung des ökonomischen Drucks durch Studiengebühren erscheinen solche kollektiven Wohnstrukturen im universitären Umfeld offensichtlich als "nicht der gewünschten Ordnung entsprechend". Gerade in den oben genannten Häusern wird oft durch Transparente an den Fenstern zu aktuellen politischen Ereignissen Meinung kundgetan.


Transparent an den Häusern im Kreuzbergring 2006 (Foto: H.R.)

Die selbstverwalteten Studihäuser, die aus Hausbesetzungen und anschließenden Entwicklungen hervorgegangen sind, sind auch Orte politischer Kollektivität.

Dies zeigen nicht nur z.B. die neben abgebildeten Fotos mit Transparenten sondern auch die Veranstaltungen wie z.B. das Ringfest in den Häuern am Kreuzbergring und der Goßler Str.

Nun will das Studiwerk die Selbstverwaltung dieser Häuser abschaffen. Dies hatte man bereits 1977 schon einmal probiert, war aber an einer Gegenkampagne gescheitert. Nun folgt also der erneute Versuch, kollektive selbstverwaltete Wohnstrukturen aufzulösen - so wie jeglicher Freiraum in der Universität Schritt für Schritt eingeschränkt oder abgeschafft wurde (Freiraum im AStA, Kollabs, Flugblatt verteilen und Plakate aufhängen). In Zukunft will das Studierendenwerk nur noch Einzelmietverträge mit den BewohnerInnen der Zimmer abschließen und ihnen so die Gestaltungsmöglichkeit von Kollektivität aus der Hand nehmen. Durch eine Wohnzeitbegrenzung komplemetär zur Studienzeitdrängelei will sie darüber hinaus nicht nur die Wohn-Zusammensetzung an sich, sondern auch deren Änderungsgeschwindigkeit bestimmen. Damit hat sie es in der Hand, entstehende politische Unruheherde lahmzulegen. So sieht das auch die neu entstandene Initiative "Here to stay. Selbstverwaltete Strukturen verteidigen" die sich für ca. 100 BewohnerInnen der betroffenen Häuser einsetzt und meint:
"Die linke Szene, wie sie derzeit in Göttingen vorzufinden ist, mit ihren Treffpunkten, kulturellen Aktivitäten und einer Vielzahl an politischen Gruppen kann nicht einfach als gegeben vorausgesetzt werden: sie bedarf nicht zuletzt solcher selbstverwalteten Wohnformen. Brechen diese weg, besteht die Gefahr, dass auch Göttingen zu einem studentisch geprägten Provinzkaff mit öde konformistischem Klima wird, wie dies in manch anderer einstmals "linken Unistadt" schon längst geschehen ist." (Quelle)
In einer Pressemitteilung vom 24.5.07 teilt die neu gegründete Initiative mit, dass sich die "BewohnerInnen der betroffenen Häuser vernetzt" haben und " die sofortige Rücknahme der Kündigungen und deren Androhung sowie den Erhalt des Status Quo" fordern.


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Einige Widersprüche in der Wohnheim-Kampagne


Studis bedankten sich beim Studentenwerk für die Selbstverwaltung aber "Schleimen" bringt nix

2006 / Das Studierenden-Wohnheim mit den berüchtigten Innenhof-Parties hat ein kurioses Dankesschreiben an seinen Vermieter, das Studentenwerk geschickt, das durch und durch Wohlverhalten ausstrahlt:

Offener Brief an das Studentenwerk in Vorfreude auf 30 Jahre Rote Straße
"Liebe MitarbeiterInnen des Studentenwerkes in Göttingen! Wir möchten hiermit wie schon so viele andere herzlich zum 85. Jahrestag gratulieren. Mit der Unterzeichnung der Mietverträge im Jahre 1977 durch VertreterInnen der Stiftung Studentenwerk und VertreterInnen der Gesellschaften und Vereine zur eigenverantwortlichen Verwaltung der sozialen Wohnplätze wurde der Grundstein für unser noch heute sehr gut funktionierendes Zusammenleben gelegt. Seit 1977 haben wir die Möglichkeit, durch unsere Vereine studentisches Zusammenleben in Eigenverantwortlichkeit und rücksichtsvollem Miteinander nach unseren Bedürfnissen in unseren Wohnheimen selbst zu gestalten. Gerade in Zeiten von zunehmender Armut, Konkurrenzdruck und Isolation von Individuen stellt die Wohnform der selbstverwalteten Wohngemeinschaft eine wertvolle Institution in unserem Alltag dar. Den Zweck der Schaffung sozialverträglicher Wohnkultur hat das Studentenwerk in unserem Fall voll erfüllt. Diese Form des Wohnens könnte jetzt wieder Vorbild für andere Wohnheime und auch darüber hinaus für andere gesellschaftliche Bereiche sein, wie es bis Mitte der Neunziger Jahre der Fall gewesen ist. Hier werden im Alltag ein respektvolles Miteinander und die eigenständige Wahrnehmung und Abstimmung persönlicher Bedürfnisse untereinander gelernt. Dieser Aspekt kommt gerade an der neu strukturierten Universität sowie generell in der Gesellschaft viel zu kurz. Für die Möglichkeit, diese Form der Einrichtung von Wohnplätzen erhalten zu können, sprechen wir hiermit allen MitarbeiterInnen im Bereich Wohnen sowie dem Vorstand und der Geschaftsführung unsere Anerkennung aus. Wir wünschen einen geruhsamen Jahreswechsel und freuen uns auch auf das 30jährige Jubiläum unserer Wohnheime im nächsten Jahr! Alles Gute!
Die BewohnerInnen der Roten Straße 0-5 Rote Straße GbR Göttingen, 30.11.2006, Kontakt / Vorstand: Wohngemeinschaft Rote Straße 4 37073 Göttingen, roter-wohnblock@gmx.net

 

"RevolutionärInnen" gegen "ReformerInnen" : Wer Verbesserungen innerhalb des Systems durchsetzen will akzeptiert das System?

2007 / Nun geraten die TeilnehmerInnen der "HeretoStay"-Kampagne aber in eine Widersprüchlichkeit, die etwas mit der Aufteilung in verschiedene ideologische Fraktionen zu tun hat. Die einen meinen mit Adorno "Es kann kein richtiges Leben im Falschen geben" und kritisieren jede Kampagne für kleine Verbesserungen innerhalb des bestehenden System weil die schließlich doch das System akzeptiere. Es komme schließlich darauf an, das Ganze zu verändern - daher auch Titel wie "Ums Ganze...". Wie das erreicht werden soll, ohne im Kleinen anzufangen, darauf wissen sie keine Antwort. Das laute Rufen der Parole "Kapitalismus abschaffen" wird wohl kaum allein die nötige Kraft zur Veränderung hervorrufen.
Wer sich über all jene lustig macht, die in konkreten Auseinandersetzungen Verbesserungen erkämpfen wollen, kann nun schlecht für den Erhalt seiner Freiräume demonstrieren. Um wenigstens einigermaßen aus diesem Widerspruch herauszukommen, enthält der Demoaufruf die folgende Relativierung "linke Freiräume sind keine Vorwegnahme eines Besseren im schlechten Bestehenden. Dennoch stehen diese Freiräume für den kollektiven Versuch, emanzipatorische Ideen im Alltag zu verwirklichen, soweit dies trotz der miesen bestehenden Verhältnisse eben möglich ist." Hier ist anscheinend eine kleine Nachjustierung des ideologischen "wir wollen alles und zwar sofort" erforderlich. Nicht jeder kleine Schritt führt in den integrierbaren Reformismus. Es gibt Widersprüche im kleinen, konkreten, lokalen Detail, die direkt ins Zentrum der großen, Widersprüche führen - pars pro toto - vogliamo tutto et subito - hier und jetzt.

Teddi Adorno und Max Horkheimer meinten ja auch zum "Ganzen":
"Nur wenn das, was ist, sich ändern läßt, ist das, was ist, nicht alles."


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